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Krippenplätze: Was läuft da falsch?

Obwohl es seit dem 1. August einen Anspruch auf Betreuung gibt, fehlt es offensichtlich im Landkreis Harburg an Plätzen (Foto: Pierroa/pixelio.de)

Eltern beschweren sich über Krippenplatz-Vergabe / „Die Gemeinden machen es sich zu leicht!“

(mum). „Haben Sie einen Krippenplatz für Ihr Kind?“, fragte das WOCHENBLATT in seiner Ausgabe am 31. Juli. Denn ab dem 1. August hat jedes Kind ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Anspruch auf Betreuung - in einer Krippe, beziehungsweise Tagesstätte oder bei einer Tagesmutter. Während die Gemeinden das Thema offensichtlich entspannt angehen, gibt es Eltern, die längst auf Zinne sind. Ein paar Beispiele aus Jesteburg, Buchholz und Rosengarten:
• Malte Heitmann aus Jesteburg erhebt schwere Vorwürfe gegen die Gemeinde. Seine Frau wollte in diesen Tagen wieder ins Berufsleben starten. „Aus diesem Grund haben wir uns bereits vergangenes Jahr in der Kita am Sandbarg um einen Platz bemüht“, so Heitmann. Die Antwort: Man solle sich keine Sorgen machen, es gebe genug Plätze. „Später wurde uns mitgeteilt, dass es nur noch einen freien Platz gibt“, erinnert sich der Vater. Um diesen habe sich jemand aus einer anderen Gemeinde beworben. „Man hat uns dann gesagt, dass dieser Antrag wohl abgelehnt werde und wir den Platz bekommen.“ Doch es kam anders. Nach vielen weiteren Nachfragen hätten die Heitmanns von der Kita-Leitung erfahren, dass dieser Platz nun doch nicht an sie geht, sondern an die andere Familie. „Wortwörtlich sagte die Leitung, die Mitbewerber haben politisch Druck gemacht und die Gemeinde hat dann verlangt, ihnen den Platz zuzusprechen.“
• Enttäuscht von der Gemeinde Jesteburg sind auch Maike und Christian Piechotka. Sie suchen für ihre Tochter Mathilda, die im November ein Jahr alt wird, einen Krippenplatz. „Bereits im Januar sagte man uns, dass es eng werden wird, da es mehr Anfragen als Anmeldungen gebe“, erinnert sich Christian Piechotka. Er ärgert sich am meisten über einen Satz in der Absage. Dort heißt es: „Die Gemeinde Jesteburg ist auch weiterhin bemüht, das Angebot in der Krippenbetreuung auszubauen. Der entsprechende Fachausschuss wird in seiner nächsten Sitzung über die Aufnahme und die Warteliste unterrichtet.“ Piechotka: „Ich frage mich, wieso die verantwortlichen Politiker nicht schon im Januar zusammengekommen sind, um eine Lösung zu finden.“
• Ein weiterer Vater aus Jesteburg sagt: „Uns wurde bei der Anmeldung mitgeteilt, dass es doppelt so viele Anmeldungen gibt wie Krippenplätze. Wie will die Gemeinde dieses Problem lösen?“ Seinen Namen möchte der Vater nicht öffentlich nennen. Er fürchtet, dass seine Kritik sich auf die Vergabe des Krippenplatzes negativ auswirken könnte.
• Die Mitarbeiter im Familienbüro der Stadt Buchholz sind entspannt. „Es gibt keine Klagen und keine Beschwerden“, sagt Klaus Kruwinnus, Leiter des Fachdienstes Familie und Kinder. Das Angebot an Betreuungsplätzen für Kinder im Alter von ein und zwei Jahren in Buchholz decke die Nachfrage weitgehend ab.
Das sieht Kim Buhr anders: „Wir haben keinen Krippenplatz bekommen. Bei einer Kita wurde uns gesagt, dass sie 250 Anmelungen für nicht einmal 20 Plätze bekommen haben! Wie soll das gehen?“ Auch die Alternative Tagesmutter käme für sie nicht in Frage. „Die Tagesmutter, die uns empfohlen wurde, wohnt in Holm-Seppensen, wir in Steinbeck“, so Kim Buhr. „Das hätte für mich täglich einen Umweg von 14 Kilometern bedeutet.“ Die Buhrs haben ihr Kind jetzt in einer Hamburger Kita untergebracht. „Doch auf den Bescheid für die Kostenübernahme warten wir schon seit Wochen.“
• Verzweifelt ist auch Norbert Geerdes aus Rosengarten. Nachdem es Absagen aus Nenndorf, Vahrendorf, Westerhof, Eckel und selbst aus der noch im Aufbau befindlichen Krippe in Klecken gab, habe er versucht, seinen Sohn in Buchholz, Jesteburg und Seevetal anzumelden. Das sei mit der Begründung abgelehnt worden, dass für die dortigen Plätze nur ortsansässige Kinder berücksichtigt werden können. Im Rahmen einer Sonderregelung könnte man aber einen Krippenplatz in Hamburg beantragen. „Warum gibt es nicht auch eine Sonderregelung für benachbarte Gemeinden?“, fragt sich nicht nur Geerdes.
• Das WOCHENBLATT will es wissen! Wie sind Ihre Erfahrungen mit Krippen- und Kita-Anmeldung? Schreiben Sie eine Mail an: red-buch@kreiszeitung.net.

Ein Lese-Tipp:
Haben Sie einen Krippenplatz für ihr Kind?