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Wie geht eigentlich Inklusion?

Eltern fragen, Experten antworten: Volles Haus in der Grundschule Jesteburg zum Thema "Inklusion" (Foto: oh)
mum. Jesteburg. Das Land Niedersachsen hat mit Beginn des Schuljahres die "inklusive Schule" eingeführt. Sie ermöglicht den Schülern einen barrierefreien und gleichberechtigten Zugang. Doch was bedeutet das in der Praxis? In Jesteburg hatte Sozialpädagoge Holger Petruschke jetzt zu einem Informationsabend eingeladen. Mehr als 120 Eltern der Kindergärten und Schulen der Samtgemeinde Jesteburg ließen sich das nicht entgehen und informierten sich gemeinsam mit Lehrern und Erziehern.
Das vom Jesteburger Bildungsexperten Holger Petruschke moderierte Podiumsgespräch entwickelte sich schnell zu einer lebhaften Diskussion. Michael Detmer (Leiter des Bereiches Bildung der Wissensfabrik, einem Zusammenschluss von Unternehmen, Kitas, Schulen und Universitäten), meinte, dass sich viele Unternehmen dem Thema Inklusion offensiv stellen - auch aufgrund der Herausforderungen der Globalisierung. Da der emphatische Umgang mit Vielfalt eine der herausragenden Schlüsselkompetenzen von morgen sei, sei es wichtig, dass Kitas und Schulen diese Haltung bereits früh fördern, so Detmer.
"Anders sind wir alle", so sieht es der seit Geburt annähernd taube Musiker Mischa Gohlke. Er überzeugte viele Eltern durch seine biographischen Schilderungen und sein lebensfrohes Engagement als Botschafter der Initiative "Grenzen sind relativ" davon, dass Inklusion die Persönlichkeitsentwicklung aller Kinder stärkt.
Susan Gandor-Götz (Förderschulrektorin der Buchholzer Birkenschule) konnte mit ihrer Erfahrung und ihrer fachlichen Kompetenz manche Bedenken der Eltern hinsichtlich der Umsetzungsprobleme der Inklusion mildern, jedoch nicht alle ausräumen. Denn bei aller Zustimmung bleibt die Forderung, Schulen und Kindergärten auf dem Inklusionsweg mit mehr Fachpersonal auszustatten.
"Jesteburg unterstützt den Inklusionsansatz" , so Samtgemeinde-Bürgermeister Hans-Heinrich Höper. Er appellierte an die Verantwortlichen von Landkreis und Landesregierung, für das Gelingen finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen.
"In Jesteburg ist man zum Thema Inklusion nun im Gespräch", so Holger Petruschke. "Diese Wertschätzung des Themas ist der wichtigste Schritt zur Verwirklichung von Inklusion."