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Die Eichen haben wohl überlebt

Die Eichen tragen in der Krone wieder Blätter. Voriges Jahr berichtete das WOCHENBLATT über den Kahlschlag

Ein Jahr nach dem „Baum-Schock“ gibt Bauamtschef Thomas Burmester Entwarnung.



mum. Jesteburg. Die Menschen in Jesteburg waren geschockt! Mindestens sechs Eichen - jeweils älter als 100 Jahre - auf einem Grundstück des Unternehmers Hossein Salehmanesh mitten im Ort wurden im Oktober vergangenen Jahres radikal zurückgeschnitten. „Das ist eine Katastrophe“, sagte Siegfried Roelcke damals im WOCHENBLATT-Gespräch. Der ehemalige Förster wird von der Gemeinde regelmäßig beauftragt, um Bäume zu begutachten. Er ging damals davon aus, dass die Eichen sich nicht erholen würden. Sein Verdacht: „Wer hier gearbeitet hat, wollte entweder, dass die Bäume sterben, oder hat von seinem Job keine Ahnung.“
Jesteburgs Bauamtsleiter Thomas Burmester hatte sich damals selbst von der Maßnahme überzeugt und Fotos von den Eichen gemacht. Auch die Naturschutzbehörde des Landkreises sei informiert worden. „Ob die Bäume tatsächlich dauerhaft geschädigt sind, werden wir erst im nächsten Jahr sehen, wenn die Bäume austreiben - oder eben nicht.“
Ein Jahr später stellt Burmester fest, dass die Eichen nicht eingegangen sind, sondern wieder austreiben. „Die feuchte Witterung im Frühjahr und Sommer hat sicherlich die Entwicklung positiv beeinflusst. Eine neue Kronenausbildung wird sicher erst in einigen Jahren zu sehen sein“, so Burmester. Einige der Bäume würden unter Schutz stehen; „andere stehen in Bereichen mit der Verpflichtung, sie zu erhalten“. In beiden Fällen müsse ein Rückschnitt nicht genehmigt werden. Lediglich die komplette Entfernung sei genehmigungspflichtig. „Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten“, so der Bauamtschef. Die Eichen haben den Kahlschnitt offensichtlich überstanden, jedoch wird es noch viele Jahre dauern, bis die Bäume wieder neue Kronen bilden werden. Wären die Eichen tatsächlich eingegangen, hätte Eigentümer Salehmanesh mit einer empfindlichen Strafe rechnen müssen. Gerade Eichen müssten äußerst sensibel behandelt werden. „Man nimmt abgestorbene Äste heraus und schneidet höchstens behutsam zurück“, so der Förster. Roelcke kann sich an einen Zwischenfall mit einem Zirkus in Jesteburg erinnern. „Ein Kamel hatte lediglich die Rinde einer 30 Jahre alten Linde angefressen. Damals wurde ein Strafgeld in Höhe von 8.000 Euro verhängt.“
Hossein Salehmanesh hatte schon im vergangenen Jahr kein Verständnis für den Wirbel. „Ich habe die Maßnahme mit Fachleuten abgestimmt und vom Lohnunternehmen Hans-Robert Schmidt durchführen lassen.“ Es hätten sich zahlreiche tote Äste in den Bäumen befunden, die zum Schutz der Bürger herausgeschnitten werden mussten. „Die Leute werden sehen, dass in zwei Jahren wieder alles gut ist“, sagte Salehmanesh damals - und behält offensichtlich Recht.