Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Künstlerische Spurensuche - Jendrik Helle stellt Werke zum Thema Nationalsozialimus im „Kunsthaus“ aus

„First comes first rules“ lautet der Titel dieses Werks von Jendrik Helle, das ab Mitte September im „Kunsthaus“ zu sehen ist (Foto: Jendrik Helle)
mum. Jesteburg. „Unser Umgang mit Heimatvertriebenen aus Syrien, Eritrea oder Afghanistan bestimmt zurzeit einen Großteil der öffentlichen Diskussion. Zum Glück bemühen sich viele Deutsche darum, eine positive Willkommenskultur zu leben“, sagt „Kunsthaus“-Kuratorin Isa Maschewski. Es gebe zahlreiche, kluge und produktive Initiativen, um die traumatisierte Menschen beim Ankommen in Deutschland zu unterstützen. „Dennoch brennen auch 2015 wieder Asylbewerberheime, was erschreckender und abstoßender kaum sein könnte. Wir werden mit der Tatsache konfrontiert, dass Fremdenhass und eine rechte Gesinnung auch heute verbreiteter sind, als jeder von uns wahrhaben möchte“, so Maschewski weiter. Der Buchholzer Künstler Jendrik Helle befasst sich in seiner Ausstellung „Hall of Ruhm“, die am Sonntag, 20. September, um 15 Uhr im „Kunsthaus“ (Hauptstraße 31) eröffnet wird, mit dieser aktuellen und gleichsam komplexen Situation in Deutschland. Präzise richtet er seinen Blick dabei auf die Gegenwart und die Vergangenheit der Region Nordheide. „Toleranz und Willkommenskultur werden hier heute glücklicher Weise vornehmlich groß geschrieben“, so Maschewski. Doch das sei nicht immer so gewesen. Während der nationalsozialistischen Herrschaft erlangte Buchholz mit dem Bau der so genannten „Ehrenhalle“ eine traurige Vorreiterrolle. Dieser Bau war immerhin die erste Kultstätte der braunen fremdenfeindlichen Ideologie in Deutschland. Der Künstler maßt sich in seiner Ausstellung nicht an, schnelle Antworten auf die vielen, drängenden und hochkomplexen Fragen dieser Zeit geben zu können. Stattdessen setzt er Vergangenheit und Gegenwart gekonnt in Bezug und spricht beim Ausstellungsbesucher etwas sehr wichtiges, vielleicht sogar entscheidendes an: Emphatievermögen.
Jendrik Helle wurde 1977 in Hamburg geboren und lebt heute in Buchholz. Er machte 2005 sein Diplom in freier Kunst an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg.
• Nach der Vernissage ist die Ausstellung noch bis zum 25. Oktober zu sehen. Das „Kunsthaus“ ist donnerstags bis freitags von 15 bis 18.30 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 18.30 Uhr geöffnet.
• Mehr Informationen gibt es auch im Internet unter www.kunsthaus-jesteburg.de.