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16 Millionen E-Mail-Konten geknackt: Und jetzt?

Gigantischer Datenklau schreckt Millionen E-Mail-Nutzer auf (Foto: Antje Delater / pixelio.de)
So genannte Botnetze haben etwa 16 Millionen E-Mail-Konten ausgespäht. Das WOCHENBLATT sagt, was User jetzt tun müssen.

(mum). Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor einem gravierenden Sicherheitsproblem: Im Zuge der Analyse von so genannten Botnetzen wurden etwa 16 Millionen geschädigte Benutzerkonten entdeckt. Die bestehen in der Regel aus einem Benutzernamen in Form einer E-Mail-Adresse und einem Passwort. Viele Internetnutzer verwenden diese Login-Daten nicht nur für das eigene E-Mail-Konto, sondern auch für Benutzerkonten bei Internetdiensten, Online-Shops, sozialen Netzwerken.
Das BSI bietet unter https://www.sicherheitstest.bsi.de (wegen Überlastung zeitweise nicht erreichbar) einen Online-Test an, über den Benutzer prüfen können, ob sie vom Identitätsdiebstahl betroffen sind. Dort muss die E-Mail-Adresse eingegeben werden, die das BSI dann mit den Daten aus den Botnetzen abgleicht. Ist die Adresse und damit auch die digitale Identität des Nutzers betroffen, erhält er eine entsprechende Information per E-Mail an die angegebene Adresse. Die Antwort-E-Mail enthält auch Empfehlungen zu erforderlichen Schutzmaßnahmen. Ist die eingegebene E-Mail-Adresse nicht betroffen, bekommt der Nutzer keine Benachrichtigung.
Betroffenen wird empfohlen, ihren Computer mit einer Virenschutzsoftware zu überprüfen. Zudem sollten alle Passwörter, die zur Anmeldung bei sozialen Netzwerken, Online-Shops, E-Mail-Accounts und anderen Online-Diensten genutzt werden, geändert werden.

Was ist ein Botnetz?
Kriminelle kapern mitunter die Computer anderer Nutzer für ihre Zwecke. Ein Netzwerk solcher Rechner nennt man Botnetz. Hacker infizieren die Computer mit einem Schadprogramm und erteilen ihnen dann aus der Ferne Befehle. Die eigentlichen Besitzer merken oft nichts davon. Botnetze legen laut der Fachzeitschrift Computer Bild zum Beispiel Internetseiten mit massenhaften Anfragen lahm. Betrüger verschicken über sie E-Mail-Nachrichten (Spam) oder missbrauchen die Rechner für so genannte Phishing-Attacken, bei denen es um den Zugang zu Online-Banking-Konten geht.