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Der „Barfuß-Arzt“ ist unterwegs - Frank Jester will 780 Kilometer barfuß von Hamburg nach Friedrichshafen laufen / Erster Stopp in Jesteburg

In Jesteburg traf Frank Jester (re.) Bürgermeister Udo Heitmann (Foto: Samtgemeinde Jesteburg)
 
„Jesteburg auf dem Sofa“ lautet das Buch, das Bürgermeister Udo Heitmann (li.) Frank Jester bei seinem Besuch überreicht hat

Das ist eine verrückte Idee! Der Arzt Frank Jester wandert von Hamburg nach Friedrichshafen - barfuß! Auf ihn warten 1,5 Millionen Schritte, 780 Kilometer, 29 Tage und fünf Bundesländer. Jester möchte mit dieser Aktion andere Menschen motivieren, sich zu bewegen. Bereits ein kurzer Spaziergang sei echte Gesundheitsvorsorge.
Seine erste Station führte ihn nach Jesteburg. Dort traf er Bürgermeister Udo Heitmann, um ihm von seiner Idee zu erzählen.

mum Jesteburg. 1,5 Millionen Schritte, 780 Kilometer, 29 Tage, fünf Bundesländer. Das Ziel: Deutschland durchqueren, nicht auf Schusters Rappen, sondern barfuß. Für die meisten Zeitgenossen käme solch ein Mammut-Marsch sicherlich nicht in Frage. Doch das gilt nicht für den doppelt approbierten Arzt und Zahnarzt Frank Jester aus Hilgermissen (Landkreis Nienburg/Weser). Am Dienstag startete Jester zu seinem Barfuß-Projekt in Hamburg. Seine erste Station führte ihn nach Jesteburg. Dort traf er Bürgermeister Udo Heitmann, um ihm von seiner Idee und den Hintergründen zu erzählen.
Jester kennt sich bestens aus mit Long-Distance-Aktionen. So unternahm er, jeweils von Hamburg aus, XXL-Fahrrad-Touren nach Marokko, zum Nordkap, nach Neu Delhi, aber auch „nur mal rund um die Ostsee“. Letzteres lediglich mit Obst und Gemüse als Verpflegung. Aber zu Fuß bis hinunter zum Bodensee und dann noch ohne Schuhwerk? Jester, von einer Tageszeitung als „Hamburgs härtester Arzt“ geadelt, weil ihn weder Feuerlaufen noch winterliches Eisbaden abschrecken können, reizt die Herausforderung. Als „Barfußarzt“ menschliche Grenzen auszutesten, das könnte ihn sogar erneut ins Guinessbuch der Rekorde katapultieren (dort ist er schon mit dem kleinsten Buddelschiff der Welt vertreten).
Was treibt den Mann an, der auch als Buchautor von sich reden machte? Jester befasst sich auf außergewöhnliche Art mit dem Thema Gesundheit. Ob verbesserte Durchblutung oder Reduzierung von versteckten Entzündungen - der frisch gebackene Ehrenprofessor beleuchtet stets die tieferen Ursachen von Krankheiten, statt nur Symtome zu behandeln. Und er ist ein Verfechter von nachhaltiger Vorbeugung. Unter diesem Aspekt steht auch der mutige Marsch durch Deutschland. Er soll ein Motivationskick für andere sein, sich mehr zu bewegen, zum Beispiel den Sitz-Marathon im Fernsehsessel oder vor dem Rechnerbildschirm einzutauschen gegen einen ausgedehnten Spaziergang. Im Hintergrund schwebt noch ein weiteres Motiv: „Ich will zeigen, dass wir Menschen doch nicht die Weicheier sind, zu denen uns Autos, Automaten, Medienkonsum und mancher Nachbar degradieren wollen.“
Ein Selbstläufer wird Frank Jesters Barfuß-Experiment freilich nicht. Auch wenn er seit Wochen seine baren Füße trainiert, wer einen Monat so unterwegs ist, wird vermutlich vielerlei Abenteuer erleben, abgesehen von Wetterwidrigkeiten, dem inneren Schweinehund und anderen Begleitumständen. Jedenfalls darf man gespannt sein, wie menschliche Füße eine solche „Meilenfresserei“ wegstecken.
Am 29. September will Frank Jester gegen 18 Uhr das Dornier-Museum in Friedrichshafen am Bodensee erreicht haben. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg. Von Jesteburg geht es zunächst weiter nach Bispingen, Celle, Bad Gandersheim und Fulda, weiter über Würzburg, Ellwangen nach Friedrichshafen.
Wer möchte, kann Jester bei seinem Marsch begleiten - zumindest online. Auf www.barfussdeutschland.de/blog hat der Arzt einen Blog eingerichtet. Dort beschreibt er die Stationen seiner Tour.
„Das ist eine beeindruckende Wanderung, die sich Frank Jester vorgenommen hat“, so Jesteburgs Bürgermeister Udo Heitmann. „Ich drücke ihm die Daumen, dass er gesund sein Ziel erreicht.“ Vielleicht als eine kleine Motivation für die Zeit nach der Wanderung überreichte Heitmann ihm das Buch „Jesteburg auf dem Sofa“.