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"Das wird ein Besucher-Magnet!"

"Jede Stunde, die wir hier investieren, wird sich lohnen“, ist Karl-Jochen Lewerenz (Mitte) vom Förderverein "Freunde des Filmmuseums Bendestorf" überzeugt. Seit gut einem Jahr verbringen die Mitglieder viel Zeit in den ehemaligen Räumen des Vox-Klangstudios. Ihr Ziel: Noch im Herbst soll auf dem verlassenen Filmstudio-Areal ein modernes Filmmuseum eröffnen. Dazu fehlen nur noch 50.000 Euro
 
Andreas Ettwig (li.) und Karl-Jochen Lewerenz sind zuversichtlich, dass sie im Herbst das Filmmuseum eröffnen können

Mitglieder des Fördervereins „Freunde des Filmmuseums Bendestorf“ arbeiten intensiv an ihrem Traum.

mum. Bendestorf. Es herrscht Aufbruchstimmung! Überall in den Räumen des ehemaligen Vox-Klangstudios in Bendestorf wird intensiv gearbeitet. Die Mitglieder des Fördervereins „Freunde des Filmmuseums Bendestorf“ haben ein ehrgeiziges Ziel: „Wir wollen im Herbst eröffnen“, sagt Karl-Jochen Lewerenz. Um dieses Ziel zu erreichen, treffen sich viele der Förderer mindestens einmal in der Woche, um sich ihren Fähigkeiten entsprechend einzubringen. Während die einen frische Farbe an die Decke bringen, verlegen andere Leitungen. „Wir ziehen alle an einem Strang“, sagt Andreas Ettwig. Der Inhaber der Seniorenresidenz Bendestorf zeichnet für die Finanzen des Fördervereins verantwortlich. Ettwig ist wie alle anderen Mitglieder überzeugt, dass sie an einem Projekt arbeiten, das weit über die Landkreis-Grenzen hinaus Begeisterung erzeugen wird: Ein modernes Filmmuseum auf historischen Boden.
An guten Ideen mangelt es nicht. In einer Dauer-Ausstellung soll an die Bendestorfer Filmgeschichte erinnert werden. Die Besucher können alte Kameras, Plakate, Original-Drehbücher und Autogrammkarten sehen. Zudem ist ein Forum angedacht. Dort sollen Jugendliche und Erwachsene selbst tätig werden. Kurse für Nachwuchsfilmer oder auch Filmwettbewerbe seien denkbar.
Besonders im Fokus wird das alte Produzentenkino stehen. Damals wurden dort die gerade gedrehten Filme begutachtet. Lewerenz hofft, dass dort spätestens ab Herbst Themenabende, Vorträge und Konzerte stattfinden. Insgesamt stehen gut 800 Quadratmeter auf zwei Ebenen zur Verfügung.
In den vergangenen Monaten ist auf dem ehemaligen Filmstudio-Areal viel geschehen. Der Verein (nur knapp 70 Mitglieder) hat 150.000 Euro für den Kauf des Gebäudes aufgebracht. Gut 250.000 Euro sind zudem bereits in den Umbau geflossen. 242.000 Euro stammen aus EU-Fördermitteln. Um endlich an den Start gehen zu können, muss jetzt noch ein Fahrstuhl eingebaut werden (Auflage des Landkreises). „Wir gehen von Kosten in Höhe von 30.000 Euro aus“, so Lewerenz. Zwar gebe es Zusagen von Einzelpersonen. „Aber wir benötigen dringend noch Spenden, dann steht einer Eröffnung im Herbst nichts im Weg.“ Lewerenz schätzt, dass noch gut 50.000 Euro fehlen. Im Vergleich zudem, was der Verein bereits auf die Beine gestellt hat, ist das eine geringe Summe.
Für die erste Veranstaltung gibt es schon eine besondere Idee: Durch einen Zufall entdeckten Vereinsmitglieder den verschollenen Streifen „Es geschehen noch Wunder“ (1951 in Bendestorf gedreht). Hauptdarstellerin war Hildegard Knef. Die Romanze floppte in den Kinos und verschwand. Jetzt fand sich eine Kopie im Amsterdamer Filmmuseum.
• Wer das Projekt unterstützen möchte, kann sich an Andreas Ettwig wenden. Er ist unter der Nummer 04183-12290 zu erreichen.

Ein Blick in die Geschichte

Das Filmstudio Bendestorf entstand, weil das UFA-Studio Babelsberg in der sowjetischen Besatzungszone lag. Für die aufkommende westdeutsche Filmindustrie musste schnell ein Ersatzdrehort gefunden werden. In kürzester Zeit habe der Regisseur Rolf Meyer in der ländlichen Idylle ein Studio aufgebaut. Etliche UFA-Stars knüpften in Bendestorf an ihre früheren Karrieren an: Marika Rökk, Zarah Leander, Johannes Heesters, Gustav Fröhlich und viele andere. Bendestorf entwickelte sich zum wichtigsten Standort der westdeutschen Filmindustrie. Dort entstanden mehr als 100 Filme. Etwa 150 Mitarbeiter - darunter viele Bendestorfer - arbeiten auf dem Areal.
Ende der 1970er Jahre begann der Rückgang der Produktion. Die Studios waren für die Anforderungen der modernen Filmindustrie zu klein geworden. In den 1980er Jahren kamen die Produzenten von Werbefilmen in die Heide. Ariel, Kukident und Mon-Chérie-Werbestreifen entstanden in den Hallen sowie Synchronisationen für alte Edgar-Wallace-Filme mit Joachim Fuchsberger.
Öffentlich-rechtliche und später auch private Fernsehsender nutzten die Studios für Unterhaltungsshows. Zuletzt wurde 2012 die NDR/Arte-Produktion "Entscheidung bei Kunduz" dort gedreht.