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Strategien für die Waldentwicklung

Die Mitglieder der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Nordheide-Harburg diskutierten mit Interessenten Strategien für die Waldentwicklung (Foto: Ulrike Augusta)

Forstwirtschaftliche Vereinigung Nordheide-Harburg stellt Halbzeitfazit vor.



(mum). Der Wald im Landkreis Harburg ist einerseits durch sich ändernde Klimabedingungen erhöhten Risiken ausgesetzt. Andererseits kann er durch die Aufnahme von CO2 aus der Atmosphäre und Produktion von Holz als klimaschützenden Baustoff und Energieträger dem Klimawandel entgegenwirken. Im Rahmen des Projektes CO-2-OPT werden diese Zusammenhänge genauer untersucht. Ziel ist es, Handlungsempfehlungen für Wald- und Holzwirtschaft zu erarbeiten, aus denen klimaangepasste Wälder mit einer möglichst hohen CO2-Minderungswirkung hervorgehen. Erste konkrete Daten und Fakten dazu wurden jetzt während der Sitzung des Projektbeirates in Winsen vorgestellt. Dieses Gremium war voriges Jahr unter Leitung der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Nordheide-Harburg gegründet worden, um alle mit Wald befassten gesellschaftlichen Gruppen in die Ergebnisdiskussion einzubinden.
Professor Dr. Daniela Jacob vom Climate Service Center Germany (GERICS) des Helmholtz-Zentrums Geesthacht informierte den Beirat über die zu erwartenden Klimaänderungen in der Region. Ihrem Bericht nach, ist im Mittel zukünftig im Sommer mit trockenen Perioden und einzelnen Starkregenereignissen in Verbindung mit Stürmen sowie mit insgesamt milderen Wintern zu rechnen. Langfristig ergeben sich daraus verschiedene Risiken, unter anderem Trockenstress für die Wälder.
Welche Baumarten unter diesen veränderten Klimabedingungen noch geeignete Wuchsbedingungen im Landkreis finden, untersucht die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA). Weiterhin erarbeiten die Projektpartner Daten zum CO2-Bindungspotential dieser Baumarten. Hieraus entwickelt die Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen Strategien für eine zukünftige Waldentwicklung.
„In die ganzheitliche Betrachtung zur Reduktion des Klimagases CO2 ist außer der Waldbewirtschaftung vor allem nach konkreten Möglichkeiten einer verstärkten Holzverwendung zu suchen“, sagt Ulrike Augusta von der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Nordheide-Harburg. Diese Teilaufgabe übernimmt als Projektpartner das Kompetenzzentrum „Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe“ (3N). Um eine langfristige CO2-Bindung in Holzprodukten zu erreichen, bieten vor allem der Einsatz von Holz als Bau-und Werkstoff großes Potential. Hierzu wurden Beispiele aus der Region zusammengestellt, die am Ende des Projekts der Öffentlichkeit als Informationsleitfaden zur Verfügung gestellt werden.
Die Zwischenergebnisse wurden den Beiratsmitgliedern als Diskussionsgrundlage vorgestellt. Die Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Verwaltung, Vertreter aller Waldbesitzarten, Naturschutzverbänden, Tourismus, Freizeitverbänden sowie der Holzwirtschaft stimmen vor diesem Hintergrund ihre spezifischen Sichtweisen im Rahmen der folgenden Beiratssitzungen ab. Am Ende der Projektlaufzeit sollen gemeinsam entwickelte Handlungsoptionen für den Landkreis Harburg stehen, die auch anderen Regionen als Beispiele dienen können.