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Tradition stirbt aus: Horneburger Leichlakenverein löst sich auf

lt. Horneburg. Ein Stückchen Tradition geht in Horneburg verloren. Weil sich kein neuer Schriftführer fand, wird sich der Leichlakenverein, der älteste Verein Horneburgs, auflösen. Das haben gut 50 der insgesamt noch 122 Mitglieder jetzt beschlossen.
Die ursprüngliche Aufgabe des 1738 von acht Horneburgern gegründeten Vereins war es, auch armen Menschen eine würdige Beerdigung zu ermöglichen. Zu diesem Zweck schaffte der Verein u.a. Leichentücher an, die für die Bestattung verwendet wurden und kaufte 1834 einen Leichenwagen. Die Männer verpflichteten sich mit dem Eintritt in den Verein, Verstorbene unentgeltlich zu Grabe zu tragen.
Mit dem Aufkommen von Bestattungsunternehmen wurde der Leichlakenverein überflüssig, die Mitglieder hielten ihn aus Tradition aber trotzdem am Leben.
Zuletzt schwand das Interesse, dem Verein für 2,05 Euro Jahresbeitrag beizutreten, mehr und mehr. Die Vereinsmitglieder verwalteten hauptsächlich nur noch das Vermögen und zahlten im Todesfall 60 Euro an die Hinterbliebenen aus.
Die 1.111 Euro aus der Vereinskasse werden auf Beschluss des Vereins für soziale Zwecke an die Bürgerstiftung der Kreissparkasse Stade gespendet.
Der Vereinsvorsitzende Rainer Gerkens, der mit 67 Jahren noch zu den jüngeren Mitgliedern zählt, ist traurig, dass mit der Auflösung des Vereins eine Tradition stirbt.
Gleichzeitig mit dem Leichlakenverein wurde auch die Sterbekasse "G.H.V. von 1950" aufgelöst, die im Todesfall 250 Euro an die Hinterbliebenen auszahlte und zum Schluss noch 157 Mitglieder hatte. Das Vereinsvermögen in Höhe von gut 55.000 Euro soll nach der Abwicklung der Vereinsauflösung an die Mitglieder ausgezahlt werden.