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Mehr als ein Zeichen: WOCHENBLATT-Leser spenden Geld für bedürftige Menschen in Rozaje

Pastor Ulrich Kusche setzt sich seit Jahren für die Menschen in Rozaje (Montenegro) ein
(mum). Auf die WOCHENBLATT-Leser ist Verlass! Ulrich Kusche, 14 Jahre Pastor in Jesteburg, ist begeistert vom Engagement der Nordheidjer. Ende Dezember hatte Kusche um Spenden für die Menschen in Rozaje (Montenegro) gebeten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Insgesamt kamen etwas mehr als 3.700 Euro zusammen. Der Kirchenkreis Hittfeld stockte den Betrag auf, sodass zwei Einrichtungen jeweils 2.000 Euro erhalten werden.
Das Geld geht zum einen an die einzige Behinderteneinrichtung in Rozaje. Mit der Spende soll im Sommer ein mehrtägiger Ferienaufenthalt an der montenegrinischen Küste finanziert werden. „Für die Kinder und betreuende Familienangehörigen ist dies eine seltene Möglichkeit, ein wenig Erholung und gemeinschaftliches Miteinander zu finden“, sagt Kusche. Zum anderen soll das Geld für bedürftige Rückkehrer verwendet werden. „Ich fürchte, dass die 2.000 Euro allerdings nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein wird“, so der Pastor. Inzwischen seien Dutzende von Familien in Rozaje eingetroffen, die einsehen mussten, dass sie in Deutschland keine Chance auf dauernden Aufenthalt haben. Kusche hofft deswegen, dass das Land Niedersachsen in naher Zukunft Projekte unterstützt, die langfristig Arbeitsmöglichkeiten in den abgelegenen Regionen Montenegros zu schaffen vermögen. Im Zuge der Aktion „Niedersachsen packt an“ haben sich Ministerien und Verbände in Niedersachsen vorgenommen, auch zur Überwindung von Fluchtursachen beizutragen.
„Die Spenden der WOCHENBLATT-Leser sind für die mehrheitlich muslimischen Bewohner in der Bergregion Montenegros in jedem Fall ein ermutigendes Zeichen mitmenschlicher Solidarität und interreligiöser Zusammenarbeit“, ist Kusche überzeugt.
• Ulrich Kusche hat vieles erlebt, doch die Armut in Montenegro hat ihn besonders berührt. Anfang der 1990er Jahre kam Muamer Kujevic als junger Erwachsener nach Deutschland. Er klopfte an die Pfarrhaus-Tür des Pastors in Jesteburg und erzählte von den Problemen in seiner Heimat. Im Jugoslawien-Krieg flohen mehr als 30.000 Menschen aus dem Kosovo über die Berge nach Rozaje. Die Einheimischen teilten ihr Hab und Gut mit den Kriegsopfern. Das WOCHENBLATT startete seinerzeit einen großen Spendenaufruf. Inzwischen sind die Flüchtlinge wieder in ihre Heimat zurückgekehrt, doch die Helden von damals brauchen jetzt selbst Hilfe.
Rozaje ist eine dieser „vergessenen Städte“ in Europa. Sie befindet sich im nordöstlichsten Zipfel von Montenegro, an der Grenze zu Serbien und dem Kosovo - eine muslimische Enklave im sonst überwiegend von Christen bewohnten Balkanstaat. Etwa 22.000 Einwohner leben dort, davon 2.000 Familien in größter Armut. Die Kinder sind unterernährt, die ärztliche Versorgung ist mangelhaft. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 65 Prozent.