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Mit viel Luft betrogen: Pampers ist „Mogelpackung des Jahres“

(mum). Das ist keine Auszeichnung, über die man sich freut: Pampers-Windeln wurden von der Verbraucherzentrale Hamburg zur „Mogelpackung des Jahres“ 2014 gekürt. Der Grund: Die Anzahl der Windeln pro Packung sei in den vergangenen acht Jahren fünfmal reduziert worden - von ursprünglich 47 auf derzeit 31 Stück, teilten die Verbraucherschützer mit. Außerdem in der Kritik: Käse von „Leerdammer“, „Hafertaler“-Kekse und „Lion“-Schokoriegel.
Auf die Windeln von Procter & Gamble entfielen 29,3 Prozent der Verbraucherstimmen. 4.116 Personen nahmen an der vom 15. Dezember bis 8. Januar durchgeführten Online-Abstimmung auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg teil. Der zweite Platz geht mit 23,5 Prozent der Stimmen an die Käsemarke „Leerdammer“ der Bel Deutschland GmbH. Dort sei bei verschiedenen Sorten jeweils eine Scheibe Käse aus der Verpackung genommen worden, der Preis sei aber gleich geblieben. Es folgen die „Hafertaler“ von Continental Bakeries als „Luftpackung“ mit 18,3 Prozent auf Platz drei. Hier kritisierten die Verbraucherschützer, dass nur sieben Kekse vorhanden sind, obwohl die doppelte Menge in die Packung passen würden. Knapp dahinter mit 16,5 Prozent die Mehrfachpackung „Lion“, ein Schokoladenriegel aus dem Hause Nestlé, bei dem besonders subtil die Füllmenge bei gleichem Preis reduziert wurde.
„Wir freuen uns über das große Interesse der Verbraucher. Das ermutigt uns, im neuen Jahr am Ball zu bleiben“, sagt Armin Valet, Lebensmittelexperte der Verbraucherzentrale Hamburg. Denn die Flut der Verbraucherbeschwerden zu diesem Thema reiße nicht ab. Die Mogelpackungsliste, die seit zehn Jahren geführt wird, umfasst aktuell 94 Seiten mit geschätzt weit mehr als 500 Produkten und wird fast ausschließlich mit Beschwerden von Verbrauchern bestückt.
Die Verbraucherzentrale fordert Hersteller und Handel auf, Kunden nicht mit versteckten Preiserhöhungen hinters Licht zu führen. „Die Politik sollte einen gesetzlichen Rahmen schaffen, der solche Mogelpackungen nicht zulässt“, so Valet. Die Verbraucherzentrale Hamburg fordert daher, dass Packungen grundsätzlich voll befüllt sein müssen und nur in Ausnahmefällen maximal 30 Prozent Luftanteil möglich sein sollte. Wer die Füllmenge verringert, sollte die Packungsmaße mindestens um denselben Prozentsatz reduzieren müssen, so dass die Reduzierung für Verbraucher optisch wahrnehmbar ist. Zudem solle es eine offizielle Liste im Internet geben, in der Hersteller Füllmengenreduzierungen vor Einführung im Handel anzeigen müssen.
• Weitere Informationen zur Abstimmung und den Produkten gibt es online unter www.vzhh.de. Kunden können auch auf der Facebook-Seite der Verbraucherzentrale facebook.com/vzhh Hinweise auf Mogelpackungen geben und finden.