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Clement-Areal in Jesteburg: „Am Montag kommt der Kran!“

„Am Montag beginnen die Arbeiten!“ - davon sind Investor Hossein Salehmanesh (li.), Andreas Rath und Architektin Franziska Sluyterman von Langeweyde überzeugt
 
So stellt sich Hossein Salehmanesh die Straßenseite des „Försters Hus“ vor

Hossein Salehmanesh ist sich sicher, dass die Arbeiten am „Försters Hus“ jetzt endlich beginnen werden.

mum. Jesteburg. „Am Montag geht es endlich los!“ Hossein Salehmanesh wirkt erleichtert. Mit einem Kran werde der Dachstuhl abgetragen. Für den Jesteburg Unternehmer endet dann eine lange Phase des Wartens.
Wie bereits mehrfach berichtet, möchte Salehmanesh auf dem ehemaligen Clement-Grundstück mitten im Ort ein neues Zentrum mit Restaurant, „Markt der Möglichkeiten“ und Büros schaffen. Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, er würde das denkmalgeschützte Objekt absichtlich verfallen lassen. Diesem Gerücht hatte der Jesteburger stets vehement widersprochen. Die Baugenehmigung lag zwar schon seit Ende Oktober vor, doch immer wieder sei es laut Salehmanesh zu Diskussionen mit der Denkmalschutzbehörde des Landkreises gekommen. „Die mündliche Zusage liegt vor“, sagt Andreas Rath, Geschäftsführer des Architektenbüros Sluyterman von Langeweyde. Er gehe davon aus, dass bis Montag auch das schriftliche „Go“ kommt.
Salehmanesh plant, das gesamte Gebäude abzutragen. Die Einzelteile werden sortiert, restauriert oder ersetzt. Diese Aufgabe übernimmt die Zimmerei Jürgen Sievers in Brackel. Dabei werde das Holz mit Trockeneis gereinigt. „Der Landkreis fürchtete, dass danach zu wenig denkmalgeschütztes Material erhalten bleibt“, so Salehmanesh. Aus diesem Grund habe der Denkmalschutz auf der Kippe gestanden. „Aber genau das ist mir sehr wichtig“, so der Investor. „Ich möchte dem Dorf ein Stück seiner Geschichte zurückgeben.“ Dabei spielt sicherlich auch die finanzielle Seite eine Rolle. Die Aberkennung des Status geht mit dem Verlust von Steuerbe-
günstigungen einher.
Inzwischen habe laut Architektin Franziska Sluyterman von Langeweyde der Landkreis beschlossen, dass das alte Clement-Haus zu einem Gruppendenkmal gehöre. Für Salehmanesh sei dies zumindest ein vertretbarer Kompromiss.
So geht es jetzt weiter: Die Fassade des Gebäudes wird rekonstruiert und dem Ursprungsbau von 1855 angepasst, die Sparrengebinde sowie die noch erhaltenswerten Deckenbalken werden wieder eingebaut. Die Straßen- und Hofseite sollen eine großzügige Gaube erhalten
Außerdem möchte Salehmanesh die Hölzer des Fachwerks durch neue ersetzen und die Holzfenster und Außentüren in Abstimmung mit der Denkmalpflege erneuern. Östlich vom „Försters Hus“ ist ein kleines Nebengebäude in Anlehnung an einen Treppenspeicher geplant. Der Speicher soll in einer reinen Holzkonstruktion erstellt werden. Er soll als Lagerfläche für das Restaurant dienen, das im Erdgeschoss auf einer Fläche von 170 Quadratmetern eröffnen soll. Im Obergeschoss befindet sich Platz für Büroflächen (155 Quadratmeter).
Angrenzend an das „Försters Hus“ möchte Salehmanesh den „Markt der Möglichkeiten“ bauen. „Im Erdgeschoss des insgesamt 400 Quadratmeter großen Gebäudes sind Ladenflächen geplant. Dort sollen Geschäfte eröffnen, die für die Nahversorgung relevant sind“, so Salehmanesh. Vorstellbar seien Obst- und Gemüse-Händler, ein Blumenladen, Wein- und Käse-Spezialitäten. Im Ober- und Dachgeschoss ist Büronutzung geplant. Das Haus erhalte einen roten Verblendstein. Als Dacheindeckung werde eine rote Dachpfanne gewählt.
Ursprünglich hatte Salehmanesh mit einer Investionssumme von 1,5 Millionen Euro für beide Gebäude gerechnet. „Das ist jetzt nicht mehr realistisch“, so der Unternehmer. „Ich gehe davon aus, dass allein die Rekonstruktion des Försters Hus mindestens 1,5 Millionen kosten wird.“ Etwa eine Million Euro will er in den „Markt der Möglichkeiten“ investieren. „In einem Jahr sollen beide Gebäude stehen“, so Salehmanesh.