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Große Anti-Terror-Übung in Buchholz

 

Mehrere Schüsse fallen vor der Buchholz Galerie, zwei Männer drohen, alle Menschen zu töten und flüchten in das Einkaufszentrum. Immer mehr Streifen- und Rettungswagen rasen in die Buchholzer Innenstadt. Einigen Passanten steht der Schrecken ins Gesicht geschrieben. Erst nach und nach realisieren sie, dass sie Zeuge der wohl spektakulärsten Übung werden, die es im Landkreis Harburg je gab.

Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte simulieren bewaffneten Anschlag auf die Buchholz Galerie

mum. Buchholz. Mehr als 350 Einsatzkräfte und Statisten waren an einer spektakulären Übung beteiligt, die am Sonntag in Buchholz stattfand. „Simuliert wurde die 'Bewältigung lebensbedrohlicher Einsatzlagen' - etwa ein Terroranschlag“, so Polizeihauptkommissar Jan Krüger, Sprecher der Polizeiinspektion Harburg. Es handelte sich um die erste Übung dieser Größenordnung aller Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS).
Das Szenario: Auf dem Peets Hoff findet ein Volksfest statt. Plötzlich rast ein Fahrzeug in die Menschenmenge. Passanten werden verletzt. Die Täter flüchten in die Buchholz Galerie. Doch das wissen die ersten beiden Polizisten, die den Einsatzort erreichen, nicht. „Sie erhielten lediglich die Information, dass es zu einem Verkehrsunfall gekommen ist“, erklärt Krüger. Während die Polizisten zu dem Fahrzeug und den verletzten Personen laufen, fallen Schüsse. Ein Feuerwehrmann sackt von Kugeln getroffen zusammen. Die Beamten ziehen sich zu ihrem Polizeiwagen zurück, verständigen die Wache, ziehen ihre schusssicheren Westen über und warten auf Verstärkung. Nach und nach erreichen immer mehr Polizisten den Einsatzort. Auch die Feuerwehren aus Buchholz, Dibbersen, Trelde und Sprötze sind beteiligt. Ebenso wie das Deutsche Rote Kreuz und die Johanniter-Unfallhilfe.
„Die Vergangenheit hat gezeigt, dass auch kleine Städte Ziel von Terroranschlägen werden können“, so Krüger. Die Polizei müsse schwer bewaffnete, zu allem entschlossene Straftäter in kürzester Zeit stoppen und ihr Handeln unterbinden, Feuerwehren und Rettungsdienste eine große Zahl verletzter und traumatisierter Personen versorgen. Dies gelte es besonders zu trainieren. „Anders als bei großen Schadenslagen wie Zugunglücken oder Massenunfällen besteht bei lebensbedrohlichen Einsatzlagen auch eine akute Gefahr für die Einsatzkräfte, von Straftätern angegriffen zu werden“, so der Polizeihauptkommissar. „Bei der Bewältigung der Lage kommt es vor allem darauf an, dass alle Beteiligten gut mitein-
ander agieren und kommunizieren.“ Die gesamte Übung wurde aus unterschiedlichen Perspektiven auf Video festgehalten. „Alle Beteiligten werden für sich die Übung auswerten“, so Krüger.
Damit der Einsatz für die Beamten besonders realitätsnah war, kamen zahlreiche Statisten zum Einsatz. Unter anderem wurden mehrere Verletzte vom Jugendrotkreuz dargestellt. Ihnen wurden erschreckend realistisch wirkende Schussverletzungen auf die Kleidung geschminkt. Zudem täuschten sie Panikattacken vor und stellten Polizei- und Rettungskräfte vor schwierige Situationen. „Die Polizisten wissen selbstverständlich, dass es sich um eine Übung handelt“, so Krüger. Allein schon deswegen, weil sie ihre echten Schusswaffen gegen so genannte „blaue Waffen“ austauschen mussten. Das sind Waffen, die ausschließlich mit Farb- und Platzpatronen geladen werden können. „Dennoch ist das Adrenalin so hoch wie bei einem echten Einsatz“, so Krüger. Das würde allein schon daran liegen, dass die Beamten unter Beobachtung stehen und jeder ihrer Schritte später analysiert wird.
• In einer für die Öffentlichkeit abgesperrten Passage in Köln fand am Sonntag ebenfalls eine Anti-Terror-Übung statt. Etwa 200 Polizisten simulierten dort als Statisten Kunden, Passanten oder Verletzte. Die Täter-Rolle wurde ebenfalss von Polizeibeamten übernommen. Eine Übung mit fast 500 Beteiligten und inmitten einer Ladenpassage sei für die Kölner Polizei eine Premiere, so ein Sprecher.