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„Sie blühen richtig auf!“

Das hat Spaß gemacht: Die Kinder aus Gomel haben mit ihren Gasteltern und Dolmetschern einen Tag im Jesteburger Freibad verbracht (Foto: Kirchenkreis Hittfeld)
 
Gast-"Mutter" Barbara Schubert freute sich über den Besuch von Nicolai und Maxim (Foto: Kirchenkreis Hittfeld)

23 Kinder aus Tschernobyl waren zu Gast im Kirchenkreis Hittfeld / Sponsoren und Gasteltern gesucht.

(mum). „Ihr Leben ist nicht leicht. Viele der Eltern sind arbeitslos, manche sind Alkoholiker. In den Ferienwochen bei den Gasteltern blühen sie aber richtig auf, sie lachen, sind ausgelassen, spielen und sind glücklich“, sagt Valentina Woitik. Sie ist Dolmetscherin und begleitet seit vielen Jahren Kinder aus Gomel bei Tschernobyl während der vierwöchigen Ferien im Kirchenkreis Hittfeld. Die 23 Mädchen und Jungen im Alter von neun bis 13 Jahren kommen aus der durch das Reaktorunglück von Tschernobyl im Jahr 1986 stark verseuchten Region. Hier genießen sie eine unbeschwerte Zeit bei Gasteltern, atmen saubere Luft und essen unbelastete Lebensmittel.
Seit 1991 lädt die Evangelische Landeskirche Kinder aus Weißrussland ein. Seit dieser Zeit nehmen auch Gasteltern des Kirchenkreises Hittfeld Jungen und Mädchen auf. Nach einem Abschiedsgottesdienst in der Buchholzer St. Johannis-Kirche mit Pastor Michael Wabbel flogen die Jungen und Mädchen am Mittwoch zurück in ihre Heimat. Zuvor erzählten sie von ihren
Erlebnissen.
„Es ist so schön hier, meine Gasteltern sind so nett, die Ausflüge waren toll, und ich habe das erste Mal das Meer gesehen“, sagt Arina (9). „Mir gefällt die schöne Natur“, sagt Dima (12). Mit den anderen Kindern, den Gasteltern und Dolmetschern besuchte sie am Montag das Jesteburger Freibad. Die Kinder hatten in den Freibädern freien Eintritt, wie auch bei den vielen anderen gemeinsamen Aktivitäten, etwa in Fuxis Sport- und Spielscheune in Neu Wulmstorf, beim Reiten bei „Hof & Gut“ in Itzenbüttel und beim Kegeln und Klettern bei Blau-Weiß Buchholz. „Das hilft uns sehr, da sich die ganze Aktion aus Spenden finanziert“, sagt Dieter Leopold, ein Gastvater, der seit vielen Jahren dabei ist.
„Wir brauchen in jedem Jahr Spenden für diese Aktion, schon allein für die einwöchige Reise nach Büsum“, sagt Barbara Schubert, Kirchenvorsteherin aus Jesteburg. Die Fahrt an die Nordsee sei aufgrund der jodhaltigen Luft enorm wichtig für die Kinder. „Die radioaktive Belastung im Körper der Kinder nimmt messbar ab“, sagt Pastor Jürgen P. Stahlhut, Tschernobyl-Beauftragter des Kirchenkreises. Barbara Schubert nimmt seit 2002 Kinder bei sich auf. In diesem Jahr waren Maxim (9) und Nicolai (10) zu Gast. „Das Zusammenleben ist einfach“, sagt sie und hofft, dass sich auch für das nächste Jahr wieder genug Gasteltern finden.

• Spenden sind willkommen: Seit 1991 nimmt der Kirchenkreis Hittfeld in jedem Jahr bis zu 30 Kinder auf.
Um den Kindern den gesundheitlich wichtigen Aufenthalt am Meer und die Ausflüge zu ermöglichen, ist der Kirchenkreis auf Spenden angewiesen. Wer den Ferienaufenthalt der Kinder unterstützen möchte, kann dies unter folgender Bankverbindung tun: Spendenkonto: DE69 2075 0000 0007 0066 12, Sparkasse Harburg-Buxtehude, Verwendungszweck: Kinder aus Weißrussland.

• Tschernobyl - 30 Jahre nach der Katastrophe:
Der Reaktorunfall im Atomkraftwerk von Tschernobyl, nahe der ukrainischen Stadt Prypjat am 26. April 1986, erschütterte die Menschen in aller Welt. In diesem Jahr, 30 Jahre nach der Katastrophe, ist das radioaktive Cäsium-137 (Halbwertszeit: 30,17 Jahre) und das strahlende Strontium-90 (Halbwertszeit: 28,78 Jahre) erst zur Hälfte zerfallen. Besorgniserregend sind vor allem die weiterhin belasteten Böden und Lebensmittel, die noch auf Jahrzehnte radioaktive Partikel in den menschlichen Körper bringen werden. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen wurde ein starker Anstieg von Schilddrüsenkrebs festgestellt. Die Angst, irgendwann zu erkranken, ist allgegenwärtig. Die psychische Belastung vom "Leben an einem verstrahlten Ort" ist sehr belastend, gerade bei den Kindern.