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Mehr als nur eine besondere Geste - Bendestorf Ehrenbürger Ivar Buterfas nimmt den Namen seiner Frau Dagmar an

Ivar und Dagmar Buterfas zeigen Landrat Rainer Rempe Fotos von Dr. Max Erich Frankenthal. Ihm zu Ehren nahm Ivar Buterfas den Namen seiner Ehefrau an (Foto: Landkreis Harburg)
mum. Bendestorf. Mit der Namensänderung in Buterfas-Frankenthal ehrt das Bendestorfer Ehepaar Ivar und Dagmar Buterfas (geborene Frankenthal) das Gedenken an die Holocaust-Opfer in ihrer Familie. Landrat Rainer Rempe überreicht dem Paar jetzt die Namensurkunde und würdigte den Bendestorfer Ehrenbürger Buterfas mit einem Eintrag in sein Goldenes Buch.
"So lange man an einen Menschen denkt, ist er nicht tot", begründet Ivar Buterfas seine Initiative, den Mädchennamen seiner Ehefrau Dagmar an den Familiennamen offiziell anzuhängen. "Damit folge ich dem Wunsch meiner Frau, den sie mir anlässlich unserer Diamantenen Hochzeit im Juli 2015 offenbarte." Die Eheleute erinnern damit an Dr. Max Erich Frankenthal, den Vater von Dagmar, der 1938 nach seiner Rückkehr von einer USA-Reise in Dresden wegen angeblicher Spionage verhaftet und in Schutzhaft genommen wurde. Im Anschluss brachte die Gestapo Frankenthal trotz eines Freispruchs nur aufgrund seiner jüdischen Abstammung ins Konzentrationslager Buchenwald. Dort verliert sich seine Spur, trotz intensiver Nachforschungen wurden bis heute keine Hinweise auf seinen Verbleib gefunden.
"Ich war von der Idee eines geistigen Stolpersteins so angetan, dass ich mich ebenfalls entschlossen habe, den Mädchennamen meiner Frau, im Gedenken an ihren Vater, anzunehmen", erläutert Buterfas sein Motiv.
Landrat Rainer Rempe zeigte sich von dem Antrag und der Intention der Eheleute beeindruckt und würdigte die ehrenvolle Namensänderung, indem er Herrn und Frau Buterfas zur Übergabe der Urkunde persönlich ins Kreishaus einlud. "Es ist mir eine besondere Ehre, Sie als Zeitzeugen und Überlebende des Holocaust mit dieser Urkunde zu würdigen", so der Landrat Rempe. "Damit unterstütze ich ausdrücklich Ihr Lebenswerk, besonders im Hinblick auf Ihre Funktion als Jugendaufklärer über den Nationalsozialismus und seine Verbrechen in den Jahren 1933 bis 1945."
Ivar Buterfas ist national und international bekannt in seiner Rolle als Zeitzeuge und Holocaust-Überlebender. Seit Jahrzehnten hat er in über 1.500 Veranstaltungen an deutschsprachigen Gymnasien, Hochschulen und Universitäten aus erster Hand über die Judenverfolgung im Dritten Reich berichtet. Gemeinsam mit seiner Mutter und acht Geschwistern hatte er nur mit Mühe und Not überlebt. Bekannt wurde Buterfas unter anderem auch durch sein Engagement zum Erhalt der Hamburger Nikolaikirche als Kriegsruine, die er mit einem von ihm gegründeten Förderverein sicherte und als Mahnmal gegen Ausländerfeindlichkeit, Rassenhass und Antisemitismus etablierte.

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