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Jesteburger Wache feierlich eröffnet

Ein einmaliger Anblick bot sich kürzlich den Jesteburgern. Alle Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr - sogar die Jugend - waren angetreten. Anlass war jedoch kein Einsatz, sondern der Bezug des neuen Feuerwehrhauses. Gemeinsam ging es in voller Einsatzbekleidung vom alten Gerätehaus einmal quer über die Straße zur neuen Wache. Die „Nachhut“ bildeten die Fahrzeuge (Foto: Dennis Tschense)
 
(Foto: Dennis Tschense)

Mit 3,85 Millionen Euro ist die neue Wache der Freiwilligen Feuerwehr Jesteburg die teuerste Investition seit Bestehen der Samtgemeinde Jesteburg. Jetzt wurde das neue Zuhause der ehrenamtlichen Retter offiziell eingeweiht. Zuvor zogen die Kameraden in einer langen Karawane ins neue Domizil um.


Stolz auf dieses Haus

mum. Jesteburg. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr in Jesteburg haben allen Grund zur Freude: Am vergangenen Samstag wurde ihr Gerätehaus-Neubau offiziell eingeweiht. Samtgemeinde-Bürgermeister Hans-Heinrich Höper übergab das 3,85 Millionen Euro teure Gebäude an die Kameraden. Mit 15 Monaten lagen die Bauarbeiten im Zeitplan.
Das neue Zuhause der Jesteburger Feuerwehr besteht aus einer Fahrzeughalle mit sieben Stellplätzen für Großfahrzeuge sowie einer angrenzenden Waschhalle. Drei Schulungsräume in unterschiedlichen Größen bieten ausreichend Platz für die theoretische Ausbildung der Kameraden. Auch die Jugendfeuerwehr hat eigene Räumlichkeiten. Viele Funktionsräume bieten zudem ausreichend Platz, um das umfangreiche feuerwehrtechnische Equipment lagern und vorhalten zu können. Auch der Fachzug „Spüren und Messen“ hat in dem Gebäude einen gesonderten Bereich.
„Die beengenden Platzverhältnisse am alten Standort, bei dem nicht mehr als zwei Fahrzeuge im Feuerwehrhaus untergebracht werden konnten, gehören von nun an der Vergangenheit an“, sagt Feuerwehr-Sprecher Dennis Tschense. Das neue Gebäude biete mit seiner Größe nicht nur Platz für die Feuerwehr Jesteburg, sondern steht allen Kameraden der Samtgemeinde zur Verfügung. Dazu zählen vor allem die Funktionsräume. Künftig können unter anderem Verbrauchsmaterialien zentral gelagert werden.
Besonders stolz zeigte sich der Ortsbrandmeister Joachim Röhrs in seiner Rede von der Leistung der Kameraden während der Bauzeit. Insgesamt wurden durch die Feuerwehrleute ehrenamtliche Tätigkeiten von mehr als 15.000 Stunden geleistet.
Auch der Freundeskreis der Feuerwehr habe erhebliche finanzielle Mittel für den Neubau zur Verfügung gestellt. Insgesamt wurde Ausstattung in Höhe von 40.000 Euro von den Freundeskreis-Mitgliedern zur Verfügung gestellt.
Lobende Worte fand auch Kreisbrandmeister Vollker Bellmann. „Das Ziel jeder Feuerwehr muss es sein, nicht nur neue Mitglieder zu gewinnen, sondern diese zu halten.“ Jesteburg sei hier ein gutes Beispiel, denn der Personalstand sei seit Jahren hoch.
Ein besonderes Geschenk überreichte Hermann Meyer (Mitglied des Arbeitskreises für Heimatpflege) den Kameraden - ein mehr als 100 Jahre alter Feuerwehrhelm. Er wird einen besonderen Platz in der neuen Wache bekommen.

Bis zu 120 Einsätze im Jahr

Der Freiwilligen Feuerwehr Jesteburg - sie wurde am 22. Juni 1929 gegründet - gehören derzeit 87 aktive Mitglieder an - davon sind 13 Frauen. Durchschnittlich werden sie zu zwischen 80 und 120 Einsätzen im Jahr gerufen. In der Alters- und Ehrenabteilung sind zwölf Mitglieder organisiert. Im Nachwuchsbereich ist Jesteburg gut aufgestellt: Die Jugendabteilung zählt 23 Mitglieder (vier Mädchen). Außerdem gibt es eine Warteliste. Noch in diesem Jahr soll zudem eine Kinderwehr an den Start geben. Dort stehen zu Beginn zehn Plätze zur Verfügung.
Jesteburg ist als so genannte Stützpunktfeuerwehr eingestuft. Daraus ergeben sich Mindestanforderungen hinsichtlich der Fahrzeugausstattung und Personalstärke. In Jesteburg ist der Zug „Spüren und Messen“ angesiedelt. Dabei handelt es sich um Experten im Bereich von chemischen Gefahren. Der Zug kommt dann zum Einsatz, wenn etwa bei Unfällen oder Bränden unbekannte oder gefährliche Stoffe freigesetzt werden. Dazu ist das Fahrzeug mit Messgeräten und anderem Spezialequipment ausgestattet. Sobald der Verdacht besteht, das chemische Schadstoffe an der Einsatzstelle vorhanden sind, ist es die Aufgabe des Fachzuges, diesen Verdacht nachzuweisen.
Außer dem Gerätewagen „Messtechnik“ verfügt die Jesteburger Wehr noch über ein Löschgruppen- und ein Tanklöschfahrzeug sowie über einen Rüstwagen „Gefahrengut“ und einen Mannschaftstransportwagen. Ein weiterer Mannschaftstransportwagen wird Ende des Jahres in Dienst gestellt.
Große Unterstützung erfährt die Freiwillige Feuerwehr Jesteburg durch den Förderkreis, dem mehr als 200 Mitglieder angehören. Sie entscheiden selbst, mit welchem Jahresbeitrag sie die Wehr unterstützen. Zusätzlich helfen sie mit Spendenaktionen.
• Mehr Informationen gibt es im Internet unter www.feuerwehr-jesteburg.de.

Anpacken zum Wohl der Gemeinschaft

Das ist typisch für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Jesteburg! Sie packen selbst an! Ein Beispiel: Obwohl das Wetter nicht sonderlich freundlich war, ließen es sich etwa 60 Feuerwehrleute sowie Mädchen und Jungen der Jugendwehr nicht nehmen, vor dem Baubeginn das stark verschmutzte Grundstück auf dem heute die neue Feuerwache steht, zu räumen. Auf dem ehemaligen Gärtnereigrundstück waren noch zahlreiche Plastiktöpfe und andere Pflanzutensilien zu finden. Zudem steckten in den Beeten Plastikplanen und Wasserrohre. Nach mehr als acht Stunden hatten die Helfer etwa 90 Kubikmeter Abfall zusammengetragen und in zwei große Container verladen.
Ortsbrandmeister Joachim Röhrs freute sich damals, dass sich so viele Feuerwehrleute und Mitglieder der Jugendfeuerwehr an der Aktion beteiligten. Zur Belohnung gab es damals für alle Helfer Grillwurst - zur Verfügung gestellt von der Landschlachterei Cordes.