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Moment mal: Flugbegleiter - souveräne „Problemlöser“ im Einsatz

Am Mittwoch stöhnten zahlreiche Menschen auf. Weil die Gewerkschaft Verdi zum Streik aufgerufen hatte, musste die Lufthansa laut eigenen Angaben mehr als 900 Flüge streichen; 87.000 Passagiere seien betroffen gewesen. Auch wenn es diesmal nicht die Flugbegleiter waren, die für den Ausfall verantwortlich waren, musste ich an einen Vorfall in der vergangenen Woche denken.
Am Freitag flog ich mit der Lufthansa von Hamburg nach München. Die Tür war bereits geschlossen, die Maschine auf dem Weg zur Startbahn. Dann wurde es hektisch in der Kabine. Eine Stewardess redete sachlich und im ruhigen Ton auf eine Frau ein - etwa Ende 40, gut gekleidet. Sie hatte sich in die Business-Klasse gesetzt, obwohl sie „Economy“ gebucht hatte.
Die Flugbegleiterin bat die Frau, sich auf ihren zugewiesenen Platz zu setzen. Keine Reaktion. Sie wies die Dame darauf hin, dass der Pilot wieder zum Gate zurückkehren müsste, wenn sie nicht den Platz verlassen würde. Wieder keine Reaktion. Das Flugzeug stoppte tatsächlich auf dem Rollfeld. Doch der Pilot kehrte nicht um. Die Flugbegleiterin versetzte jedoch mit einer Kollegin mit wenigen Handgriffen die Vorhangleiste zwischen den beiden Klassen um eine Reihe, so dass die Unbelehrbare nun auf den Vorhang schaute - jedoch in der „Holzklasse“ saß. Das Flugzeug startete pünktlich - spontaner Applaus für das Bordpersonal.
Ob die Renitenz der Frau Konsequenzen hat, weiß ich nicht - ich würde es aber begrüßen. Beeindruckt war ich von der sehr souveränen Art der Stewardess. Kein lautes Wort, keine Respektlosigkeit gegenüber der Frau, und dennoch ist sie konsequent geblieben. Das hat mich beeindruckt.
Sascha Mummenhoff