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Der lange Weg in ein neues Leben: Hans-Jürgen Börner porträtiert einen Transsexuellen „von nebenan“

Bei der Premiere vor einem Jahr in Hamburg (v. li.): Sandra K., Timo Großpietsch, NDR-Intendant Lutz Marmor und Hans-Jürgen Börner (Foto: oh)
mum. Jesteburg. Der Jesteburger Medien-Profi Hans-Jürgen Börner („Talk vor Mitternacht“, „Extra Drei“) hat Ende vergangenen Jahres im Rahmen eines Filmfestes in Hamburg seinen Dokumentarfilm „Das späte Glück der Sandra K.“ vorgestellt. Er beschreibt darin das Leben des 55-jährigen Jens K., der sich entschließt, eine Frau zu werden. Am Montag, 17. November, ist der Streifen zum ersten Mal im TV zu sehen (23.15 Uhr; NDR).
„Das war für mich das schwierigste Projekt, an dem ich bislang gearbeitet habe“, sagt Börner über seinen Dokumentarfilm“. Gemeinsam mit Timo Großpietsch porträtiert der Medien-Profi eine Familie, die - so sagt er - „unglaublich stark ist“. Im Mittelpunkt: Familienvater Jens K., der den Entschluss fasst, eine Frau zu werden. Das Besondere: Jens K. ist Börners Nachbar.
Die Geschichte von Jens/Sandra K. spielt in Jesteburg, wo jeder jeden kennt. Jens K. ist ein gestandener Mann, erfolgreicher Manager, Familienvater - einer, der seinen Garten gut in Schuss hält. Aber was seine Mitmenschen nicht sehen: Er ist ein Mann im falschen Körper. Jens fühlt sich als Frau, er will Sandra werden.
„Ich selbst hätte mir für mein Leben auch was anderes gewünscht. Wenn jemand meint, dass wir darüber glücklich sind, der irrt gewaltig“, sagt Sandra K. Sie hat sich entschieden, eine Frau zu sein - und das im Alter von 55 Jahren, nach 36 Jahren Ehe und einer gemeinsamen Tochter. Mit 14 Jahren hatte sie zum ersten Mal das Gefühl, im falschen Körper zu leben. Die folgenden Jahrzehnte waren geprägt von Ängsten, Unsicherheiten und auch Suizidgedanken.
Endlich dann das Outing bei Freunden, Bekannten, Nachbarn und am Arbeitsplatz; die Auseinandersetzung mit der Familie. Es folgten unzählige Termine bei Behörden, Gespräche mit Therapeuten und schließlich risikoreiche Operationen zur Geschlechtsanpassung und dem Brustaufbau. Zusätzlich noch 80 Stunden Barthaarentfernung. Gesamtkosten für die Krankenkasse: etwa 60.000 Euro.
Über eineinhalb Jahre haben Börner und Großpietsch Sandra K. bei ihrem Prozess der Wandlung und ihrem Kampf um ihre Ehe mit der Kamera begleitet. Der Film lässt erahnen, in welchem inneren Gefängnis sich Sandra K. jahrzehntelang eingesperrt fühlte. Er beschreibt ihre mutige Reise in die persönliche Freiheit.
• Der Film „Das späte Glück der Sandra K.“ ist im Zuge der ARD-Themenwoche „Toleranz“ am kommenden Montag, 17. November, ab 23.15 Uhr im NDR zu sehen.