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Das Jesteburger Podium: Jubiläum mit Verstimmung

Sehen dem Jubiläum des Podiums mit gemischten Gefühlen entgegen (v. li.): Eibe Jantzen sowie Karin und Manfred Neudert

Seit 25 Jahren besteht das Jesteburger Podium. Das soll an diesem Wochenende mit einem Konzert des „Amaryllis Quartetts“ und einer Ausstellung gefeiert werden. Das Vorstands-Team um Karin Neudert wünscht sich zum Jubiläum vor allem eine deutlich bessere Zusammenarbeit mit Gemeinde und Politik. Speziell das Verhältnis zu Hans-Jürgen Börner (SPD) sei extrem zerrüttet.

mum. Jesteburg. Wie viele Veranstaltungen Karin Neudert bereits organisiert hat, kann sie selbst nicht so genau sagen. Es werden sicherlich an die 100 sein. Neudert zeichnet seit 1999 als Vorsitzende für das Programm des Jesteburger Podiums verantwortlich. Seit 1997 ist sie selbst Mitglied. Gegründet wurde der Kulturverein bereits 1991 von Dr. Manfred Schieler. In diesem Jahr feiern die etwa 140 Mitglieder 25-jähriges Bestehen. Karin Neudert freut sich, dass es ihr gelungen ist, für diesen Anlass einen ganz besonderen kulturellen Genuss nach Jesteburg zu holen: Das "Amaryllis Quartetts" wird am Samstag, 17. September, im "Heimathaus" zu Gast sein.
Aufregend frisch und auf kluge Weise unkonventionell begeistern die vier Musiker in ihren Konzerten regelmäßig ihr Publikum und gehören damit zu den interessantesten Streichquartetten ihrer Generation. Dem "Amaryllis Quartett" gelingt es immer wieder, Musikklassiker der Quartettliteratur auf ungewöhnliche Weise mit Neuem zu kombinieren und dadurch neue Hörwelten zu eröffnen. In Jesteburg spielen die Musiker Mozarts Klarinetten-Konzert. Anschließend wird das Ensemble zu einem Sextett. Zu hören ist Schönbergs "Verklärte Nacht". Das erste Streichsextett von Brahms beendet den Jubiläumsabend. Das Konzert beginnt um 20 Uhr; zuvor wird es ab 19 Uhr einen Empfang geben.
Begleitend zum Konzert findet im "Heimathaus" eine Ausstellung statt. Gezeigt werden Werke von Christa Röger, Marianne Schwark-Hupe und Franz Schröger. Die Vernissage findet bereits am Freitag, 16. September, um 18 Uhr statt. Am Sonntag, 18. September, sind die Werke zwischen 14 und 16 Uhr zu sehen.
Podiums-Gründer Schieler hatte sich vor 25 Jahren zum Ziel gesetzt, vor allem klassische Musik in die Samtgemeinde zu holen. Diesem Leitsatz fühlt sich Karin Neudert auch heute noch verpflichtet. Allerdings ist der Kulturverein inzwischen deutlich breiter aufgestellt. Kabarett, Swing und Lesungen haben ebenso wie Ausstellungen einen festen Platz im "Heimathaus".
Die Stimmung könnte allerdings vor dem Jubiläums-Abend deutlich besser sein. Eibe Jantzen, seit 2010 im Vorstand aktiv, macht keinen Hehl daraus, dass er sich seitens der Gemeinde eine deutlich größere Unterstützung für das Podium wünscht. "Wir wollen das heutige Niveau halten und gern noch verbessern. Das geht aber nur, wenn die dafür notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen." Die Gemeinde stelle dem Podium das "Heimathaus" kostenlos zur Verfügung und gewähre Zuschüsse. "In Zukunft hätten wir aber gern eine frühzeitige Planungssicherheit, denn wir müssen die Künstler in der Regel ein Jahr im Voraus mit einer festen Honorarzusage verpflichten", so Jantzen.
Sorgen bereitet dem Vorstand auch das Klavier im "Heimathaus". Für klassische oder moderne Klavier-Konzerte sei das Instrument absolut untauglich. "Wir suchen dringend einen Sponsor für einen Flügel - gern auch gebraucht", so Neudert. Dabei hätte es eine Alternative gegeben "Doch die Gemeinde hat es vorgezogen, einen Flügel, den Laurens Spethmann schenkte, in die Oberschule bringen zu lassen." Die Anmietung würde 1.000 Euro kosten. "In Anbetracht der Kürzung durch die Gemeinde können wir uns das nicht leisten", so Neudert.
Verärgert sind Neudert und Jantzen zudem darüber, dass die Politik es abgelehnt habe, die 25-Jahr-Feier mit einem besonderen finanziellen Zuschuss zu würdigen. Für die aktuelle Spielzeit gewährte der Gemeinderat dem Podium allerdings einen Zuschuss in Höhe von 5.000 Euro.
Die Zusammenarbeit mit Hans-Jürgen Börner (SPD), dem Vorsitzenden des Kulturausschusses, habe der Podium-Vorstand in den vergangenen zwei Jahren nur als negativ empfunden. "Wir waren deshalb erleichtert, als er seine Mitgliedschaft bei uns gekündigt hat und damit einem eventuellen Ausschlussverfahren zuvorgekommen ist", sagt Jantzen. Sollte Börner auch in Zukunft den Ausschuss führen, werde das Podium bei der Gemeinde beantragen, einen anderen Ansprechpartner zu benennen.