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Leerstand trotz Top-Lage

Das schmucke „Förster‘s Hus“ steht mitten im Dorfzentrum von Jesteburg. Es steht noch immer leer. (Foto: Creon Immobilien)
 
Mitten im Herzen von Jesteburg steht das neue „Förster‘s Hus“ seit fast einem Jahr leer. Jetzt soll ein Makler helfen, einen geeigneten Pächter zu finden (Foto: Creon Immobilien)

In Jesteburg gibt es wohl kaum ein schöneres Gebäude für ein Restaurant wie das neue „Förster‘s Hus“ auf dem ehemaligen Clement-Areal. Fast zwei Millionen Euro hat Investor Hossein Salehmanesh in den Neuaufbau des historischen Gebäudes investiert. Doch obwohl das Fachwerkhaus bereits seit dem Frühjahr komplett fertig ist, steht es noch immer leer. Salehmanesh findet einfach keinen geeigneten Gastronomen. Jetzt hat ein Makler die Vermittlung übernommen.

mum. Jesteburg. „Im Ortskern von Jesteburg (einer wohlhabenden Gemeinde am Südrand von Hamburg) wurde ein historisches Fachwerkhaus unter Reet originalgetreu nach heutigem Stand der Baukunst wieder aufgebaut. Im Obergeschoss entstanden zwei Büroflächen, im Erdgeschoss eine sehr hochwertig, geschmackvoll und traditionell neu gestaltete Restaurantfläche. Die Außenanlagen wurden mit hohem Aufwand neu erstellt, das Umfeld ist sehr ansprechend.“ Mit diesem Einstieg beschreibt Immobilienmakler Oliver Creon (Creon Immobilien) das neue „Förster‘s Hus“ auf dem ehemaligen Clement-Areal mitten im Herzen von Jesteburg, im Internetportal „Immonet.de“. Tatsächlich findet sich in der Nordheide wohl kaum ein Objekt in besserer Lage. Fast zwei Millionen Euro hat der Jesteburger Unternehmer Hossein Salehmanesh laut eigener Aussage in das Fachwerkhaus investiert (das
WOCHENBLATT) berichtete mehrfach. Doch obwohl die Arbeiten am Gebäude bereits seit Anfang des Jahres abgeschlossen sind, findet Salehmanesh keinen Pächter.
„Interessenten gibt es viele“, sagt Creon. Doch der finanzielle Hintergrund sei häufig nicht gegeben. Zuletzt habe Salehmanesh mit drei Bewerbern konkrete Verhandlungen geführt. Am Ende sei es immer an der Finanzierung gescheitert. Der vielversprechendste Interessent habe ein Restaurant für deutsche, gutbürgerliche Küche eröffnen wollen. „Das hätte am besten gepasst“, so Salehmanesh, der in Jesteburg noch Immobilien an zwei Gastronomen vermietet hat (italienisches und chinesisches Restaurant).
Inzwischen hat Salehmanesh seine Miet-Vorstellungen zurückgefahren. Statt einer Kaltmiete von 3.000 Euro verlangt er jetzt noch 2.000 Euro für die 176 Quadratmeter. „Allerdings soll die Miete nach ein paar Jahren wieder steigen“, so der Eigentümer. „Der künftige Pächter muss über so viel Eigenkapital verfügen, dass er eine gewisse Zeit überbrücken kann“, sagt Creon. Immerhin gehe es darum, einen neuen Standort zu entwickeln. Zusätzlich erwartet Salehmanesh, dass der Mieter die Kosten für die komplette Inneneinrichtung nebst Küche und Geräten trägt.
Weniger Probleme hatte Salehmanesh, die beiden Büroräume im ersten Stock zu vermitteln. „Vitabook - Gesundheitscloud des Patienten“ ist ebenso eingezogen, wie Salehmanesh selbst. Außerdem: Die wirklich sehenswerten Außenanlagen sind inzwischen auch für die Öffentlichkeit zugänglich.
• Das „Förster‘s Hus“ ist quasi eines der absoluten Leuchtturm-Projekte für Jesteburg. Der Weg war allerdings steinig. Noch Ende 2014 hatte es Spekulationen gegeben, Salehmanesh würde das denkmalgeschützte Objekt absichtlich verfallen lassen. Ende 2012 hatte die Gemeinde das Gebäude sowie ein dazugehöriges etwa 1.500 Quadratmeter großes Grundstück für 100.000 Euro an Salehmanesh verkauft. Ursprünglich hatte der Unternehmer mit einer Investionssumme von 1,5 Millionen Euro gerechnet - für das „Förster‘ Hus“ und einen daran anschließenden „Markt der Möglichkeiten“. Salehmanesh ließ das ursprüngliche Gebäude komplett abtragen. Die Einzelteile wurden restauriert oder ersetzt. Dabei wurde das Holz mit Trockeneis gereinigt. Die Fassade des Gebäudes wurde rekonstruiert und dem Ursprungsbau von 1855 angepasst, die Sparrengebinde sowie die noch erhaltenswerten Deckenbalken wurden wieder eingebaut.