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Ein ungewöhnlicher Geburtstagswunsch

Carola von der Lieth (li.) und Almut Andersson mit einem kleinen Modell des Lesepults vor der Werkstatt der Holzbildhauermeisterin. Sie stehen hinter einem Baumstamm, aus dem die Künstlerin eine weitere Arbeit schnitzt (Foto: Carolin Wöhling)
 
Die St. Martins-Kirche in Jesteburg feiert in diesem Jahr ihr 175-jähriges Bestehen. Zum „Geburtstag“ hat der Kirchenvorstand einen besonderen Wunsch: ein neues Lesepult. Holzbildhauermeisterin Almut Andersson (Foto) hat bereits einen Entwurf vorgestellt, der sehr gut ankam. Nur die Finanzierung ist noch offen. (Foto: Carolin Wöhling)
mum. Jesteburg/Eddelsen. Was schenkt man einer Kirche zum Geburtstag? Die Jesteburger St. Martins-Kirche feiert in diesem Jahr ihren 175. Geburtstag. „Das alte Lesepult ist wuchtig und nimmt viel Raum ein, bei Veranstaltungen müssen wir es hinaustragen“, sagt Kirchenvorsteherin Carola von der Lieth, die auch Vorsitzende des Kultur- und Kunstausschusses der Kirchengemeinde ist. Ein neuer, leichter wirkender Ambo - so nennt man in der lutherischen Kirche das Pult, von dem das Evangelium vorgetragen wird - wäre ein schönes Geschenk der Jesteburger an ihre Kirche. Für die Umsetzung konnte von der Lieth die Holzbildhauermeisterin Almut Andersson aus Eddelsen gewinnen.
Von ihrem ersten Modell ist der Kirchenvorstand begeistert. „Wir laden alle Kirchgänger und Jesteburger ein, unserer Kirche dieses Lesepult zum Geburtstag zu schenken. Die Namen aller Spender werden auf einer Platte am Lesepult verewigt, so sie es denn möchten“, sagt von der Lieth. Ihren Entwurf stellt die Künstlerin am Sonntag, 14. Mai, im Gottesdienst vor. Zum 175. Geburtstag am 17. Dezember soll das Pult dann eingeweiht werden. Die Predigt wird Landessuperintendent Dieter Rathing halten, nach dem Gottesdienst sind alle zum gemeinsamen Mittagessen und einer Gemeindefeier eingeladen.
In der 1842 von Friedrich August Ludwig Hellner (1791-1862) erbauten St. Martins-Kirche befindet sich die Kanzel direkt über dem Altar. „Die Kanzel wird eigentlich nicht genutzt, um nicht ‚von oben herab‘ zu predigen. Das Lesepult stammt aus den 1960er Jahren und versperrt den Blick für manche Gottesdienstbesucher“, sagt Carola von der Lieth. In der Buxtehuder St. Petri-Kirche sah sie ein von der Holzbildhauermeisterin Almut Andersson gefertigtes Lesepult und war begeistert.
„Ich habe die Kirche auf mich wirken lassen, denn dort steckt ja sehr viel Symbolik im Wenigen. Nach den Ideen des Kirchenvorstands sollte das Lesepult kein Kontrapunkt sein, sich einfügen, aber gleichzeitig auch abheben“, sagt Almut Andersson. Ihre Ideen übertrug sie auf ein Modell. Danach hat das Lesepult eine strukturierte Front in den Farben der Kirche. „Diese Struktur nimmt das Natürliche auf, schafft ein wenig Bewegung auf dem Holz“, so Andersson. Darauf ist ein schlichtes, zartes Kreuz und eine vergoldete Taube zu sehen, weiter oben die Symbole der vier Evangelisten in einem goldenen Rahmen, der Löwe für Markus, der Adler für Johannes, der Engel für Matthäus und der Stier für Lukas. Um das Pult leicht und transparent wirken zu lassen, hat es keine Seitenteile. Unterhalb der Oberfläche sind auf der rechten Seite Stäbe aus gewachsenem Naturholz in einem Rahmen eingesetzt. Diese Stäbe sollen vergoldet werden. „Das Gold wirkt warm, es strahlt und geht dem Betrachter ins Auge und ins Herz“, so die Bildhauerin. Das aufklappbare Pult ist mit einem goldenen Kreuz verziert. Auf dem Hittfelder Friedhof steht übrigens eine Eichenskulptur der Künstlerin.
„Ich finde es wunderbar, wie Almut Andersson sich in unsere Kirche hineingedacht und unsere Ideen umgesetzt hat. Es ist nicht nur ein Lesepult, sondern ein richtiges Kunstwerk“, sagt Carola von der Lieth. Das Lesepult wird etwa 5.000 Euro kosten.

Wer für das Lesepult spenden möchte

Kirchengemeinde Jesteburg
IBAN DE 40 2075 0000 0090 4017 20
Verwendungszweck 1: 5118 Ambo
Verwendungszweck 2: Spendername und Adresse.
Eine Spendenbescheinigung wird ab 50 Euro ausgestellt.

Schmuck- und bilderloser Schlichtheit

Der Architekt und Konsistorialbaumeister Friedrich August Ludwig Hellner (1791-1862) aus Hannover entwarf die St. Martins-Kirche mit ihrer eindeutig evangelisch-lutherischen Prägung in schmuck- und bilderloser Schlichtheit. Der klassizistische Bau aus dem Jahr 1842 ist in den 18 Kirchengemeinden des Kirchenkreises Hittfeld und der gesamten Umgebung einzigartig. Die Kanzel befindet sich direkt über dem Altar, ist mit diesem baulich verbunden und symbolisiert Martin Luthers Maßgabe der Gleichwertigkeit von Wort und Sakrament - Predigt und Abendmahl.
• Weitere Infos unter www.kirchenkreis-hittfeld.de/jesteburg