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Pferdestärken statt Motorenkraft - Forstamt Sellhorn setzt Pferde ein

Das Forstamt Sellhorn setzt Pferde bei der Beseitigung von Sturmschäden ein (Foto: Forstamt Sellhorn)
(mum). Die Stürme „Xavier“ und „Herwart“, die im Herbst über die Niedersächsischen Landesforsten hinweggezogen sind, haben auch vor dem Friedwald nicht halt gemacht. Den heftigen Sturmböen sind vor allem Laubbäume zum Opfer gefallen. Reinhold Bode (Forstamt Sellhorn) erklärt, warum durch die beiden Herbststürme besonders die laubtragenden Bäume betroffen waren: „Die ungewohnte nördliche Sturmrichtung und die Segelwirkung der noch belaubten Kronen hat auch starke Eichen und Buchen geworfen. Dabei fanden die Wurzeln im vom Regen aufgeweichten Boden keinen Halt“.
Bode ist im Forstamt Sellhorn, zu dem zu auch zahlreiche Flächen im Landkreis Harburg gehören, für die beiden Friedwald-Standorte „Lüneburger Heide-Bispingen“ und „Ostheide“ zuständig. Ihm liegen Sicherheit und Ästhetik dieser besonderen Wälder sehr am Herzen. „Nachdem die Forstwirte die Bäume aufgearbeitet hatten, war klar, dass wir das Holz nicht mit Forstmaschinen an die Waldwege rücken können. Die nassen und empfindlichen Böden ließen kein Befahren zu und um auf trockenere Witterung zu warten, fehlte uns die Zeit. Daher haben wir uns entschlossen, die Baumstämme mit Hilfe von Pferden an die Waldwege zu schleppen.“ Die Arbeiten wurden vom Unternehmer Kay Stolzenberg mithilfe seiner Rückepferde „Mairun“ und „Conrad“ ausgeführt. Innerhalb weniger Stunden hatte das Gespann 20 Festmeter Stammholz aus der Fläche gezogen, ohne Schäden an Waldbestand und Boden zu verursachen. Aktuell sind Rückepferde bei Handeloh im Einsatz.
Stolzenberg - zu Hause im Landkreis Lüchow-Dannenberg - hat sich 2001 mit seinem Forst- und Pferdefuhrbetrieb selbstständig gemacht. Er ist mittlerweile in ganz Norddeutschland unterwegs. „Meine beiden Kaltblüter haben die Baumstämme problemlos bewältigt. Der stärkste Stamm hatte immerhin ein Volumen von 1,3 Kubikmeter, was einem Gewicht von fast 1,5 Tonnen entspricht.“