Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Kerngesunder Nachwuchs

Einmal zum Wiegen bitte: Die rund zwei Monate alte Schneeleoparden-Katze wiegt gut vier Kilogramm (Foto: Wildpark/Thomas Ix)

Der Medien-Ansturm war groß, als die drei Schneeleoparden-Babys kürzlich im Wildpark Lüneburger Heide präsentiert wurden. Sogar TV- und Radiosender waren vor Ort. Ab Montag sollen die Tiere der Öffentlichkeit präsentiert werden. Tierarzt Jörg Kaling (re.) und Tierpfleger Jens Pradel gaben grünes Licht. Außerdem müssen noch drei Namen gefunden werden.

mum. Hanstedt-Nindorf. Für die drei Schneeleoparden-Mädchen, die vor zwei Monaten im Wildpark Lüneburger Heide in Hanstedt-Nindorf zur Welt gekommen sind (das WOCHENBLATT berichtete), stand jetzt der erste ärztliche Routinecheck an. Für den Hanstedter Tierarzt Jörg Kaling ist das ein besonderer Termin. „Wer hat schon das Privileg, Schneeleoparden untersuchen zu dürfen? Das ist definitiv ein Tag, der zur Arbeitszufriedenheit eines Tierarztes beiträgt“, sagt Kaling, der sehr angetan von der Entwicklung der Raubkatzen ist. „Herztöne, Atmung, Zähne und Augen - alles ist in allerbester Ordnung“, bestätigt Kaling. Auch das Gewicht der Schneeleoparden-Mädchen, das von rund 3.700 bis etwa 4.100 Gramm reicht, ist dank der guten Pflege durch Mutter Aziza prächtig. Am Ende der Untersuchung - auch das gehört zur Routine - setzt der Tierarzt den drei Katzen noch eine Impfspritze und pflanzt einen elektronischen Chip unter die Haut, mit dessen Hilfe jedes Tier eindeutig identifiziert werden kann. Der Chip, so etwas wie ein Personalausweis, enthält eine Nummer, zu der zahlreiche Daten gespeichert sind. Darunter Rasse, Geschlecht, Geburtsdatum, Augenfarbe, durchgeführte Impfungen oder besondere Merkmale des Tieres.
Auch Tierpfleger Jens Pradel ist überglücklich, dass „seine“ Katzen solche Wonneproppen sind, denn auch für ihn sind die ersten Wochen und Monate immer eine aufreibende Zeit.
„Wir geben den drei Mädchen jetzt noch ein Paar Tage Zeit, um die Impfung zu verdauen, aber wir wollen unsere Besucher nicht länger auf die Folter spannen“, kündigt Pradel an. Am Montag, 10. Juli, um 10 Uhr sollen die Raubkätzchen zum ersten Mal einen Ausflug ins Gehege machen - natürlich unter den wachsamen Augen von Mutter Aziza und auch von Jens Pradel. „Was wir jetzt noch brauchen, sind Namen für die Babys“, meint Pradel und ruft dazu auf, über die Wildpark-Facebook-Seite Namensvorschläge zu posten. Einzige Bedingung: der Anfangsbuchstabe muss ein „B“ sein. Eine Jury aus dem Wildpark-Team wird am Ende aus den eingesandten Vorschlägen drei Namen auswählen. Die Gewinner dürfen sich auf ein exklusives Treffen mit Jens Pradel und den Schneeleoparden-Katzen im Gehege freuen.
Bevor Jörg Kaling seine nächsten Patienten im Wildpark besucht, denn auch Poitou-Esel „Hermann“ und ein kleiner Zwergesel müssen noch ihren Chip erhalten, nimmt er eine der Katzen nochmal auf den Arm und kuschelt ausgiebig mit ihr. „Das muss man ausnutzen. Wer weiß, wann ich das nächste Mal die Gelegenheit dazu habe“, schmunzelt der Tierarzt.