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"Ich wurde bedroht und beschimpft!": Wie ein Wohnmobil-Besitzer eine Seniorin mit Abgasen schikaniert

Das Wohnmobil steht oft mit laufendem Motor auf einem Parkplatz in Jesteburg. Im Hintergrund das Seniorenheim
mum. Jesteburg. „Ich bin so verzweifelt“, sagt Karin Fischer. „Ich kann nicht verstehen, was in so einem Menschen vorgeht.“ Seit Monaten ist die Frau aus Meckelfeld den Launen eines Jesteburgers ausgesetzt. „Er hat mich aufs Schlimmste beschimpft und zudem bedroht“, sagt Karin Fischer, die inzwischen die Polizei eingeschaltet hat. Dabei wollte sie nur ihre 85-jährige Mutter, die unter einer schweren Demenz leidet, schützen.
Rückblick: Überglücklich war Karin Fischer, als sie einen Platz für ihre Mutter Magda im Jesteburger Seniorenheim am Stubbenhof bekommen hatte. Das war im Januar 2011. Doch seit einem Jahr sind die nahezu täglichen Besuche in Jesteburg für Karin Fischer eine Tortur. Im März bemerkte sie, dass es im Zimmer ihrer Mutter stark nach Diesel roch. „Ich geriet in Panik, dachte es würde irgendwo ein Leck geben“, erinnert sie sich. Als die Frau auf die kleine Terrasse des Seniorenappartements trat, hörte sie das Brummen eines Motors.
Nur wenige Meter von der Terrasse entfernt befindet sich ein Parkplatz - lediglich getrennt durch einen kleinen Wall. Dort stand ein altes Wohnmobil, dessen Motor lief. „Der Gestank war unerträglich“, so Karin Fischer. Da der Auspuff direkt auf das Fenster ihrer Mutter zeigte, beschloss sie den Halter anzusprechen. „Ich wollte ihn nur bitten, den Motor abzustellen oder sich einen neuen Parkplatz zu suchen“, erinnert sich die besorgte Tochter. Doch zu einem Gespräch kam es nicht.
„Der Mann begann sofort, mich zu beschimpfen“, so Karin Fischer. Es seien sehr schlimme Worte gefallen. Später habe er ihr aufgelauert. „Er wollte mich aus dem Auto ziehen“, sagt sie. Doch als die Frau nach ihrem Telefon gegriffen habe, um nach der Polizei zu rufen, verschwand er. Karin Fischer meldete den Vorfall die Polizei. Seit diesem Tag sei die Situation sehr angespannt. „Er lässt den Motor immer noch stundenlang laufen“, sagt Karin Fischer. Ein Pfleger aus dem Seniorenheim bestätigt dies. Bereits zweimal sei die Polizei gekommen. Der Mann sei jeweils mit einem kleinen Bußgeld davongekommen.
Der Gemeinde Jesteburg sind die Hände gebunden. „Der Parkplatz gehört einer Eigentümer-Gemeinschaft“, so Holger Schölzel, Fachbereichsleiter Ordnung. Der Halter wohne in dem Objekt und dürfe sein Fahrzeug dort abstellen.
„Meine Mutter liebt es, wenn die Fenster weit geöffnet sind“, sagt Karin Fischer. „Ich wünsche mir so sehr, dass sie dies bald wieder tun kann, ohne dass es nach Diesel stinkt.“
• Der Wohnmobil-Eigentümer war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.