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Aus „Kunstwoche“ wird der „Kunstverein“

Das Kunsthaus in Jesteburg. Der Trägerverein hat sich jetzt einen neuen Namen gegeben - aus Kunstwoche wird Kunstverein
mum. Jesteburg. Besser spät als nie. Laut Satzung hätte Professor Dr. Volker Steinkraus, seit gut einem Jahr neuer Vorsitzender des Vereins „Kunstwoche Jesteburg“, bereits bis zum 31. März zu einer Mitgliederversammlung einladen müssen (das WOCHENBLATT berichtete). Nun fand das Treffen am 28. April statt. Ein früherer Termin sei krankheitsbedingt nicht möglich gewesen, teilte Steinkraus mit.
Das Thema Satzung, beziehungsweise die Änderung dieser, war dann auch gleich Thema des Treffens. Der Verein gibt sich einen neuen Namen: Aus Kunstwoche wird Kunstverein. „Seit 2013 sind wir Mitglied im Dachverband der Deutschen Kunstvereine und führen die Geschicke des Vereins somit auch in der Tradition der über 200-jährigen Geschichte dieser Institution in Deutschland“, teilt Kuratorin Isa Maschewski via Pressemitteilung mit. „Seit dem Amtsantritt von Volker Steinkraus haben wir unsere Arbeit noch mehr auf die klassischen Ziele eines Kunstvereins konzentriert.“ Um die inhaltliche Ausrichtung auch deutlich im Vereinsnamen abzubilden, habe der Vorstand den Mitgliedern die Umbenennung des Vereins in „Kunstverein Jesteburg“ vorgeschlagen - und war damit erfolgreich.
Besonders froh sei der Vorstand über die gute Entwicklung der Mitgliederzahl. Seit der Übernahme des Vorsitzes durch Steinkraus habe der Verein einen starken Zuwachs von 89 Neuzugängen verzeichnet, „so dass wir 203 Vereinsmitglieder zählen“, sagt Maschewski. „Dies ist die höchste Anzahl von Mitgliedern seit der Gründung des Vereins im Jahr 1998.“
Seiner Linie treu bleibt der Verein in puncto Fluktuation im Vorstand. Ute Breese (Nenndorf) löst Kassenwartin Kathrin Priess ab.

Auf ein Wort

Chance vertan, für Transparenz zu sorgen
Das WOCHENBLATT begleitet das Kunsthaus seit Jahren kritisch - manche sagen, zu kritisch. Fakt ist, kein Verein in Jesteburg hat in den vergangenen Jahren mehr Vorstandsmitglieder verschlissen als die „Kunstwoche“. Dazu kommt, dass der Verein mit erheblichen finanziellen Mitteln aus der Gemeindekasse unterstützt wird.
Unlängst äußerte sich Volker Steinkraus mir gegenüber: „Über Ihr nachhaltiges Interesse am Kunstverein freue ich mich. Noch mehr würde ich mich freuen, wenn dieses Interesse inhaltlicher Natur wäre.“ Offensichtlich weiß der Professor nicht, dass es sehr wohl journalistische Aufgabe ist, die Verwendung von Steuermitteln zu hinterfragen.
Den Wunsch, an der Jahreshauptversammlung teilzunehmen, verweigerte mir der Vereins-Chef. „Jahreshauptversammlungen sind für Mitglieder und nicht für die Presse gedacht.“ Eine Behauptung, die Steinkraus exklusiv aufstellt. Vielleicht hätte so ein Termin für Transparenz gesorgt. Doch die Ausladung lässt vermuten, dass Missstände unter den Teppich gekehrt werden sollen. So basiert der Bericht über die Jahreshauptversammlung leider nur auf einer von Kuratorin Isa Maschewski verschickten Pressemitteilung.
Sascha Mummenhoff