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Ein Empfang mit echtem Inhalt - Jesteburger Vereine und Institutionen luden zum traditionellen Neujahresempfang

Sie hatten zum Neujahrsempfang eingeladen (v. li.): GeWerbekreis-Vize Edgar Romanowski, Nadine Ohmann, Dr. Andreas Bertow, Iris Strunk (alle Oberschule Jesteburg), Pastorin Ellen Kasper, Carola von der Lieth (St. Martins-Kirchengemeinde) und Bürgermeister Udo Heitmann
 
Sang zwei Lieder für die Gäste: Oberschullehrerin Julia Rieck
mum. Jesteburg. Das war ein gelungener Neujahrsempfang! Während vergleichbare Termine mitunter recht langweilig sein können, zeigte die Gemeinde Jesteburg am vorigen Sonntag, dass es auch anders geht. Allerdings liegt das an der Tradition, dass nicht ausschließlich die politische Gemeinde, sondern stets die Kirchengemeinde St. Martin, der GeWerbekreis und jeweils ein Verein, beziehungsweise eine Institution, die Organisation übernehmen. In diesem Jahr war die Oberschule dran. Und das Schulleitungsteam - bestehend aus Iris Strunk, Nadine Ohmann und Dr. Andreas Bertow - sorgte für den emotionalen Höhepunkt des Abends. Sie brachten Musiklehrerin Julia Rieck mit. Die gerade nach Jesteburg gezogene Pädagogin sang ein französisches und ein deutsches Lied - und verzauberte damit alle Besucher.
Der Auftritt von Julia Rieck - aber auch der der beiden Schüler Moritz Sasse und Nicolas Plucinski am Klavier - zeigt, welches Potenzial in der Oberschule heranwächst. Inzwischen unterrichten 45 Lehrer dort fast 500 Schüler. „Wir sind mit der Entwicklung sehr zufrieden“, so Strunk, die den Abend nutzte, um für „ihre Vison“ zu werben. „Wir wünschen uns, dass es irgendwann möglich ist, an unserer Schule die Prüfungen für alle Bildungsabschlüsse zu machen.“ Derzeit müssen Jugendliche für das Abitur auf eine Integrierte Gesamtschule oder ein Gymnasium wechseln.
Inhaltlich fesselte die Rede von Kirchenvorsteherin Carola von der Lieth die Besucher. Sie zeigte auf, in welcher Situation die Kirche sich - nicht nur in Jesteburg - befindet. „In den konfessionell neutralen Kitas werden Kindern keine Inhalte des Kirchenjahres vermittelt. Die kirchlichen Hochfeste werden aber mit Adventskalender, Kerzen, Sternen sowie mit dem Bemalen von Eiern und einem so genannten Osterfrühstück begangen“, so von der Lieth. Selbst im Kindergottesdienst seien Eltern geschockt, wenn es in der Passionszeit tatsächlich um das Leiden Jesus geht. „In der Schule sind dann bereits andere Religionen das vorherrschende Thema. Bis zur 10. Klasse hat ein Kind mehrfach über Buddhas vier Ausfahrten referiert oder die fünf Säulen des Islam gelernt, aber nichts über die Bergpredigt oder die Bedeutung der Taufe erfahren.“ Das mache sich auch in der Zahl der Gemeideglieder bemerkbar. „Heute ist nicht einmal mehr die Hälfte der etwa 7.600 Jesteburger Mitglied in der Kirche.“ Um 1842 - als die Kirche entstand - war die Zahl der Einwohner und Kirchenglieder nahezu identisch.
Wenn man an diesem Abend das Haar in der Suppe suchen möchte, dann bei den Rednern. Edgar Romanowski, Carola von der Lieth, die Schul-Vertreter und der Bürgermeister brachten es zusammen auf mehr als 90 Minuten Redezeit. Eigentlich nicht viel, doch gewöhnlicherweise reden die Jesteburger wahrend des Empfangs lieber miteinander, als dass sie zuhören. So war es schließlich Grünen-Fraktionchefin Elisabeth Meinhold-Engbers, die Heitmann gestenreich zu verstehen gab, zum Schluss seiner Rede zu kommen. Der Bürgermeister folgte der Anweisung sofort.