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In Stücke gerissen

Janine Böhnke möchte mit ihrer Helfer-Gruppe Rehkitze vor dem Tod bewahren (Foto: Hegering Tostedt)

Wieder Kitz vom Mähdrescher erfasst / Hegering richtet Helfer-Gruppe ein.

mum. Jesteburg/Tostedt. Den Anblick wird Heinke Imbeck nicht so schnell vergessen. Am Mittwochmorgen war die Jesteburgerin mit ihren Hunden entlang eines Feldes zwischen Jesteburg und Asendorf spazieren. "Auf einmal schlugen die Hunde an", erinnert sich Heinke Imbeck. Als sie den Hunden, die natürlich angeleint waren, folgte, sah sie ein totes Kitz. "Es war von einem Mähdrescher erfasst und quasi in Stücke gerissen worden", sagt Heinke Imbeck. Sie habe auch das Muttertier gesehen. "Es hat sich dem toten Kitz immer wieder genähert und wirkte total verstört." Diesen Anblick möchte die Jesteburgerin gern anderen Menschen ersparen. Vor allem aber möchte sie verhindern, dass weitere Tiere während der Mahd zu Tode kommen. "Ich appelliere an die Landwirte, Rücksicht zu nehmen."
Tatsächlich beschäftigt das Thema derzeit viele WOCHENBLATT-Leser. Janine Böhnke, Sprecherin des Tostedter Hegerings, möchte auf eine kürzlich ins Leben gerufene Initiative ihres Jagdvereins aufmerksam machen. "Wir haben schon viele Freiwillige mobilisieren können und laufen Wiesen vor der Mahd ab", sagt sie. Außerdem wurde am frühen Mittwochmorgen mit einer Drohne, an der sich eine Wärmebild-Kamera befand, eine Fläche abgeflogen. "Wir konnten im Anschluss ein Rehkitz verscheuchen", so Janine Böhnke. Ein paar Tage später wurden die Helfer auf diese Weise sogar auf drei Kitze aufmerksam, die sich auf Feldern in Kampen und Tostedt aufhielten. "Wir haben die Tiere umgesetzt, sonst wären sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit einem grausamen Tod zum Opfer gefallen."
Da viele weitere Flächen jetzt gemäht werden müssen - der zweite Schnitt steht bereits an - und da noch einige Ricken tragend sind, sucht Janine Böhnke dringend weitere Helfer. "Ich habe eine WhatsApp-Gruppe erstellt und koordiniere die Einsätze."
• Wer die junge Frau bei ihrem Einsatz unterstützen möchte, kann sich gern unter der Rufnummer 0176 - 28615648 informieren.
Auch Ernst Schiffmann aus Wohlesbostel will verhindern, dass weitere Tiere sterben müssen. Sein Rat: "Bereits 24 Stunden vor dem Mähen sollten in der Wiese gelbe Tüten verteilt werden, damit wird das Bild für die Rehe verändert. Außerdem sollte die Wiese von innen nach außen gemäht werden."