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Wer rennt, riskiert einen Freistoß

Jörg Meyer (VfL Jesteburg, li.) und Thomas Karstens (SV Bendestorf) wollen "Fußball im Gehen" im Landkreis etablieren
 
Die erste "Walking Football"-Mannschaft im Landkreis Harburg trainiert einmal in der Woche in Jesteburg. Jetzt hoffen die gehenden Kicker auf Verstärkung

"Walking Football“ heißt die Alternative für alle, die im Alter ihrem Lieblingssport nicht mehr mit der gewohnten Intensität nachgehen können, die Füße aber trotzdem nicht vom Leder lassen wollen. Jörg Meyer (VfL Jesteburg) und Thomas Karstens (SV Bendestorf) wollen "Fußball im Gehen" im Landkreis etablieren.



mum. Bendestorf/Jesteburg.
Es zwickt im Knie, die Hüfte tut weh - und das vielleicht sogar schon vor dem Training. Wie soll man da noch Fußball spielen? Das geht - davon sind Jörg Meyer (VfL Jesteburg) und Thomas Karstens (SV Bendestorf) überzeugt. Gemeinsam wollen sie "Walking Football" im Landkreis Harburg etablieren. Seit ein paar Wochen treffen sich gut zwölf Fußball-begeisterte Männer in der Sporthalle der Jesteburger Oberschule in Jesteburg, um "Fußball im Gehen" zu spielen. Schon das Zuschauen macht Spaß, denn "Walking Football" ist langsamer, fairer - aber ganz und gar nicht langweilig und anspruchslos.
"Bei uns gibt es keine harten Zweikämpfe oder Grätschen", sagt Meyer. Und auch auf den Pass in die Tiefe müsse verzichtet werden. Wer nämlich rennt, wird zurückgepfiffen und es gibt einen Freistoß. "Walking" eben, man geht. Außerdem darf der Ball nicht über Hüfthöhe gepasst werden. Die Sportart soll die perfekte Alternative sein für alle, die beim traditionellen Fußball nicht mehr mithalten können. "Es ist ein langsameres und sehr passorientiertes Fußballspiel", ergänzt Karstens. "Da der Ball deutlich schneller ist, als die Spieler, sind schnelle Schritte, ein gutes Spielverständnis und technische Fertigkeiten mit dem Ball gefragt."
Gespielt wird auf einem kleineren Feld auf Tore, die nur knapp einem Meter hoch sind (drei Meter lang). Aber so weit ist man in Jesteburg noch nicht. "Wir bilden einfach zwei Teams und dann geht es los", so Meyer. Da die Teilnehmerzahl noch überschaubar ist, geht es meist über die halbe Halle. "Aber unser Ziel ist es, bald auch auf dem Sportplatz zu trainieren."
Inzwischen ist auch der Deutsche Fußballbund (DFB) auf die Sportart aufmerksam geworden. Ein verbindliches Regelwerk besteht noch nicht. Während "Walking Football" in England und den Niederlanden bereits von vielen Vereinen angeboten, gibt es in Deutschland nur wenige Clubs - darunter Werder Bremen, VfL Wolfsburg und Schalke 04.
"Wir erleben es häufig, dass sich ehemalige Sportler nicht vorstellen können, von jetzt auf gleich gar nicht mehr aktiv zu sein", sagt Meyer. "Deshalb haben wir uns 'Walking Football' genauer angeschaut und entschieden, einfach anzufangen." Ihm ist ganz wichtig zu betonen, dass der neue Trend auch etwas für jüngere Fußballer sei. "Auch wenn man nicht die ganze Zeit sprintet, ist man am Ende des Trainings geschafft." In Jesteburg würden derzeit Spieler im Alter zwischen 50 und 65 Jahren "gehend Fußball spielen". Damit sind die beiden Vereine die ersten im Landkreis, die den neuen Sport anbieten. "Wir hoffen, dass noch viele weitere folgen werden", so Karstens. "Vielleicht gelingt es sogar eine eigene Liga an den Start zu bringen." Der Fußball-Verband im Landkreis Harburg würde das Projekt zumindest unterstützen.
Da sich die Mannschaft noch im Aufbau befindet, sind die Trainingszeiten relativ flexibel. Derzeit treffen sich die Geh-Kicker immer mittwochs ab 19 Uhr in Jesteburg. Mitmachen kann jeder. "Ob man nun erfahrener Fußballer ist oder nicht, spielt keine Rolle. Da es beim "Walking Football" naturgemäß etwas ruhiger zugeht, soll auch im Training der Fokus nicht auf Leistung gelegt werden. "Es geht viel um den Spaß und um das Miteinander", so Meyer weiter.
• Interessenten können sich bei Jörg Meyer unter 0170 - 2905261 melden oder einfach eine E-Mail an walking.football@ewe.net schreiben.