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Porzellan-Museum: Der Traum lebt weiter

So stellt sich Margot Sobottka ihr Porzellan-Museum vor (Foto: Sobottka)
 
Die Porzellan-Uhr von Dahli mit dem Titel „Zerfließende Zeit“ ist streng limitiert

Bendestorfer Verwaltungsausschuss diskutiert neuen Standort / Positive Signale aus der Politik.



mum. Jesteburg.
Anfang 2014 überraschten Margot (81) und Horst Sobottka (77) den Landkreis Harburg mit ihren Plänen für ein Porzellan-Museum (das WOCHENBLATT berichtete). Das Thema wurde vor allem in der Samtgemeinde Jesteburg heiß diskutiert. Auf einem Grundstück an der Ecke Waldweg/Landesstraße 213 nahe des Lohofs, das ihnen gehört, wollte das Unternehmer-Ehepaar ein Museum mit angeschlossenem Café errichten. Es blieb jedoch bei der Idee. Denn obwohl Landkreis und Samtgemeinde großes Interesse an dem Projekt zeigten, gab es kein grünes Licht. Das vorgesehene Grundstück lag im Landschaftsschutzgebiet. Das Konzept landete in irgendwelchen Schubladen. Doch Bendestorfs Bürgermeister Hans-Peter Brink hat das Thema nie aufgegeben und in vielen Gesprächen mit dem Ehepaar Sobottka nach einer Lösung gesucht. Auch nach dem Tod von Horst Sobottka Ende vergangenen Jahres hat sich dies nicht geändert. Und - offensichtlich hat Brink Erfolg gehabt. In der Gemeinde Bendestorf wurde jetzt ein neuer Standort für das Museum diskutiert. Auf einem vom ursprünglichen Standort nicht weit entfernten etwa 6.000 Quadratmeter großen Grundstück direkt an der Landesstraße 213 könnte das Museum entstehen. Die Fläche gehört zu einem größeren Grundstück. Erste Gespräche mit dem Eigentümer hätten bereits stattgefunden.
"Wir besitzen einen großen Fundus wertvoller Stücke", sagte Margot Sobottka im WOCHENBLATT-Gespräch. "Es wäre einfach tragisch, wenn diese Schätze in irgendwelchen Kisten verschwinden." Bereits vor dem Tod von Horst Sobottka lebte das Paar zurückgezogen am Rande Jesteburgs.
Jahrzehntelang führte das Eheepaar am Lüneburger Tor in der Harburger Fußgängerzone ein Porzellan- und Haushaltswarengeschäft. "Porzellan ist für uns aber nicht nur ein Geschäft, sondern auch eine große Leidenschaft." Aus diesem Grund sammelten die beiden Jesteburger zahlreiche Objekte, deren Wert nur schwer zu ermittelt sein wird. Für Sammler dürfte es sich, da sind sich Experten einig, um einen unbezahlbarer Schatz handeln.
Die Sobottka-Sammlung umfasst das gesamte Spektrum der Porzellan-Kunst. Unter anderem historische Raritäten wie ein kleines Parfümfläschchen, das um 1709 entstanden ist. Zur Sammlung gehören aber auch moderne Objekte. Etwa die Porzellan-Uhr von Dahli mit dem Titel "Zerfließende Zeit". Sie wurde in einer sehr limitierten Auflage produziert. Darüber hinaus besitzen die Sobottkas Objekte aller bekannten europäischen Porzellan-Manufakturen.
Diese große Sammlung möchte nun Margot Sobottka dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich machen. Dazu will sie nach wie vor ein eingelagertes Niedersachsenhaus (12 mal 21 Meter) aufbauen lassen. Das Fachwerkbauernhaus stand bis vor einigen Jahren am Wümme-Ufer. Gemäß einer Untersuchung soll es kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg errichtet worden sein. Darin sollen auf 240 Quadratmetern Fläche ein Ausstellungsraum, eine Hausmeisterwohnung und Kreativräume entstehen. In einem Anbau soll zudem ein Café eingerichtet werden. Eine Stiftung könnte später das Museum tragen.
Bürgermeister Brink findet großes Gefallen an der Museums-Idee. "Das Projekt passt gut zu den Themen Kunst und Kultur in Bendestorf und Jesteburg." Die hochwertigen Stücke dürften ein Fachpublikum aus Deutschland und dem europäischen Umfeld anziehen. Zudem dürfte das Café eine Bereicherung für Bendestorf sein. "Aber: Klar muss auch sein, dass die Gemeinde das Projekt nicht finanziell unterstützen kann", betont Brink, der eine regelmäßige finanzielle Förderung ausschließt.
• Über die Pläne wird am Dienstag, 19. September, erstmals öffentlich im Bauausschuss diskutiert. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr im Makens Huus (Poststraße 4).  

Die Geschichte des Porzellans

Die Geschichte des "weißen Goldes" reicht zurück bis ins 7. Jahrhundert. In China wurde unter der Sui- und der Tang-Dynastie zum ersten Mal Porzellan hergestellt. Da die daraus gefertigten Gegenstände so beliebt und teuer waren, wurde die Zusammensetzung lange Zeit von den wenigen Produzenten geheim gehalten.
Der Abenteurer Marco Polo (1254-1324) war es, der um 1300 auf seinen Fernreisen durch China Porzellan kennenlernte und es mit nach Europa brachte.
Viele Jahre später entstanden Porzellanmanufakturen in Wien (1718) und im Londoner Stadtteil Chelsea (1745). Das Haus Fürstenberg an der Weser eröffnete 1747 eine eigene Porzellanmanufaktur. Im selben Jahr kam auch die Nymphenburger Produktionsstätte in München hinzu. 1763 wurde die "Königlich Preußische Porzellan-Manufaktur" (KPM) in Berlin gegründet.