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Mit voller Fahrt voraus

Eine Kutschfahrt durch die Heide gehört für viele Touristen einfach dazu. Im "Dialog Kutsche" werden die Interessen einzelner Akteure besprochen (Foto: Christian Wyrwa)

"Dialog Kutsche": Karte des künftigen Kutschennetzes dient als Grundlage für neue Verordnung.




(mum).
Die Kutscher der Naturparkregion sind die Imageträger der Lüneburger Heide! Das ist das Leitmotiv des EU geförderten Leader-Projektes "Dialog Kutsche" im Naturpark Lüneburger Heide. "Kutschfahrten sind ein wichtiges wirtschaftliches und kulturelles Gut", sagt Naturpark-Managerin Hanna Fenske. "Die etwa 150 Kutscher repräsentieren ihre Heimat und sind identitätsstiftend. Zudem ermöglichen sie barrierefreie Erlebnisse - insbesondere im autofreien Naturschutzgebiet und im gesamten Naturpark."
2016 wurde der "Dialog Kutsche" ins Leben gerufen, um gemeinsam mit Kutschern, Kommunen, Grundeigentümern, Naturschützern und vielen anderen Akteuren ein nachhaltiges Konzept zur Nutzung und Unterhaltung der Kutschwege zu erarbeiten. Ziele des Dialogs sind unter anderen die Vernetzung der Akteure in der Region und die Entwicklung von verbindlichen Vereinbarungen. Eine öffentliche Auftaktveranstaltung im März rückte rechtliche Fragestellungen zum Thema Wegenutzung und -instandhaltung in den Fokus.
Seitdem ist im "Dialog Kutsche" eine Menge passiert. Die Arbeitsgruppe "Trassennetz", in der Vertreter des Naturparks Lüneburger Heide, der Kutscher, der Grundeigentümer, der Gemeinden beider Landkreise, der Lüneburger Heide GmbH, der Unteren Naturschutzbehörde, der Umweltverbände, der Landkreis-Wirtschaftsförderung und der Verkehrsbehörden sowie des Landvolks vertreten sind, haben in bisher vier Sitzungen den Bestand des gesamten Kutschentrassennetzes analysiert. Außerdem wurde eine detaillierte Beschreibung der Lage und des Zustandes der von den Kutschern gewünschten und von den Grundeigentümern und den Unteren Naturschutzbehörden gestatteten Trassennutzungen erarbeitet. Eine Karte mit derzeit 41 Trassen inklusive Varianten sowie Steckbriefe aller Routen ist entstanden. Nun wird geklärt, welche Trassen wie und durch welche Akteure gepflegt sowie unterhalten werden.
In der "AG Kutschen & Tourismus" wurden die Organisationsformen der Kutscher untereinander an den verschiedenen Abfahrtsorten und das zukünftige Marketing für die Kutschbetriebe durch Dritte thematisiert. "Der Prozess hat im Bereich Tourismus bereits intern viel angestoßen. Vorhandene Daten werden gemeinsam mit Kutschern überprüft, es wird an neuen Marketing- und Förderungsideen gearbeitet", so Ulrich von dem Bruch, Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH.
Am Rande der Sitzungen hat sich immer wieder gezeigt, dass auch zahlreiche Nebeneffekte eingetreten sind, die ohne den "Dialog Kutsche" mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht eingetreten wären. "Kutscher und Wegeeigentümer sprechen miteinander, was sie vorher nicht getan haben. Inzwischen entwickeln sie sogar gemeinsame Produkte rund um das Kutschefahren", so Klaus Meyer, Kutscher aus Schneverdingen. "Wir danken dem Naturpark ausdrücklich für sein Engagement in diesem Projekt!"