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Verein zerlegt 380 Jahre altes Haus und stellt es in Bliedersdorf wieder auf

Das Hallenhaus in Bliedersdorf. Das Reetdach ist neu.
at. Bliedersdorf. Nicht einmal ein Jahr hat es gedauert: Die Mitglieder "Bäuerliches Hauswesen Bliedersdorf" bauten ein rund 380 Jahre altes Hallenhaus in Bliedersdorf auf dem Gelände des Vereins wieder auf. Das Haus war 1635 in Hagen-Börsten im Landkreis Cuxhaven errichtet worden. Es stehen bereits zwei alte Häuser in dem Bereich, ein alter Schafstall dient seit einigen Jahren als Konzertsaal. "Das Hallenhaus macht das Bauernhaus-Ensemble auf diesem Gelände perfekt", sagt Rainer Kröger, der erste Vorsitzende des Vereins. Er hatte die Idee zu diesem ungewöhnlichen Projekt. Das Haus stand ursprünglich in Hagen-Börsten im Landkreis Cuxhaven. 1993 kaufte es der Verein, Mitglied Wolfgang Dörfler zerlegte es in seine Einzelteile und katalogisierte jeden Balken. Anschließend lagerte es zwei Jahre in Nottensdorf ein und wurde restauriert. Von August bis Mai bauten die Mitglieder des Hauswesenvereins das Bauernhaus nach den Plänen von Dörfler wieder auf. Architekt Jens Wilke leitete den Aufbau. "Jetzt muss es mit Leben gefüllt werden", sagt er.
Der Startschuss dafür fiel kürzlich bei der Einweihung des Hauses. Bürgermeister Hans-Wilhelm Glüsen und Samtgemeindebürgermeister Gerhard Froelian überbrachten neben vielen anderen ihre Glückwünsche. Froelian: "Es können alle zufrieden sein, die an diesem Haus mitgewirkt haben." Doch der eigentliche Motor des Projekts sei immer Rainer Kröger gewesen.
Die Errichtung des Bauernhauses wird mit 104.00 Euro EU-Fördergeldern finanziert. Rund 30.000 Euro geben jeweils die Samtgemeinde Horneburg und die Gemeinde Bliedersdorf dazu. Der Verein investierte neben den ehrenamtlichen Stunden weitere 26.000 Euro. Es fehlen noch die Erdarbeiten um das Haus und die authentischen Möbel im Inneren des Hauses.
Nach Untersuchungen steht fest: Das Haus wurde im 30-Jährigen-Krieg erbaut und ist seit dem erhalten geblieben. Nach seinem Aufbau 1635 erfolgte in den Jahren 1747 und 1777 jeweils eine Erweiterung des Hauses. Wolfgang Dörfler ist sich sicher:
"Das Haus ist einmalig in seiner Bauart." Über einen so langen Zeitraum würden sonst nur Gutshäuser überleben, deswegen sei es ebenfalls eine absolute Rarität. Die historische Authentizität sei hoch. Es stecke viel Liebe zum Detail, das sei auch der Unterschied zu Häusern in anderen Landkreisen wie Verden oder Rotenburg.
In der Zukunft plant der Verein "Bäuerliches Hauswesen Bliedersdorf" Konzerte und Gäste-Führungen durch das Haus.