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„Ein Ort zum Schlafengehen!“

Am Samstag hatte das WOCHENBLATT über die jüngsten Entwicklungen in der Jesteburger Geschäftswelt berichtet

Leser kommentieren Geschäftssterben im Dorf / Dr. Katrin Pinninghoff-Buss wünscht sich niedrigere Miete.

mum. Jesteburg. „Wenn in Jesteburg nicht bald etwas geschieht, dann werden noch viele weitere Geschäfte schließen!“ Mit ihrem Appell an Politik und Vermieter hat Anja Sauermann, die Inhaberin des Damen-Fitness-Studios „Beautyworld AS“, versucht, die Jesteburger aufzurütteln. Wie am Samstag berichtet, wird Sauermann aufgrund der hohen Mietforderung ihr Studio zum 31. März schließen und neue Räume in Holm-Seppensen beziehen. Unter anderem beklagte Sauermann, dass Eigentümer nicht bereit sind, in ihre Immobilien zu investieren. Erste Reaktionen auf die Sauermann-Kritik ließen nicht lange auf sich warten.
• Ulrike Hanky-Mehner (Im Lohmoor 30) schreibt: „In welcher selbstherrlichen Vergangenheit leben Jesteburgs Politiker und Vermieter? Die Hauptstraße ödet vor sich hin, viele Immobilien sind heruntergekommen und leider lassen auch diverse Geschäftsleute bei der Optik ihrer Läden und Büros Einsatz und Geschmack vermissen. Kein Wunder, dass die Kunden hier kein Einkaufserlebnis mehr suchen - zumal uns im nahen Umfeld gerade kleine Orte vormachen, wie sich mit vereinten Kräften ein schönes Dorfbild gestalten lässt. Auch die Belebung durch Veranstaltungen überlässt man in Jesteburg der privaten
Initiative engagierter Einzelner wie Ole Bernatzki. Eine Vermietung des Gesundheitszentrums ist zwar grundsätzlich wünschenswert. Indes ist Jesteburg nicht damit gedient, wenn die Hauptstraße zukünftig allein wie ein Themenpark rund um Alter und Gebrechen daherkommt.“
• Wilfried Gerhard (Ginsterkamp 4) kommentiert den Bericht so: „Ja, es muss was geschehen. Aber das ist einfacher gesagt als getan. Jesteburg ist ein attraktiver Wohnort, aber gleichzeitig ein höchst unattraktiver Geschäftsort. Wenn es Jesteburg nicht gelingt, in irgendeiner Weise ein Zen-
trum, eine Ortsmitte, auszubilden, wenn es nicht gelingt, wenigstens anfangsweise eine verkehrsfreie, zum Einkaufen, Kaffeetrinken, Bummeln und Verweilen einladende Ortsmitte zu entwickeln (möglicherweise um den Niedersachenplatz herum), wenn dann noch Investmentspezis horrende Mieten von ihren Geschäftspartnern erpressen, dann bleibt Jesteburg, was es ist: Ein guter Ort zum Schlafengehen.“
• Auch die Nachricht von Architekt Axel Brauer, dass die Gemeinschaftspraxis von Dr. Petra Leschig und Dr. Katrin Pinninghoff-Buss nicht in sein geplantes Gesundheitszentrum auf dem ehemaligen Clement-Areal einziehen wird, bleibt nicht unkommentiert.
Dazu schreibt Dr. Katrin Pinninghoff-Buss: „Ich habe nicht generell abgesagt. Ich habe Herrn Brauer lediglich mitgeteilt, dass wir als Gemeinschaftspraxis bei ihm kein Mietinteressent mehr sein können, weil Frau Leschig den Ort verlassen wird. Dass ich als Einzelpraxis (da es nicht absehbar ist, ob ich wieder einen Partner finde) eine andere Kosteneffizienz als eine Gemeinschaftspraxis habe, sollte jedem klar sein. Insofern kann ich keine deutlichen Kostenanstiege zur bisherigen Miete für meine Alt-Räume finanzieren, geschweige denn, einen hohen fünfstelligen Kostenbeitrag für einen Praxisausbau bezahlen. Wenn das Gesundheitszentrum mir deutlich entgegenkommt, kann man darüber noch mal nachdenken.“ Niemandem werde verborgen geblieben sein, dass es generell schwer ist, Allgemeinmediziner auf das Land zu bekommen mit Hausbesuchen, langen Fahrtwegen und der Verantwortung bei relativ unattraktiven Verdienstmöglichkeiten. Das betreffe nicht nur Jesteburg. Dr. Katrin Pinninghoff-Buss: „Mein größtes Anliegen ist es, den Praxisstandort für meine Patienten zu erhalten. Nur mit einer vernünftigen Kostenstruktur kann ich die Arbeitsplätze meines qualifizierten Praxisteams erhalten und somit eine kompetente qualifizierte medizinische Versorgung in Jesteburg gewährleisten.“

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