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Gutes Zeugnis für nachhaltige Waldwirtschaft

Forsteinrichter Ulf Braune erläutert, wie die Bewirtschaftung des Heidewaldes mit ökologischen Aspekten in Einklang gebracht werden kann (Foto: Niedersächsische Landesforsten)
Waldinventur im Forstamt Sellhorn

(mum). Alle Förster des Forstamtes sowie Forstleute aus Fachabteilungen der Landesforsten und des Landwirtschaftsministeriums versammelten trafen sich jetzt, um von den Waldinventur-Spezialisten die Ergebnisse der so genannten "Forsteinrichtung" vorgestellt zu bekommen. Daraus leitet sich die künftige Bewirtschaftung des Landeswaldes auf der Grundlage der "Langfristigen Ökologischen Waldentwicklung" - kurz LÖWE-Programm - ab. Die Forsteinrichtung ist Inventur und Planung gleichermaßen.
Das Treffen findet alle zehn Jahre in den Forstämtern der Niedersächsischen Landesforsten (NLF) statt. Neben der Zustandsaufnahme und einer kritischen Rückschau werden die Regeln und Ziele für die nächsten zehn Jahre festgelegt. Dazu sind die Spezialisten in den vergangenen Monaten durch die Waldbestände gelaufen und haben stichprobenartig in allen Altersklassen und Baumarten-Zusammensetzungen gemessen. Sie erfassten den Holzvorrat, die Waldstruktur, die Verjüngung des Waldes sowie Pflegezustand, Naturschutzaspekte und viele andere Kriterien. Hier wurde den Förstern aus Sellhorn ein gutes Zeugnis für ihre Arbeit ausgestellt.
"Sowohl der Holzvorrat als auch der Nachwuchs von jungem Mischwald, häufig mit hohen Buchenanteilen, haben im Forstamt in den vergangenen zehn Jahren zu deutlich strukturreicheren Wäldern geführt", sagt Forstamtsleiter Lutz Kulenkampff. "Dabei ist der Anteil alter Bäume und des ökologisch wertvollen stehenden, starken Totholzes aus Laubbäumen angewachsen." Vor dem Hintergrund des Klimawandels wird auch die anspruchslose Kiefer auf sandigen Standorten wieder an Bedeutung gewinnen.
Bereits ein Jahr vor der Forsteinrichtung waren Waldbiotop-Kartierer unterwegs gewesen. Diese speziell geschulten Forstleute nahmen die Naturschutz- und FFH-Gebiete in den Landesforsten unter die Lupe. Neben den Flächen innerhalb des Waldes begutachteten sie auch waldfreie Biotope wie Binnendünen, Heideflächen oder Gewässer - Lebensraum vieler seltener Tiere und Pflanzen. Die Daten der Waldbiotopkartierung dienten als Grundlage für die Planungen der Forsteinrichtung.