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Pastor i. R. Ulrich Kusche vertritt Ellen Kasper

Zurück in Jesteburg: Pastor i. R. Ulrich Kusche (Foto: mum)
mum. Jesteburg. Das wird bestimmt ein besonderes Wiedersehen: Pastor i. R. Dr. Ulrich Kusche vertritt bis zum 6. September Pastorin Ellen Kasper in der Jesteburger St. Martins-Kirche. Kasper befindet sich derzeit in Studienzeit. Kusche war bis 2007 insgesamt 14 Jahre als Pastor in Jesteburg tätig und freut sich auf ein Wiedersehen.
Kusche, der inzwischen in Göttingen zu Hause ist, dürfte vielen Jesteburgern noch aufgrund seiner zahlreichen Hilfsaktionen für die Menschen in Rozaje (Montenegro) in guter Erinnerung sein. Anfang der 1990er Jahre kam ein gewisser Muamer Kujevic als junger Erwachsener nach Deutschland. Er klopfte an die Pfarrhaus-Tür des Pastors in Jesteburg und erzählte von den Problemen in seiner Heimat. Im Jugoslawien-Krieg flohen mehr als 30.000 Menschen aus dem Kosovo über die Berge nach Rozaje. Das WOCHENBLATT startete seinerzeit mit Kusche einen großen Spendenaufruf. Inzwischen sind die Flüchtlinge wieder in ihre Heimat zurückgekehrt, doch die Helden von damals brauchen jetzt selbst Hilfe.
Rozaje ist eine dieser "vergessenen Städte" in Europa. Sie befindet sich im nordöstlichsten Zipfel von Montenegro, an der Grenze zu Serbien und dem Kosovo - eine muslimische Enklave im sonst überwiegend von Christen bewohnten Balkanstaat. Etwa 22.000 Einwohner leben dort, davon 2.000 Familien in größter Armut. Viele Kinder sind unterernährt, die ärztliche Versorgung ist mangelhaft. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 65 Prozent. Bis heute unterstützt das WOCHENBLATT Kusche bei seinen Aktionen - zuletzt im Mai vergangenen Jahres.
Der erneute Einsatz von Ulrich Kusche in Jesteburg ist notwendig, da Pastorin Ellen Kasper sich in Studienzeit befindet. "Eine Zeit der geistigen Rekreation, die uns Pastoren alle zehn Jahre gewährt wird", so Kasper im Gemeindebrief. "Diese Zeit werde ich hauptsächlich im Kloster mit 'Ora et Labora' verbringen, um dort nicht nur mitzuarbeiten und an den Tageszeitengebeten teilzunehmen, sondern auch an einem Studienprojekt zu arbeiten, das sich mit den aktuellen Reformprozessen in der Kirche beschäftigt, die auch uns in Jesteburg konkret betreffen." Eine etwas gründlichere Reflexion als im laufenden Tagesgeschäft werde dadurch möglich sein. "Am Ende der Zeit muss ich einen schriftlichen Bericht für das Landeskirchenamt einreichen, und wenn es die Jesteburger interessiert, will auch gern mal dort berichten, was dabei herausgekommen ist", so Kasper, die außer von Ulrich Kusche noch von Pastor i. R. Wilfried Gerhard vertreten wird.