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Vom Nierentisch bis zur Krümelbürste

Solche Tauchsieder nahm man in den 1950er Jahren mit auf Reisen. Zu Joachim Löhns Sammlung gehören viele solcher Kuriositäten

Bunte Reise in die Vergangenheit: Joachim Löhn sammelt seit 20 Jahren alles aus den 1950er Jahren

lt. Bliedersdorf. Nierentische, Cocktailsessel, Krümelbürsten und andere Kuriositäten aus den 1950er Jahren haben in einem Kellerraum von Joachim Löhn (74) ihren Platz gefunden. Seit 20 Jahren sammelt der Landwirtschaftsmeister im Ruhestand alles, was in dem Nachkriegsjahrzehnt in Deutschland hergestellt wurde und in Mode war. Seine Frau Traudl unterstützt ihn dabei tatkräftig.
Wer das 50er Jahre-Zimmer der Löhns betritt, weiß kaum, wo er zuerst hinschauen soll. Alte Radios, Fernseher, Telefone, Lampen und Keramikartikel in den ausgefallensten Farben und Formen nehmen den Betrachter mit auf eine bunte Reise in die Vergangenheit.
"Nach dem Krieg wollten die Leute eben Farbe im Leben", sagt Joachim Löhn, der in Bliedersdorf lebt.
Besonders stolz ist der Senior auf seine "Sammlungen in der Sammlung". So zieren zahlreiche kleine Wandvasen das Zimmer. Außerdem hat Löhn etliche Reisetauchsieder, verpackt in runde bunte Ledertäschchen mit Reißverschluss, im Regal stehen. "So hatten die Leute auch unterwegs immer heißen Kaffee", sagt der 50er Jahre-Fan.
Zu den skurrilsten Stücken seiner Sammlung zählen u.a die elektronischen Rauchverzehrer aus Porzellan in Tierform. Sie waren in den 1950er Jahren vor allem bei Zigarrenrauchern beliebt, weil sie die Zimmerluft angeblich vom Rauch reinigten. Tatsächlich verdampfte aber mit Hilfe einer Glühlampe lediglich ein Duftöl, das mit seinem Aroma den Rauch überlagerte.
Weil Rauchen in den 1950ern in Mode war, gehören auch große Feuerzeuge in Weltkugel-Optik und diverse Zigarettendosen zu Löhns Schätzen. Errät ein Gast, das die runde Silberkugel auf dem Couchtisch ein Zigarettenspender ist, bekommt er einen kleinen Preis, sagt Löhn schmunzelnd.
In seinem Testament hat der Sammler übrigens festgehalten, dass der Großteil seiner Schätze aus den 1950er Jahren später einmal an ein Museum gehen.