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Hilfe! Ich suche einen Orthopäden

Warum ist es so schwer, einen Termin beim Facharzt zu bekommen?

In der Not erkennt man, wie hilflos man wirklich ist. Nach einer Woche quälender Rückenschmerzen versuchte ich am Montag einen Termin bei einem Orthopäden zu bekommen.
Gleich der erste Anruf - ein Flop: „Geschlossen wegen Ferien!“ Auf der Homepage des zweiten Arztes war nachzulesen, dass ich auch via E-Mail einen Termin vereinbaren kann. Das tat ich natürlich. Und war von der Antwort wenige Stunden später begeistert: „Als Notfall können Sie sich morgen um 7.30 Uhr telefonisch anmelden. Wir werden dann versuchen, Sie mittags an unsere Sprechstunde anzuhängen und würden dann eine Uhrzeit mit Ihnen besprechen.“
Doch zu früh gefreut. Am Dienstag wählte ich die Nummer der Praxis zwischen 7.25 und 9.36 Uhr bestimmt einige hundert Mal. Ohne Erfolg - immer war besetzt. Als ich begann, bei jedem Wahlvorgang „Bitte, lass jemanden ans Telefon gehen“ zu flüstern, glaubten meine Kollegen, ich verliere den Verstand. Dann - endlich: Freizeichen und eine schnippische Stimme, die mir erklärt: „Für einen Termin ist es jetzt zu spät. Sie hätten früher anrufen müssen. Versuchen Sie es doch morgen noch einmal!“
Das tat ich nicht. Schrieb aber eine erneute E-Mail an das Praxis-Team, um meinem Unmut Luft zu verschaffen. Offensichtlich mit den richtigen Worten. Zumindest wurde ich Dienstagabend von der „Stimme“ darüber informiert, dass der Arzt meine E-Mail gelesen habe und ich am Mittwoch in die Notsprechstunde kommen könnte.
Da ich inzwischen zu einem Arzt nach Hamburg gefahren war, konnte ich auf das Angebot verzichten.
Egal mit wem ich über das Thema spreche, jeder kann ein Lied davon singen, trotz akuter Schmerzen ohne Arzttermin zu bleiben. Und die, die keine Schmerzen haben, warten bis zu einem Jahr auf einen Termin bei einem Facharzt. Ich frage mich, gibt es vielleicht zu wenig Fachärzte im Landkreis? Was läuft da schief?
Danken möchte ich an dieser Stelle aber all den freundlichen Arzthelferinnen, die trotz des vollen Arzt-Kalenders eine Lücke für ihre Patienten finden. Danke!
Sascha Mummenhoff