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Die Wiederentdeckung des Johanniswegs

Ankunft in Undeloh nach fünfeinhalb Stunden Pilgerweg (v. li.): Christine Müsse, Margarethe Herzberg, Oliver Reck, Carola von der Lieth, Claudia Wichmann, Pastor Dr. Ulrich Kusche, Franz Heb, Elfriede Gosselk, Brigitte Weseloh, Irma Foth, Maren Bath und Gisela Keller (Foto: St. Martins-Gemeinde)

Mitglieder der St. Martins-Kirche wandern von Jesteburg nach Undeloh / Wiederholung geplant.




mum. Jesteburg/Hanstedt. Die Erwähnung eines alten Fuhr- und Handelswegs in der Dorfchronik als „Johannisweg“, der bis vor etwa 200 Jahren die Dörfer Jesteburg und Undeloh miteinander verband, brachte Carola von der Lieth aus der Jesteburger St. Martins-Kirchengemeinde auf die Idee einer Tagespilgerwanderung. „Überall pilgert man auf Jakobswegen - wir haben hier nachweislich einen 'Johannisweg'. Warum sollten wir das nicht ausprobieren?“
Mit Claudia Wichmann und Oliver Reck fand sie im Frühjahr zwei Gleichgesinnte, und die kleine Gruppe machte sich daran, den historischen Weg weitestgehend nachzuvollziehen. Seit der sogenannten Verkoppelung 1830, bei der die Besitzverhältnisse der Gemarkung neu geregelt wurden, ist der Weg nicht mehr durchgängig öffentlich begehbar. Das betrifft insbesondere die Abschnitte im Ortsgebiet Jesteburg und im Bereich der historischen „Furt durch den Brettbach“ im Ortsteil Hassel. Dennoch erwanderten die drei eine etwa 16 Kilometer lange Pilgerstrecke und gestalteten diese mit theologischen und historischen Inhalten rund um Johannes den Täufer.
Im Zuge der Sommerkirche ersetzte das Pilgern als „Beten mit den Füßen“ Mitte Juli den herkömmlichen Gottesdienst in der Kirche. Die Gemeinde war eingeladen und der „Johannisweg“ im Gemeindebrief angekündigt und beworben worden. So kam es endlich zu der „Welturaufführung“, wie Pastor Dr. Ulrich Kusche es nannte, der als Pilger an der Wanderung teilnahm.
Früh morgens um 8 Uhr machten sich nach einer kurzen Andacht in der Jesteburger St. Martins-Kirche zwölf Jesteburger auf zur „Erstbegehung“ dieses einmaligen Pilgerwegs. Immer etwas abseits der üblichen und bekannteren Pfade führte dieser über den Lerchenberg und den Johannisberg in südlicher Richtung aus dem Ort hinaus. Mal plaudernd aber auch mal schweigend (hörend!) war man unterwegs. Nach etwa zwei Stunden jenseits des Brettbachs, der damit gewissermaßen den Jordan symbolisierte, wurden die Pilgerer an die Taufe Jesu und an ihre eigene Taufe erinnert.
Nach einer Rast auf halbem Weg mit eigenem Proviant aus den Rucksäcken und selbstverständlich mit frischen Johannisbeeren, ging es hinauf zum Töps, wo sich der „Johannisweg“ mit anderen Heidjer Wanderwegen kreuzt und von dort in gut weiteren zwei Stunden hinunter nach Undeloh führt.
Eine Andacht in der St. Magdalenen-Kirche bildete um 14 Uhr den Abschluss der Pilgerwanderung, und nach einem Eintrag in das dort ausliegende Gästebuch gestalteten sich die Teilnehmenden den Nachmittag mit einer Einkehr oder einem Bummel durch das Heidedorf frei und selbständig. Eine prima Rückfahrgelegenheit bot sich mit dem Heideshuttle, die von fast allen genutzt wurde.
„Der 'Johannisweg' wird ein fester Programmpunkt in unserer Jahresplanung - wahrscheinlich rund um den Johannistag (24. Juni). Auch eine Wiederholung ist möglich. Wenn genügend Interessierte zusammenkommen, geht es los“, sagen die drei Initiatoren übereinstimmend.