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Ist das Jesteburgs neue Zukunft?

Zahlreiche Bürger kamen in das Heimathaus, um zu hören, wie die Experten sich Jesteburg vorstellen
 
Hörten den Vorschlägen der Planer aufmerksam zu: Hans-Heinrich Höper (li.) und Thomas Burmester

Planer stellen Konzept für das Dorfzentrum vor: 11.000 Quadratmeter neue Nutzfläche / Zwei neue Kreisel.

mum. Jesteburg. So einen Ansturm hat das Heimathaus wohl noch nie erlebt. Samtgemeinde-Bürgermeister Hans-Heinrich Höper musste am Donnerstag gemeinsam mit Bauamtsleiter Thomas Burmester sogar Stühle aus dem ersten Stockwerk herunter tragen: Mehr als 100 Bürger wollten hören, wie sich Thomas Wilken vom Planungsbüro "Kontor 21" und die Vertreter des Architekturbüros WRS den Masterplan für die Jesteburger Ortsmitte vorstellen. Und das schon einmal vorab: Die Planer wurden mit viel Applaus für ihre Arbeit gelobt.
Das Motto der Neugestaltung lautet: "Jesteburg, eine lebendige Kulturgemeinde mit hoher Lebensqualität für Alt und Jung". Geht es nach Wilkens Plänen, dann entstehen zwischen Bahnbrücke und Kreuzung Lüllauer Straße/Hauptstraße zahlreiche neue Gebäude mit einer Gesamtfläche von 11.000 Quadratmetern. Das Konzept sieht vor, dass im Erdgeschoss kleine Geschäfte, Dienstleister oder sogar Handwerker Platz finden. In den oberen Geschossen (in der Regel zweigeschossig mit Staffeldach) sind Wohnungen vorgesehen. Vor allem barrierefreie kleinere Wohnungen für Senioren und Singles würden laut Wilken in Jesteburg fehlen. "Wir haben mit allen Grundeigentümern gesprochen", so Wilken. Alle hätten sich dazu bereit erklärt, das Konzept zu unterstützen. Allerdings gebe es keine konkreten Zeitpläne.
Das Konzept kam vor allem auch deswegen gut bei den Jesteburgern an, weil Ideen aus den Bürger-Arbeitskreisen, der Geschäftsleute und Grundeigentümer berücksichtigt worden sind.
Laut Wilken sollen die Kirche und der Spethmann-Platz besser präsentiert werden. Um Platz für Aktionen und 20 Marktstände zu schaffen, wird der Spethmann-Platz in Richtung Seeve erweitert. Am Hanggelände können Sitzstufen entstehen. Der vom Spethmann-Platz steil abgehende Emil-Bartz-Weg ist barrierefrei zu gestalten. Zudem soll das Pflaster des Platzes über die Straße hinaus gehen, um ihn auch optisch aufzuwerten.
Besonders neugierig verfolgten die Gäste die Vorstellungen für das Clement-Areal. Während ein Konzept eine reine Nutzung für Kunst und Kultur vorsieht (unter anderem Wohnungen für Stipendiaten), vereint das zweite Konzept Kultur, Gewerbe und Wohnungen.
Weitere Ideen: Die Tankstelle mitten im Ort wird abgerissen: Stattdessen entsteht auch dort ein Gebäude für Gewerbe und Wohnen.
Auf dem Areal der Schule am Sandbarg werden alte Gebäude abgerissen. Die Sporthalle bleibt erhalten. In einer verbleibenden Immobilie soll eine Einrichtung für Tagespflege entstehen. Zudem ist der Neubau einer Krippe geplant. Für die Verwaltung sieht das Konzept neue Sitzungsräume vor. Positiv: 66 neue Parkplätze entstehen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Entwicklungskonzeptes ist der Verkehr: "Kontor 21" möchte zwei Kreisel schaffen. Einer soll an der Ecke Hauptstraße/Lüllauer Straße entstehen, der andere nur wenige Meter weiter an der Einmündung Hauptstraße/Sandbarg. Das Wohnhaus der Familie Baden & Meyer müsste dafür weichen. "Wenn die Gemeinde das Grundstück erwirbt, ist auch noch Platz für zwei versetzt angeordnete neue Häuser", so Wilken. Die zu schmalen Fußwege in der Dorfmitte sind zu verbreitern, zudem empfahl er Vorplätze im einheitlichen Design. Außerdem soll es mehrere "Inseln" als Querungshilfen geben. "Für die Hauptstraße empfehlen wir einen abgestrichelten Bereich für Radfahrer", so Wilken.
Und so geht es jetzt weiter: Im Laufe dieser Woche soll das Konzept auf der Homepage der Gemeinde Jesteburg (www.jesteburg.de) veröffentlicht werden. Es folgen weitere öffentliche Vorstellungen im Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur (22. Mai) und im Bau-, Planungs- und Wegeausschuss (29. Mai). Zudem ist eine Gemeindeklausur im Juni vorgesehen. "Die Politik muss jetzt entscheiden, was sie aus dem Konzept umsetzen möchte", sagt Wilken.