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Dieses Treffen gab neuen Mut

Radley verstarb im April an Leukämie. Er wurde nur drei Jahre alt
 
In Hannover trafen Daniel Pittman (li.) und Melissa Miles Sören Kock, den Stammzellen-Spender ihres Sohnes

Nach dem Tod ihres Sohnes trifft ein amerikanisches Paar den Stammzellen-Spender in der Nordheide.

(mum). Diese Geschichte hat kein Happy End. Der kleine Radley aus Texas ist Mitte April im Alter von nur drei Jahren an einer besonders tückischen Art der Leukämie gestorben. Doch dass der Junge mit seinen Eltern Daniel Pittman (41) und Melissa Miles (32) nach dem Ausbruch der Krankheit noch gut zwei Jahre verbringen durfte, empfinden die beiden US-Amerikaner als ein großes Geschenk. Eines, das sie einem Deutschen verdanken.
Nach dem Tod seines Sohnes war das Paar am Boden zerstört. „Unser erster Gedanke war damals, die beiden für ein paar Wochen aus ihrem Alltag zu holen“, sagt Karla Meier. Die gebürtige US-Amerikanerin ist mit Daniel Pittmann gemeinsam zu Schule gegangen. Auch als Karla mit ihrem Mann Jörg vor mehr als 20 Jahren nach Thieshope (Samtgemeinde Hanstedt) zog, riss der Kontakt nicht ab. „Wir haben das Paar dann zu uns nach Hause eingeladen.“
Kurz vor der Ankunft in Deutschland erfuhren die Eltern, wer der Spender ihres Sohnes war. In Amerika heißt das Pendant zur DKMS „Be the match“ (Sei der Treffer). Nur nach einem Todesfall dürfe die Organisation die Daten des Spenders weitergeben. „Auf diese Weise soll verhindert werden, dass Patienten im Falle erforderlicher weiterer Transplantationen direkt Kontakt zu den Spendern aufnehmen“, so Karla Meier.
Die beiden Familien waren sprachlos, als ihnen bewusst wurde, dass der Spender nur eine knappe Autostunde entfernt wohnt - und zudem bereit war, sich mit den Eltern zu treffen. „Es ist schwer, meine Gefühle in Worte zu fassen“, sagt Melissa Miles nach ihren Begegnungen mit dem erst 21 Jahre alten Sören Kock. „Er ist selbst noch so jung und hat versucht, unserem Sohn das Leben zu retten.“ Vielleicht spielt der Mutter die Phantasie einen Streich. Doch sie sei sich sicher, eine Ähnlichkeit zwischen Radley und Sören zu erkennen. Das Treffen habe ihr große Zuversicht geschenkt.
„Das Schicksal meiner Freunde bewegt mich sehr“, so Karla Meier. „Ich hoffe so sehr, dass sich noch mehr Menschen typisieren lassen, um für anderen Patienten zu Lebensrettern zu werden.“
• Wer mehr über die Familie erfahren möchte, kann dies im Internet tun. Aufgrund der Krankheit ihres Sohnes, musste das Paar hohe Kredite aufnehmen. Freunde sammeln nun Spenden. Die Adresse lautet: https://www.gofundme.com/g5upl4.

Jeder siebte Blutkrebspatient findet keinen Spender


Alle 15 Minuten erhält ein Mensch in Deutschland die niederschmetternde Diagnose Blutkrebs. Viele Patienten sind Kinder, deren einzige Chance auf Heilung eine Stammzellenspende ist. Seit 1991 arbeitet die DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) daran, für Patienten weltweit den passenden Spender zu finden. Bislang haben sich sechs Millionen Stammzellenspender dem Kampf gegen den Blutkrebs angeschlossen. Doch findet immer noch jeder siebte Blutkrebspatient allein in Deutschland keinen passenden Spender.
Blutkrebs ist der Oberbegriff für bösartige Erkrankungen des Knochenmarks. Bei diesen Krankheiten wird die normale Blutbildung durch die unkontrollierte Vermehrung von entarteten weißen Blutzellen gestört. Wegen dieser Krebszellen kann das Blut seine lebensnotwendigen Aufgaben nicht mehr ausführen - Infektionen bekämpfen, Sauerstoff transportieren oder Blutungen stoppen.
Die Gewebemerkmale, die für eine Spende wichtig sind, werden von den Eltern auf die Kinder vererbt. Dennoch findet nur ein Drittel der Patienten, die eine Stammzellspende benötigen, innerhalb der Familie einen geeigneten Spender. Der Großteil benötigt daher einen nicht verwandten, fremden Spender.
Stammzellenspender werden ist ganz einfach: Interessenten können online ein Registrierungs-Set anfordern. Sie erhalten per Post ein Set mit Wattestäbchen. Mit diesen Stäbchen machen sie einen Wangenabstrich. Die Wattestäbchen werden zusammen mit den unterschriebenen Unterlagen an die DKMS zurückgeschickt. Das Labor analysiert die Gewebemerkmale und nimmt den Interessenten in die Datei auf. Die Daten stehen ab diesem Zeitpunkt der weltweiten Suche nach Stammzellspendern zur Verfügung.
Es gibt zwei verschiedene Arten Stammzellen zu spenden. In den meisten Fällen (80 Prozent) werden Stammzellen über die Blutbahn entnommen. In wenigen Fällen (20 Prozent) werden die Stammzellen direkt dem Knochenmark entnommen.
• Weitere Informationen zur DKMS unter www.dkms.de.