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Auf ein Wort: Begleitetes Fahren für Senioren

Das wird uns alle freuen. Die Niedersachsen hatten mal wieder die Nase vorn bei einem vorbildlichen Projekt. Als erstes Bundesland setzte man sich in Hannover bereits 2004 für das „Begleitete Fahren“ ein. Der damalige Verkehrsminister Walter Hirche (FDP) galt als großer Fürsprecher.
Die Regelung ermöglicht es Jugendlichen, bereits mit 17 Jahren die Führerscheinprüfung abzulegen. Im Anschluss dürfen die jungen Erwachsenen allerdings bis zu ihrer Volljährigkeit nur in Begleitung eines Erwachsenen (in der Regel ein Erziehungsberechtigter) das Auto steuern.
Aus dem Pilotprojekt wurde 2011 schließlich geltendes Bundesrecht. Derzeit entscheidet sich bereits mehr als die Hälfte aller Fahranfänger für den Start am Steuer mit einem erfahrenen „Co-Piloten“ an der Seite. Und wieder liegt Niedersachsen an der Spitze: 53 Prozent aller Fahranfänger auf der Straße sind unter 18 Jahre. Wer begleitet fahre, verursache rund 20 Prozent weniger Unfälle als herkömmlich ausgebildete Führerscheinbesitzer, heißt es seitens des Bundesanstalt für Straßenwesen.
Warum ich dieses Lobeslied anstimme? Was für Jugendliche gut ist, kann für Senioren nicht schlecht sein. Am Samstag war ich auf einer Kreisstraße im Landkreis Harburg unterwegs. Viele Kilometer ging es geradeaus - mal waren 50 Stundenkilometer erlaubt, mal 70 oder sogar 100. Den Senior vor mir im Auto schien dies aber nicht sonderlich zu interessieren. Seim Tempomat war vermutlich konsequent auf 55 km/h eingestellt.
Das hatte Konsequenzen für alle anderen Verkehrsteilnehmer. Hinter dem Fahrzeug staute sich der Verkehr gewaltig. Ganz Eilige versuchten das Verkehrshindernis zu überholen. Leider kam es dabei zu einigen Fast-Unfällen. Zum Glück geschah nichts. Ich empfand das Fahrverhalten des Seniors vor mir als Nötigung. Aber wahrscheinlich fiel ihm sein unsicherer Fahrstil gar nicht auf.
Mein Vorschlag daher: Begleitetes Fahren für Senioren ab 70 Jahren. Allerdings sollte der „Co-Pilot“ unter 60 Jahre sein...
Sascha Mummenhoff