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Jesteburg: Grabenclub sagt Osterfeuer ab

Das Osterfeuer in Jesteburg war sehr beliebt. Bis zu 2.000 Besucher kamen jedes Jahr (Foto: oh)
 
Das Jesteburger Osterfeuer ist sehr beliebt. Bis zu 2.000 Besucher kamen stets an den Schierhorner Weg (Foto: oh)

Schwerer Schlag für Jesteburg: In diesem Jahr wird es zum ersten Mal nach mehr als 20 Jahren kein Osterfeuer geben. Die Mitglieder des Grabenclubs, die die Veranstaltung stets organisiert haben, wollen nicht mehr. Schuld seien immer größere behördliche Auflagen, Nachbarn die sich über den Rauch beschweren und Besucher, die ihre eigene Getränke mitbringen.

mum. Jesteburg. Das ist ein Paukenschlag für Jesteburg: Dieses Jahr wird es kein Osterfeuer in der Gemeinde geben! „Wir haben uns dazu entschlossen, die Veranstaltung nicht zu organisieren“, sagt Carsten Keller. Er ist Vorsitzender des Jesteburger Grabenclubs von 1979. Seit mehr als 20 Jahren zeichnen die etwa 40 Mitglieder für das beliebte Event verantwortlich. Zuletzt waren bis zu 2.000 Besucher zum Schierhorner Weg gekommen, um das Spektakel unter den Funktürmen mitzuerleben.
Für das Aus nennt Keller mehrere Gründe. Vor allem haben die vielen Auflagen den Verein dazu bewogen, nicht wieder die Organisation zu übernehmen. Unter anderem hätten umfangreiche Genehmigungen - beispielsweise beim Gesundheitsamt - beantragt werden müssen. „Außerdem haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend mehr Anwohner über die Rauchbelästigung beschwert, so dass auch dort mit Einschränkungen zu rechnen gewesen wäre“, sagt Keller. Zudem hätten immer mehr Besucher ihre eigenen Getränke mitgebracht. Die Mitglieder des Grabenclubs seien auf ihren Kosten sitzen geblieben. Dabei kann man den Organisatoren nicht einmal vorwerfen, ihre Gäste mit zu hohen Preisen dazu gezwungen zu haben. Ein Bier (0,3 Liter) gab es für 2,50 Euro. „Wir hatten die ganze Arbeit und mussten zudem das finanzielle Risiko tragen.“
Bereits sechs Wochen vor dem Osterfeuer begannen die Mitglieder mit den Vorbereitungen. Jedes Wochenende koordinierten sie die Anlieferung des Buschwerks am Schierhorner Weg. „In der letzten Woche vor der Veranstaltung waren wir sogar täglich im Einsatz“, sagt Carsten Keller. Doch der hohe Zeitaufwand sei nicht entscheidend gewesen, das Event abzusagen. „Wir sind alle mit so viel Spaß dabei, dass wir die ganze Arbeit gern auf uns genommen haben“, so der Vorsitzende. „Doch die anderen Gründe überwiegen einfach.“ Im Internet heißt es zudem, dass sich die Grabenclub-Mitglieder von jugendlichen Gästen häufig beschimpfen lassen mussten.
In Jesteburg ist man über die Absage entsetzt: „Das gefällt mir gar nicht“, heißt es beispielsweise auf der Facebook-Seite „Mein Jesteburg. „Aber ich kann die Argumente verstehen.“ Da das Osterfeuer immer eine rundum gelungene Veranstaltung gewesen sei, ist es klar, dass jetzt alle traurig und enttäuscht sind. „Vielleicht findet sich ja irgendjemand, der die Tradition weiterführt.“
Der Jesteburger Grabenclub ist bekannt für rauschende Feste: Zum Sommerfest am Lohhof kamen bis zu 1.000 Besucher. Auch dieses Event findet bereits seit Jahren nicht mehr statt. Jetzt das Aus für das Osterfeuer. „Wir denken darüber nach, eine andere Veranstaltung zu organisieren“, sagt Carsten Keller. Genaueres werde aber noch nicht verraten.