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Der lange Weg zurück ins Leben

Silke Büttinghaus mit ihrem Sohn Georg. Für sie startet in Egestorf eine Spendenaktion (Foto: Privat)
 
Uta Büttinghaus (2. v. li.) freut sich über das Engagement von Rebekka Dech (v. li.), Tjark, Eike und Sabine Tschense
 
Silke Büttinghaus und ihr Mann Jörg während einer Familienfeier im Sommer. Er hält fest zu ihr (Foto: Privat)

WOCHENBLATT-Austräger Eike (15) und Tjark (14) wollen Geld für schwerstkranke Mutter sammeln.

(mum). Diese Geschichte geht unter die Haut: Familie Büttinghaus aus Egestorf (Samtgemeinde Hanstedt) lebt bis zum 28. März 2015 ein glückliches Familienleben. Silke (31) ist im achten Monat mit ihrem zweiten Kind schwanger, als sie morgens vor ihrem Mann Jörg (40) zusammenbricht. Sie kann weder Arme noch Beine spüren. Minuten später wird Silke mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus nach Hamburg geflogen. Eine halbe Stunde später informieren die Ärzte den Ehemann: „Gehen Sie davon aus, dass Ihre Frau nicht überlebt.“ Silke hat ein Aneurysma - einen Schlaganfall im Hirn und zusätzlich starke Hirnblutungen. Die Überlebenschance liegt bei unter zehn Prozent. Das Leben des ungeborenen Kindes wollen die Ärzte aber auf jeden Fall retten. Der kleine Georg kommt mit 3.000 Gramm und 51 Zentimetern gesund auf die Welt.
Auch Silke überlebt. Aber die Architektin leidet seitdem am Locked-in-Syndrom (LIS). LIS-Patienten sind bei vollem Bewusstsein, aber komplett bewegungsunfähig. Lediglich die Augen können sie bewegen, um zu kommunizieren. In ganz Europa gibt es geschätzt nur etwa 400 Menschen, die auf diese Art erkrankt sind. Die Sterberate liegt bei 87 Prozent. Begleitet wird die Krankheit oft von schweren Depressionen, die den Patienten den Lebenswillen nehmen und sich zwischen den Körper und das geringe Genesungspotential stellen.
Doch Silke gibt nicht auf. Ihr Weg zurück ins Leben wird noch viele Jahre dauern. Und sie braucht Unterstützung - vor allem finanzielle. „Da können wir doch helfen“, haben sich die beiden Brüder Eike (15) und Tjark (14) Tschense gedacht. Anlässlich des Egestorfer Weihnachtsmarktes am Sonntag, 11. Dezember, wollen die beiden WOCHENBLATT-Austräger eine Spendenaktion ins Leben rufen. Zuerst dachten die Schüler an ein Geschicklichkeitsspiel. Doch das wäre zu kompliziert gewesen. Dann kam den Jungs die Idee, eine Tombola zu organisieren. Gemeinsam mit Mutter Sabine und der befreundeten Geschäftsfrau Rebekka Dach baten sie zahlreiche Unternehmen in Egestorf um Unterstützung. „Das Ergebnis hat uns alle total sprachlos gemacht“, so Rebbeka Dech. Fast 100 Preise sind zusammengekommen.

„Familie Büttinghaus nicht vergessen!“

Das Schicksal der Familie Büttinghaus geht nicht nur den Menschen in ihrem Heimatdorf Egestorf sehr nah. Auch Radio Hamburg berichteten über die junge Familie und bat um Spenden. Dank der Aktion "Hörer helfen Kindern" kommt im vergangenen Jahr soviel Geld zusammen, um die Kinderbetreuung für Cord und Georg für einen Zeitraum zu sichern.

Ein Rückblick: Nach einem Hirnschlag im März vorigen Jahres ist Silke (31) regungslos in ihrem eigenen Körper gefangen.Ihr Ehemann Jörg (40) hält fest zu ihr. Seine komplette Zeit und alles Geld steckt er in die Therapie der Ehefrau und die Betreuung seiner Kinder. So oft es geht, besucht er gemeinsam mit den Kindern Cord (3) und Georg (1) Silke in der Waldklinik Jesteburg, um sie am Familienleben teilhaben zu lassen und den Jungs Zeit mit ihrer Mutter zu ermöglichen. In Jesteburg wird sie fast ein halbes Jahr intensiv betreut. Kleine Erfolge sind bereits, dass sie ihre linke Hand und den Kopf ein wenig bewegen kann. „Das ist ein Wunder“, sagt Schwiegermutter Uta Büttinghaus. „Eigentlich stellen sich erste Erfolge erst nach fünf, manchmal sogar erst nach zehn Jahren ein.“
Jörg Büttinghaus hatte seinem älteren Sohn Cord nach dem Unfall versprochen: An Weihnachten kommt Mama nach Hause. Am 24. Dezember vorigen Jahres dürfen sie Silke tatsächlich nach Hause holen und führen von dort die Therapie und Pflege fort.
Jörg Büttinghaus ist selbstständig und vertreibt Nahrungsmittel­ergänzungsprodukte. Ein normales Leben kann er der Familie gut finanzieren. Doch das tragische Schicksal von Silke sprengt den finanziellen Rahmen. Auch die Pflege zu Hause ist eine große Belastung für die ganze Familie. Jörg trägt neben seinem Beruf monatlich zwischen 160 und 300 Stunden der Pflege. Silke trainiert bis zu acht Stunden täglich, um alles von Neuem zu erlernen. Sprechen, Schlucken, Husten und Trinken - alles muss alles in kleinsten Schritten wieder erlernt werden. Eine Nanny kümmert sich 24 Stunden am Tag um die Söhne. Vater Jörg möchte, dass seine beiden Jungs in ihrem geschützten Zuhause aufwachsen, deshalb kommt im Moment nur diese Lösung in Frage. Trotz sehr guter Krankenkassenbetreuung müssen hohe Therapie- und Pflegekosten privat getragen werden. Dies sind im Schnitt 8.000 Euro im Monat.
In seiner Verzweiflung hat der Vater mit einem Freund die „Return Stiftung“ gegründet und hofft auf Spenden und Aufklärung für die Krankheit. Bislang kommen mehr als 90 Prozent der Spenden aus der Familie und dem Freundeskreis - das reicht nicht mehr lange aus. Bald sind alle Ersparnisse erschöpft. Die Familie gibt nicht auf. Silke hat sich ein großes Ziel gesetzt: Sie möchte bis zur Einschulung von Cord laufen können. Das ist im Sommer 2019.

Schüler organisieren Tombola-Aktion

Die Brüder Eike (15) und Tjark (14) Tschense haben in Egestorf fast 100 Preise eingesammelt. „Wir wurden unglaublich unterstützt“, freuen sich die WOCHENBLATT-Austräger, die beide die Jesteburger Oberschule besuchen. Am Sonntag, 11. Dezember, während des Egestorfer Weihnachtsmarktes, werden die Lose für fünf Euro verkauft. „Es gibt nur 100 Lose und alle sind Gewinne“, versprechen die Jungs. „Natürlich dürfen die Leute gern etwas mehr geben.“ Eike und Tjark hoffen, dass sie mit der Aktion der Familie Büttinghaus etwas finanzielle Hilfe geben können. „Die beiden haben ein großes Herz“, freut sich Mutter Sabine über das Engagement ihrer Kinder. Während eines Abendessens kam die Familie auf das Schicksal der Nachbarn zu sprechen. „Wir wussten, dass es anfangs viele Spender gab“, so Sabine Tschense. Doch die Hilfe habe nachgelassen. „Wir möchten, dass sich die Menschen wieder an Familie Büttinghaus erinnern und spenden“, sagen die Jungs.
Silke Büttinghaus wird den Weihnachtsmarkt besuchen. Begleitet von ihrem Mann und den Kindern.

Spendenkonto eingerichtet

Wer Familie Büttinghaus
finanziell helfen möchte, kann Geld spenden.

Die Bankverbindung lautet:
Return | Stiftung
Spenden-Kennwort
„Mutterliebe“
DE12 2005 0550 1002 2186 57
Mehr Informationen
im Internet unter
www.betterplace.org/p29339
Spenden unter dem Kennwort Mutterliebe sind zweckgebunden und steuerlich absetzbar.