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"Uns gibt es nur im Doppelpack!" - Bendestorfs Ehrenbürger Ivar Buterfas feierten jetzt mit seiner Dagmar Diamantene Hochzeit

Segen unter spanischer Sonne: Ein Pastor aus Hannover gratulierte Ivar und Dagmar Buterfas zu ihrem 60. Hochzeitstag (Foto: Buterfas)
 
Feierten jetzt ihre Diamantene Hochzeit: Ivar und Dagmar Buterfas (Foto: Buterfas)
mum. Bendestorf. Dagmar Buterfas (81) staunte nicht schlecht, als sie am 30. Juli auf die Terrasse ihres Hotels auf Gran Canaria trat: Dort - an ihrem Tisch - wartete ein großer Strauß Rosen auf sie. Zudem hatten die Mitarbeiter des Hotels aus Blumenblättern die Zahl „60“ dekoriert. Verantwortlich für die Überraschung war Ehemann Ivar (82). Unter der warmen Sonne Spaniens feierte das Paar jetzt seine Diamantene Hochzeit.
„Wir haben diesen Tag bewusst nicht in Deutschland gefeiert“, erzählt Buterfas. Die Goldene Hochzeit habe im Rahmen einer großen Feier mit 300 Gästen stattgefunden. Das wollte das Paar diesmal nicht. Also ging es auf die Ferieninsel. Buterfas, den Bendestorfs Bürgermeister Hans-Peter Brink als „einen großen Mahner gegen den Nationalsozialismus“ bezeichnete, kann auf ein beachtliches Lebenswerk zurückschauen. Erst vor einem Jahr wurde er zum Ehrenbürger der Gemeinde Bendestorf ernannt. Eine von vielen Auszeichnungen. Unter anderem ist Buterfas Weltfriedenspreisträger. Eine Ehrung, die er mit dem Dalai Lama teilt. Sein Buch „Sunny Goj“ stellte er in mehr als 1.500 Lesungen - meist in Schulen - vor. Darin schildert er, wie er als Sohn eines Juden den Holocaust überlebt hat. Doch auf Gran Canaria ging es diesmal nicht um den politisch so engagierten Mann, sondern um die Eheleute. „Meine Frau gehört meine ganze Zeit“, so Buterfas.
Die Lebensgeschichte des Paares könnte auch das Drehbuch eines spannenden Filmes sein. Ivar Buterfas wird im Januar 1933 in Hamburg geboren. Sein Vater - ein Jude - wird erst von den Nazis eingesperrt und kommt dann in Kriegsgefangenschaft. Seine Mutter - eine Christin - flieht mit ihren acht Kindern erst aufs Land und später zurück nach Hamburg. Nach dem Krieg - Buterfas ist inzwischen als „Neuheiten-Verkäufer“ unterwegs - lernt er Dagmar kennen. Auch ihr Vater ist Jude. Doch als „Dagi“ vier Jahre alt ist, lassen sich ihre Eltern scheiden. Ihr Vater ist vermutlich im KZ Buchenwald ermordet worden. Dagmars Weg führt über Dresden nach Hamburg. Dort treffen sich die Eheleute zum ersten Mal. „Ich kann mich noch gut an Ivars ersten Satz erinnern“, sagt Dagmar Buterfas mit einem Lächeln im Gesicht. Er habe ihr ins lockige Haar gefasst und gesagt: „Na, Du kleiner Lockenkopf. Wir beide gehen bald ins Kino.“
Aus der Verabredung wird nichts. Erst als Ivars Schwester Mutter wird und er in der Rolle des Onkels aufgeht, bekommt Ivar eine Chance. Seitdem ist das Paar unzertrennlich. „Uns gibt es nur im Doppelpack“, sagte das Paar kürzlich in einem Interview mit dem Obdachlosen-Magazin „Hinz und Kunzt“.
Gemeinsam gründet das Paar die Firma „Buterfas & Buterfas“ - spezialisiert auf Fassadenreinigung. Nebenbei wird Buterfas Box-Promoter und gründet den Förderkreis der Nikolaikirche in Hamburg. Daneben engagiert er sich immer wieder gegen Fremdenfeindlichkeit. Für seinen Einsatz wird ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen.
• Typisch Ivar Buterfas: Auf christlichen Beistand wollte er auch in Spanien nicht verzichten. Die deutsche Botschaft vermittelte den Kontakt zu einem Pastor, der das Ehepaar an seinem Ehrentag segnete.