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Ist es die Tat eines Wilderers? Spaziergänger finden drei Rotwild-Kadaver in der Samtgemeinde Hanstedt

Wilderer haben es auf Rotwild abgesehen. In der Samtgemeinde Hanstedt wurden jetzt drei Kadaver entdeckt (Foto: Norbert Leben)
 
Ein Wilderer hat vermutlich den Hirsch geschossen. Gut zu erkennen ist das Einschussloch (Kreis) (Foto: Norbert Leben)

Norbert Leben hat in den vergangenen Jahren vieles erlebt. Doch der Gedanke, dass ein Wilderer im Landkreis Harburg sein Unwesen treibt, macht den Kreisjägermeister zornig. „Ich möchte mir nicht vorstellen, was in so einem Menschen vorgeht, der in Kauf nimmt, dass ein Tier auf diese Art und Weise leiden muss“, sagt Leben. Seit Dezember hat es drei Zwischenfälle gegeben, die den Verdacht zulassen, dass jemand skrupellos Jagd auf Rotwild macht.

(mum). Anfang Dezember wurde in einem Waldstück auf dem „Töps“ (bei Hanstedt) das erste Tier entdeckt. Allerdings waren lediglich der Schädel und das Geweih übrig geblieben. Laut Leben habe es sich um einen etwa sechs bis sieben Jahre alten Hirsch gehandelt.
Ende Januar fanden Spaziergänger in der Gemarkung Ollsen den zweiten Hirsch-Kadaver. Diesmal seien der Schädel und das Fell erhalten gewesen. Im Fell fand sich ein Einschussloch. Ende Februar dann der dritte und bislang letzte Fund: Diesmal wurde ein weibliches Tier bei Hanstedt entdeckt. Wieder waren Schädel und Fell gut erhalten, sodass ein Einschussloch zu erkennen war. Die Spuren lassen den Schluss zu, dass jemand die Tiere professionell zerlegt und das Fleisch mitgenommen hat.
Norbert Leben vermutet, dass es sich um denselben Täter handelt. „Die Fundorte liegen in einem Umkreis von vielleicht vier Kilometern“, so der Kreisjägermeister. Dass die Kadaver überhaupt gefunden wurden, sei Glück. „Die Waldfläche ist riesig. Daher kann ich nicht ausschließen, dass weitere Tiere getötet wurden.“
Kreisjägermeister Norbert Leben geht davon aus, dass ein Wilderer im Landkreis Harburg sein Unwesen treibt. In den vergangenen drei Monaten wurden drei Rotwild-Kadaver entdeckt. Die Tiere wurden professionell zerlegt.
Theoretisch könnte es sich bei dem Täter auch um einen Jäger handeln, dem es nicht gelungen war, die Tiere mit einem Schuss zu töten. Das Rotwild wäre bei diesem Szenario geflohen und irgendwann qualvoll an seinen Verletzungen verendet. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Jäger für das verantwortlich ist“, so Leben. „Jeder von uns hält sich streng an die Regeln.“ Sollte bei der Jagd tatsächlich einmal ein angeschossenes Tier entkommen, würde der Jäger sich mit einem spezial dafür ausgebildeten Hund auf die Suche danach begeben. Zudem würde Rotwild nur bis Ende Januar geschossen werden. „Wenn überhaupt wird jetzt noch Schwarzwild geschossen“, erklärt Leben.
Die aktuellen Ereignisse erinnern Norbert Leben an einen ähnlichen Vorfall, der etwa sechs Jahre zurückliegt. Damals wurden ebenfalls Rotwild-Überreste in Nindorf, Holm und Egestorf gefunden. „Wir haben sogar Patronen gefunden, die zur kriminaltechnischen Untersuchung an die Polizei weitergeben wurden“, erinnert sich Leben. Doch ein Täter wurde nicht ermittelt. Die Wilderei hörte plötzlich auf - zumindest wurden keine weiteren Überreste mehr entdeckt.
• Die Polizei und die Jägerschaft bitten Waldbesucher und Spaziergänger, auffällige Fahrzeuge und verdächtige Personen der nächsten Polizeidienststelle zu melden. Zudem hofft Leben, dass die Jagdpächter aufmerksam auf Schüsse in den benachbarten Revieren reagieren. „Sie sollen dann zum Telefon greifen und sich erkundigen, ob es tatsächlich der Nachbar war, der geschossen hat.“ Leben appelliert an Spaziergänger, nicht die Wanderwege zu verlassen und auf eigene Faust zu ermitteln. „Das sollte Aufgabe der Polizei bleiben.“
Sollte es sich bei dem Täter tatsächlich um einen Wilderer handeln, geht es nicht um ein Kavaliersdelikt, sondern um eine Straftat.
• Norbert Leben wird die jüngsten Ereignisse auch während der Jahreshauptversammlung der Kreisjägerschaft am Samstag, 12. März, in der Tostedter Schützenhalle ansprechen. Sie beginnt um 14 Uhr mit der Trophäenschau.