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"Wir möchten keinen Kletterwald vor unserer Haustür"

Der Kletterwald soll an der Zufahrtsstraße zum Hof Duden entstehen
lt. Horneburg. Tolle Attraktion und eine Bereicherung für die Samtgemeinde Horneburg oder ein überflüssiges Projekt, das den Anwohnern und der Natur schadet? Was den in Horneburg geplanten Kletterwald angeht (das WOCHENBLATT berichtete) driften die Meinungen in der Bevölkerung auseinander.
Zu den klaren Gegnern des Kletterwaldes gehört die Familie Duden, deren Hof in direkter Nachbarschaft zu dem Waldstück liegt, in dem die Kletterparcours aufgebaut werden sollen.
"Wir möchten keinen Kletterwald vor der Haustür haben", sagt Wilhelm Duden. Für den landwirtschaftlichen Betrieb sei es ein Nachteil, wenn an der einzigen Zufahrtsstraße parkende Autos und Menschen, die über die Straße laufen, den Verkehr behinderten. Zudem gebe es in dem Waldstück extrem viele Fledermäuse, die es zu schützen gelte, so Duden.
Um ein Zeichen des Protestes gegen den Kletterwald zu setzen, stellt die Familie ihren Hof im kommenden Jahr nicht mehr für das vom Gewerbeverein organisierte Frühlingsfest zur Verfügung. Die Entscheidung sei gefallen, um ein "Druckmittel" gegen den Flecken zu haben. Indessen hat der Gewerbeverein allerdings bereits zwei andere mögliche Standorte für das Fest ins Visier gefasst.
Flecken-Bürgermeister Hans-Jürgen Detje ist nach wie vor überzeugt von der Idee, einen Kletterwald in Horneburg zu eröffnen. Auch wenn das inzwischen vorliegende Fledermausgutachten davon abrät.
Momentan werde abgewogen, wie es weitergehe, so Detje. Spätestens im November soll aber eine Entscheidung fallen.
Wie berichtet, planen Silvia Thamm und Günther Hülß aus Nottensdorf einen Kletterwald mit acht bis zehn unterschiedlichen Parcours für die ganze Familie. Der höchste Parcours soll acht Meter über dem Boden installiert werden. Die Plattformen würden mit einer speziellen Klemmtechnik an den Bäumen befestigt, so dass die grünen Riesen keinen Schaden nehmen, so Hülß.
Das Investorenpaar rechnet mit 15.000 bis 20.000 Besuchern im Jahr in der Saison von April bis November. Maximal sollen sich 100 Personen gleichzeitig im Kletterwald aufhalten. Wer am Wochenende klettern möchte, müsse sich vorher anmelden, so Hülß. So sei ausgeschlossen, dass es zu langen Warteschlangen und damit verbundenem Lärm komme. Der Parcours für Kinder soll so angelegt werden, dass er möglichst weit weg von dem rund 100 Meter entfernten Wohngebiet an der Stader Straße sei.