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"Ohne Lobby kein Geld!" - „Nur 2.000 Euro“: Jesteburger „Podium“ sagt Teilnahme an der Kunst- und Kulturwoche ab

Karin Neudert fühlt sich ungerecht behandelt (Foto: kb)
mum. Jesteburg. Das WOCHENBLATT hatte bereits im Dezember darüber berichtet, dass es in Jesteburg Streit um die finanzielle Kultur-Förderung gibt. „Ohne Lobby gibt es hier kein Geld“, schimpfte Karin Neudert, die Vorsitzende des Kulturvereins „Podium“, in Richtung Gemeinderat. Jetzt macht Neudert Nägeln mit Köpfen: „Wir werden uns nicht an der Kunst- und Kulturwoche im Juli beteiligen“, so die „Podium“-Chefin. Zudem werde der Eintrittspreis für die monatlichen Veranstaltungen erhöht. Künftig zahlen die Gäste zwölf statt zehn Euro.
Neudert ist davon überzeugt, dass die zur Verfügung stehenden Mittel nicht gerecht verteilt werden. „Das Podium steht für ein sehr gutes kulturelles Angebot mit steigenden Besucherzahlen“, so Neudert. Im Schnitt würden bis zu 100 Gäste aus dem gesamten Landkreis und sogar aus Hamburg in das „Heimathaus“ kommen. „Das Niveau unserer Veranstaltungen ist deutlich gestiegen.“ Neudert leitet daraus ab, dass auch die Zuschüsse seitens der Gemeinde erhöht werden müssten. Tatsächlich hatte der Kulturverein seit 2010 (1.500 Euro) jedes Jahr mehr Geld bekommen - 8.000 Euro (2011), 4.000 Euro (2012), 6.000 Euro (2013) und 8.500 Euro (2014). Für 2015 hatte Neudert einen Antrag über 9.500 Euro gestellt. Der zuständige Fachausschuss will jedoch nur 5.000 Euro zur Verfügung stellen.
An der Kunst- und Kulturwoche wollte sich das „Podium“ mit einem Konzert des Amaryllis-Quartetts (unter anderem „Echo-Klassik“-Preisträger) beteiligen. Zudem war ein Gastspiel von Schauspielerin Veronika Kranich und eine Ausstellung von Susanne Lankowski geplant. Die Gemeinde sollte das Programm mit einem Zuschuss in Höhe von 4.000 Euro fördern. Stattdessen sagte man eine Ausfallbürgschaft in Höhe von 2.000 Euro zu. „Wir haben daher entschieden, unsere Teilnahme an der Kunst- und Kulturwoche abzusagen“, so Neudert.
Sauer ist die „Podium“-Vorsitzende vor allem auf Bernd Jost. Als Mitglied des zuständigen Ausschusses und Organisator der Kunst- und Kulturwoche habe er das Amaryllis-Quartett abgelehnt, weil es für Jesteburg zu hoch angesiedelt sei. „Er selbst lässt sich die Koordination der Festwoche aber mit 5.000 Euro honorieren“, so Neudert.
• Wie berichtet, muss Jesteburg den Kunst- und Kultur-Etat (bislang 50.000 Euro) um die Hälfte kürzen, um mit den dann freien Mitteln der Kunststätte Bossard in Lüllau unter die Arme greifen zu können. Die Stiftung der Sparkasse Harburg-Buxtehude hatte das eigene Engagement gekürzt und damit Jesteburg zum Handeln gezwungen.
• Aber vielleicht gibt es doch noch Hoffnung für Jesteburgs Kunstszene: Helmut Pietsch, der neue Fraktionschef der SPD, hat für die nächste Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus und Kultur einen Antrag eingereicht. Demnach soll der Etat wieder mittelfristig auf 50.000 Euro erhöht werden, um „die erfolgreiche Kulturförderung fortsetzen zu können.“
• Die Sitzung beginnt am morgigen Donnerstag, 19. Februar, um 19 Uhr im „Alten Rathaus“ (Niedersachsenplatz).