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Soziale Verantwortung fördern: Neujahrsempfang von Kirchengemeinde, politische Gemeinde und GeWerbekreis in Jesteburg

Veranstalteten gemeinsam den Jesteburger Neujahrsempfang im „Heimathaus“(v. li.): Verwaltungschef Hans-Heinrich Höper, GeWerbekreis-Vorsitzender Henning Erdtmann, Pastorin Ellen Kasper und Georg Marschall (Kirchenvorstand)
mum. Jesteburg. „Famila-Pleite, Steuererhöung und Clement-Stillstand - Jesteburg hat seinen Glanz verloren“ - Jesteburgs Samtgemeinde-Bürgermeister Hans-Heinrich Höper zitierte WOCHENBLATT-Schlagzeilen anlässlich des Neujahrsempfangs am Sonntagabend im „Heimathaus“. „Wer möchte da schon gern in Jesteburg wohnen?“ lautete seine rhetorische Frage. Die Antwort der knapp 100 Gäste war deutlich: „Wir“. Aber das war auch wenig überraschend, denn obwohl der Neujahrsempfang traditionell von Kirchengemeinde, politischer Gemeinde und GeWerbekreis veranstaltet wurde, waren die politischen Entscheidungsträger in der Überzahl. Jene also, die die negativen Schlagzeilen erst mit Leben füllen.
Es zeichnet Jesteburg allerdings auch aus, dass unter den Gästen einige Flüchtlinge waren, die in der Gemeinde Zuflucht gefunden haben. Höper sieht gerade in der Asyl-Diskussion großen Handlungsbedarf. „Es ist nicht damit getan, dass Bundeskanzlerin und Bundespräsident für Toleranz werben“, so der Verwaltungschef. „Bund und Land sind in der Pflicht uns bei der Versorgung der Asylbewerber zu helfen.“ Höper geht davon aus, dass die Kreisumlage steigen wird. „Das bedeutet, dass wir sparen müssen.“ Er machte deutlich, dass dies allerdings nicht die Schuld der Flüchtlinge sei.
Traditionell fand vor dem Empfang im „Heimathaus“ ein Gottesdienst in der St. Martinskirche statt. Pastorin Ellen Kasper machte in ihrer Predigt unter anderem das Attentat auf die Mitarbeiter des Satire-Magazins „Charlie Hebdo“ zum Thema. „Wie schwer wird es jetzt sein, in U- und S-Bahnen neben muslimischen Mitbürgern zu sitzen ohne Rollenfestschreibungen, ohne das Misstrauen, das im Inneren ein Bild entstehen lässt, vor dem man sich schützen möchte?“ fragte Kasper. „Wie können wir es schaffen, unsere Offenheit zu bewahren?“ Die Pastorin gab die Antwort selbst: „Wer von Gott gehalten ist, kann Liebe wagen - auch Fremdenliebe.“ Ein sehr gutes Beispiel für diese Liebe beweisen die Mitglieder der evangelischen Kirchen-Jugend. Viele von ihnen sowie zahlreiche andere Freiwillige engagieren sich seit mehr als einem Jahr im „Café Farbenfroh“ für die Flüchtlinge, die in der Samtgemeinde wohnen. Im Vordergrund steht dort die Begegnung.
GeWerbekreis-Chef Henning Erdtmann, diesmal Gastgeber des Empfangs, lobte das große soziale Engagement der Jesteburger. „Ohne die vielen aktiven Menschen in unserem Dorf wäre es hier nicht so lebenswert.“ Erdtmann betonte die Bedeutung von Jugendarbeit: „Wer sich als Jugendlicher sozial engagiert, wird es sein leben lang tun.“