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Sicherheit nur zweitrangig?

Die Reindorfer Straße auf Jesteburger Seite: Zwischen der Straße und dem Rand klafft eine große Lücke. Für Autofahrer besteht akute Gefahr
 
Eine Straße mit zwei Befestigungsvarianten: Während auf Buchholzer Seite der Straßenrand zumindest mit Pflastersteinen befestigt ist (Foto), weist die Jesteburger Seite erhebliche Schäden auf

WOCHENBLATT-Leser fordern vernünftigen Ausbau der Reindorfer Straße auf Jesteburger Seite.

mum. Jesteburg/Buchholz. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es hier zu einem schweren Unfall kommt", befürchtet ein WOCHENBLATT-Leser. Täglich fährt er mehrmals die Reindorfer Straße zwischen Buchholz und dem Jesteburger Ortsteil Reindorfer Osterberg entlang. Besonders knifflig werde es dann, wenn Schulbusse oder Lkw einem entgegenkommen. "Dann muss man zwangsläufig auf den Seitenstreifen ausweichen", sagt der Leser. Kurios ist dabei, dass die Stadt Buchholz und die Gemeinde Jesteburg die Bedeutung der Straße offensichtlich unterschiedlich bewerten. Buchholz hat die Straßenränder auf dem Stadtgebiet mit Rasengittersteinen befestigt. Davon ist Jesteburg weit entfernt. Die Ränder sind unbefestigt. Im Sand haben sich zum Teil tiefe Löcher gebildet. Der Abstand zwischen Asphaltdecke und Grünstreifen beträgt an manchen Stellen bis zu 15 Zentimeter. Dabei muss Sicherheit nicht einmal teuer sein. Für den Ausbau der 600 Meter langen Strecke zahlte die Stadt Buchholz 2016 25.000 Euro. Zum Vergleich: Das entspricht der Förderung, die Jesteburg in diesem Jahr für die Kunststätte Bossard ausgibt. Ist Kunst wichtiger als Sicherheit?
Für die Stadt Buchholz hat sich diese Frage offensichtlich nicht gestellt. "Wir mussten reagieren, denn der Fahrbandrand musste ausgebaut werden, weil er in einem sehr schlechten Zustand war", sagt Buchholz‘ Sprecher Heinrich Helms.
Auch in puncto Winterdienst unterscheiden sich die Kommunen. "Es kommt häufig vor, dass die Buchholzer Hälfte längst geräumt ist, während auf Jesteburger Seite die Fußgänger durch hohen Schnee laufen müssen." Generell sei der Fußweg auf Buchholzer Seite in einem besseren Zustand. Das ist für viele Jesteburger kaum nachzuvollziehen. "Die Gemeinde investiert jedes Jahr viel Geld in Kunst und Kultur, doch für einen vernünftigen Ausbau der vielbefahrenen Straße ist kein Geld da", so ein Leser. Dabei ist die Reindorfer Straße für viele Fußgänger, Radfahrer, aber auch für Autofahrer der schnellste Weg zwischen Buchholz und Jesteburg.
Am Zustand der Straße wird sich auf Sicht wohl nichts ändern. Ein echter Ausbau kommt sowohl für Buchholz als auch für Jesteburg nicht infrage. "Aus unserer Sicht reichen die Rasengittersteine aus. Diese pflegen wir jetzt", sagt Helms. Jesteburgs Verwaltungschef Hans-Heinrich Höper sieht keinen Handlungsbedarf - auch nicht für einen besseren Ausbau.
Laut Polizeisprecher Jan Krüger seien allein im vergangenen Jahr auf der Reindorfer Straße vier Verkehrsunfälle erfasst worden, bei denen sich begegnende Autos mit den jeweils linken Außenspiegeln kollidierten. In einem Fall hätten sich die Fahrzeuge etwas stärker "getroffen". "Fast-Unfälle" würden der Polizei in der Regel nicht gemeldet und polizeilich auch nicht erfasst werden. Speziell zu Problemen mit Schulbussen sei nichts bekannt.
"Grundsätzlich müssen Verkehrsteilnehmer möglichst weit rechts fahren. Auf schmalen Straßen kann es geboten sein, an den Fahrbahnrand zu fahren, um ein gefahrloses Vorbeifahren zu ermöglichen", so Krüger. "Manchmal scheuen Verkehrsteilnehmer jedoch, bis an den Rand der Fahrbahn zu fahren, beziehungsweise verschätzen sie sich dabei. Dadurch kommt es zu den beschriebenen Zusammenstößen."
• In den nächsten Tagen soll übrigens der vom WOCHENBLATT seit Jahren geforderte Ausbau der gefährlichen Kurve in der Straße Itzenbütteler Buchen - das ist die Verbindung zwischen den Ortsteilen Itzenbüttel und Reindorfer Osterberg - beginnen. Mehr dazu in der nächsten Ausgabe.