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E-Shisha: Die neue Gefahr auf dem Schulhof

Shisha-Rauchen ist angesagt: Immer mehr Jugendliche greifen zur Wasserpfeife (Foto: hookah room, pressmaster@Fotolia)
 
E-Shishas sind der neue Trend auf den Schulhöfen (Foto: oh)

„Das ist keine harmlose Süßigkeit!“ Geht es nach Norbert Böhlke (CDU), werden so genannte E-Shishas zumindest auf den Schulhöfen verboten. Was auf den ersten Blick aussehe wie ein bunter Kugelschreiber, lasse bei Sucht- und Drogenexperten alle Alarmglocken schrillen. „Die elektronischen Wasserpfeifen (E-Shisha), die nach Vanille, Erdbeer und Schokolade schmecken, erobern die Schulhöfe“, sagt der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. Für Böhlke steht fest: „Die frei verkäuflichen Pfeifen können die Hemmschwelle zum Zigarettenkonsum deutlich senken.“

(mum). E-Shishas funktionieren ähnlich wie E-Zigaretten. Ein Mini-Akku sorgt über einen Glimmdraht für eine Verdampfung der Flüssigkeit.
Viele Eltern sind verunsichert: Was ist das überhaupt? Sind Shishas erlaubt? Wie gesundheitsschädlich sind sie? Derzeit sind zwei Varianten bei Jugendlichen beliebt: Außer der E-Shisha gibt es noch die aus dem Orient bekannte Wasserpfeife, die mit und ohne Tabak geraucht werden kann.
Das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg hat sich erst Mitte März dafür ausgesprochen, elektronische Inhalationsprodukte wie E-Zigaretten und E-Shishas genauso zu behandeln wie herkömmliche Zigaretten. Mit dem Dampf der Produkte inhalierten die Jugendlichen die atemwegsreizende Grundsubstanz Propylenglykol. „Teilweise enthält der Dampf auch krebserzeugende Substanzen wie Formaldehyd, Nickel oder Chrom“, warnen die Krebsforscher. Die Langzeitfolgen einer häufig wiederholten Inhalation dieses Chemikaliengemischs seien noch unbekannt.
Mindestens genauso beliebt wie E-Shishas ist die „echte“ Shisha-Wasserpfeife. Auch hier sehen Experten für Jugendliche eine Gefährdung.

Viele Menschen glauben, dass das Rauchen von Wasserpfeifen (Shishas) harmloser sei als das von Zigaretten oder Pfeifen und außerdem nicht süchtig mache. „Das stimmt nicht“, teilt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit. Tabakrauch bleibe ein Giftgemisch - auch wenn er aus einer Wasserpfeife komme. Durch das üblicherweise lange Rauchen einer Wasserpfeife nehme der Körper sogar deutlich mehr Nikotin auf als durch das Rauchen einer Zigarette. „Das regelmäßige Rauchen der Pfeife kann also sehr wohl süchtig machen“, heißt es auf der Homepage der BZgA (www.rauch-frei.info).
Der Tabak in der Wasserpfeife verbrennt nicht, sondern er verschwelt bei niedrigen Temperaturen. Das Wasser in der Pfeife kühlt dabei nur den Qualm, filtert aber keineswegs - wie oft behauptet - giftige und krebserzeugende Stoffe heraus. Darüber hinaus besteht speziell beim Wasserpfeife-Rauchen die Gefahr einer Übertragung von Lippenbläschen (Herpes), Gelbsucht (Hepatitis) und der Lungenkrankheit Tuberkulose, wenn das Mundstück nicht vor jedem Zug einer anderen Person gewechselt wird.
Zunehmend mehr Jugendliche nutzten Shisha-Pfeifen ohne Tabak. Dabei werden Dampfsteine verwendet, die aus porösem Vulkangestein bestehen. Diese enthalten kein Nikotin, sondern sind mit Aromastoffen getränkt, die beim Erhitzen in Form von Rauch und Nebel freigesetzt werden. Im Gegensatz zum Tabak, der erst an Heranwachsende ab 18 Jahre verkauft werden darf, können bereits 15-Jährige die Duftsteine kaufen.

Das sieht Josef Nikolaus, Leiter der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention der Diakonie in Buchholz, sehr kritisch: „Das Rauchen wird so verharmlost.“ Es sei nicht auszuschließen, dass Jugendliche früher oder später auf echten Tabak umsteigen. Und was rät er Eltern, deren Kinder Shisha rauchen möchten? „Am wichtigsten ist, mit den Kindern im Gespräch zu bleiben und die eigentliche Motivation für das Rauchen herauszufinden“, sagt Nikolaus. „Welche Wirkung erhoffen sich die Jugendlichen? Geht es ihnen um ihr Befinden, die Stimmung und die Zugehörigkeit im Freundeskreis?“


Hintergrund:
In den vergangenen Jahren ist das Rauchen der Wasserpfeife in Deutschland immer beliebter geworden, insbesondere bei Jugendlichen. Insgesamt gaben 38 Prozent der zwölf- bis 17-jährigen Jugendlichen in Deutschland an, bereits Shisha geraucht zu haben. In Hamburg soll es bereits jeder zweite Schüler versucht haben. Die Tendenz ist steigend.
Die Wasserpfeife (Shisha, ab 15 Euro) ist arabischen Ursprungs. Sie besteht aus einem wassergefüllten Glasgefäß, einem Tongefäß für den Tabak, einer Rauchsäule mit Ventil und einem Schlauch mit Mundstück. Auf das gefüllte Tongefäß werden ein Metallsieb oder eine durchlöcherte Alufolie und glühende Kohle gelegt. Der Rauch wird zunächst durch ein mit Wasser gefülltes Gefäß gezogen.
Wasserpfeifentabak besteht aus einer Mischung von Tabak, Melasse, Glycerin und Aromastoffen. Er unterscheidet sich vom Zigarettentabak durch einen höheren Anteil Feuchthaltemittel.