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„Wir wollen helfen!“

Michael Spethmann und Imke Schöllkopf wollen künftig auch verstärkt kleinere Projekte fördern
 
Die Spethmann Stiftung unterstützte in den vergangenen 15 Jahren mehr als 340 Projekte - darunter die „Special Olymics“ der Förderschule „An Boerns Soll“ (Foto: Spethmann Stiftung)
 
Michael Spethmann widmet sich künftig mehr der Stiftung
 
Laurens Spethmann rief die Stiftung gemeinsam mit seiner 2012 verstorbenen Ehefrau Marianne in Leben (Foto: Spethmann Holding)

„Der Mensch steht im Mittelpunkt“: So lautet der Leitspruch von Laurens Spethmann, viele Jahre der Kopf der gleichnamigen Holding (unter anderem Ostfriesische Tee Gesellschaft, OTG). Vor 15 Jahren entschied sich der heute 86-Jährige, etwas von dem Erfolg seines Unternehmens an die Menschen in der Region weiterzugeben. Spethmann gründete eine Stiftung, die jährlich bis zu 150.000 Euro ausschüttet. „In den vergangenen Jahren haben wir mit etwa 2,3 Millionen Euro gut 340 Einzelprojekte unterstützt“, sagt Sohn Michael Spethmann, der künftig als Kuratoriumsmitglied mehr Verantwortung innerhalb der Stiftung übernehmen wird. „Wir wollen mehr kleine, regionale Projekte unterstützen. Kindergärten, Schulen und Projekte mit sozialer und integrativer Ausrichtung können sich gern bei uns bewerben.“

(mum). Eine Jugendliche war über Jahre in verschiedenen Heimen untergebracht. Der Landkreis wusste nicht weiter und bat die gerade ins Leben gerufene Spethmann Stiftung um Unterstützung. Gründer Laurens Spethmann half finanziell und mit Rat. Es war das erste Hilfsgesuch, das die Stiftung erreichte. Der wirtschaftliche Erfolg der Ostfriesischen Tee Gesellschaft (OTG) und der europaweit agierenden Laurens Spethmann Holding (LSH), die von der Familie in mittlerweile vierter Generation geführt wird, motivierten den Namensgeber der Stiftung dazu, sich für die Menschen in der Region zu engagieren. Im Fall der jungen Frau funktionierte es. Sie absolvierte eine Ausbildung und stand noch viele Jahre im Kontakt mit dem Jesteburger Unternehmer.
„Heute wäre die Förderung einer einzelnen Person aufgrund des immer komplizierter werdenden Stiftungsrechts nicht mehr möglich“, sagt Michael Spethmann. Er ist dieses Jahr in die Fußspuren seines Vaters (86) getreten und möchte die Stiftung in dessen Sinne weiterführen. „Mein Vater gründete die Stiftung, um den Menschen in der Region etwas zurückzugeben“, so Speth­mann. Diesem Gedanken fühle auch er sich verpflichtet.
Die Stiftung ist in den vergangenen 15 Jahren zu einem wichtigen Partner für Vereine, Schulen und Institutionen geworden. Mehr als 340 Einzelprojekte wurden mit 2,3 Millionen Euro unterstützt. „Pro Jahr stehen bis zu 150.000 Euro zur Verfügung, mit denen wir helfen wollen“, so Spethmann. Nach seinem Wechsel vom LSH-Vorstand in den Aufsichtsrat widmet er sich als Kuratoriumsmitglied künftig auch verstärkt der Stiftungsarbeit. „Mein vorrangiges Ziel ist es, mehr Aufmerksamkeit auf unterstützungswürdige Projekte zu lenken und die Arbeit der Stiftung zugleich mitzugestalten.“ Dabei wolle man künftig mehr kleinere regionale Projekte unterstützen. „Kindergärten, Schulen und Projekte mit sozialer und integrativer Ausrichtung können sich gern bei uns um Unterstützung bewerben“, ergänzt Imke Schöllkopf, Vorstand der in Jesteburg beheimateten Stiftung.
„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass manche Menschen nicht wissen, ob und wie sie mit uns in Kontakt treten können“, so Spethmann. Diese Schwellenangst will die Stiftung Hilfsbedürftigen nehmen. Ein kurzer Antrag, in dem der Sachverhalt geschildert werde, reiche. „Manchmal ist die Zusage, dass wir mit einem Teilbetrag dabei sind, der Türöffner für andere Unterstützer.“
Ein wesentlicher Bestandteil der Stiftungsarbeit besteht darin, Menschen mit Behinderung ein normales Leben innerhalb der Gesellschaft zu ermöglichen und sie somit in den Alltag zu integrieren. Eine besondere Freude sei die Arbeit für und mit Kindern und Jugendlichen. „Aus diesem Grund fördern wir eine Reihe von Projekten an Kindergärten und Schulen“, sagt Spethmann. Zu den Förderschwerpunkten zählen unter anderem die Integrative Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Neu Wulmstorf (LeA) und die Förderschule An Boerns Soll in Buchholz. Außerdem wurden in Einzelfällen Menschen mit Behinderung sowie Kinder im Landkreis Harburg unterstützt. Zu den kleineren unterstützten Projekten zählen in diesem Jahr beispielsweise die „Schulhofgestaltung“ der Integrative Gesamtschule Roydorf, „Reiten inklusiv“ der NISA Netzwerk für Inklusion in Sozialarbeit und Assistenz, das „Atelier Vielfalt“ von „Jugend aktiv“ in Jesteburg und die Bezuschussung eines Fahrzeuges zur Notfallversorgung der Johanniter Unfall Hilfe.

• Wer die Spethmann Stiftung um Unterstützung bitten möchte, kann dies mit einer E-Mail oder einem Anruf tun. Die Kontaktdaten lauten: Spethmann Stiftung, Imke Schöllkopf, Lüllauer Straße 39, 21266 Jesteburg, Telefon: 04183 - 77850 oder E-Mail an imke.schoellkopf@lmsp.de.

Die Spethmann Stiftung unterstützt unter anderem diese Projekte:


• Die Schule "An Boerns Soll" in Buchholz, eine staatliche Förderschule mit dem Schwerpunkt geistiger Entwicklung für geistig und mehrfach schwer behinderte Kinder und Jugendliche, ist ein wichtiges Projekt der Spethmann Stiftung. Dort werden 200 Schüler im Alter von sechs bis 19 Jahren unterrichtet. Die Handlungsweisen von Menschen mit Autismus sind nicht immer leicht in der Praxis zu verstehen und zu interpretieren. Hier helfen zusätzliche Qualifikationsangebote und begleitende Coachings.

• Das Projekt "LeA e.V". ist bereits seit vielen Jahren fester Bestandteil der Stiftungsarbeit. Die von Eltern gegründete Initiative hatte sich das Ziel gesetzt, ein Wohnheim für Jugendliche mit Behinderungen zu bauen, in dem die jungen Erwachsenen leben und arbeiten können. Mit Unterstützung der Spethmann Stiftung wurden im Mai 2010 die so genannten Laurens-Spethmann-Häuser eröffnet. Mittlerweile leben 27 junge Erwachsene mit Behinderungen in den Häusern in Neu Wulmstorf. Die Wohngemeinschaft bedeutet für die Bewohner ein selbstständiges Leben. Sie ist eine gute Alternative für Menschen mit Behinderung, die von sozialer Isolierung bedroht sind.
 
• Mit dem Projekt Bewegtes Leben im Landkreis Harburg fördert die Spethmann Stiftung, ausgehend von den Grundannahmen der Erlebnispädagogik, Psychomotorik und Zirkuspädagogik, Mädchen und Jungen in ihrer individuellen Persönlichkeitsentwicklung. Dabei verfolgt die Stiftung grundsätzlich einen inklusiven und stärkenorientierten Ansatz, das heißt alle Kinder sind willkommen. Träger des Projekts ist das Institut für Erlebnispädagogik (IfE), das seit rund 30 Jahren bei der Projektierung pädagogischer Maßnahmen auf vielfältige Art und Weise Pionierarbeit leistet.

• Zusammen mit der Mezzosopranistin Cornelia Salje fördert die Spethmann Stiftung mit "Kinder spielen Klassik" nicht nur die Kreativität von Kindern, sondern auch Eigenschaften wie Teamgeist, Durchhaltevermögen und Konzentration. Die Leidenschaft und Kompetenz, mit der Salje mit Kindern, Sängern und Musikern die Opernstoffe erarbeitet, schafft ein einzigartiges Angebot für die nächste Generation. "Wir sehen darin eine riesige Chance, mit diesem Projekt sehr vielen Kindern einen natürlichen und freudvollen Zugang zur klassischen Musik zu ebnen", so Miachel Spethmann.

• Außerdem unterstützt die Spethmann Stiftung die "mapapu GbR", ein kleines Familienunternehmen in der Nordheide, das vor allem Kindern mit seelischen Problemen und Nöten eine ganz spezielle Hilfe an die Hand gibt, nämlich einen "mapapu". Das ist eine "MAma-PApa-PUppe", zusammengenäht aus den Lieblings-T-Shirts der Eltern für deren Kind. Der bekannte Stoff der Eltern sowie der vertraute Geruch schaffen auf Anhieb familiäres Vertrauen und Geborgenheit beim Kind. Auf diese Weise kann ein "mapapu" helfen, eine aus dem Gleichgewicht gekommene Seele ein Stück weit zu stabilisieren.

• Die Spethmann Stiftung unterstützt den Verein "NISA", Netzwerk für Inklusion in Sozialarbeit und Assistenz, der 2007 entstand, um aus der Flexibilität eines kleinen Trägers heraus die Leistungsangebotsstruktur für Menschen mit Behinderung im Landkreis Harburg individuell und bedarfsorientiert zu erweitern. Dabei ist es "NISA" ein besonderes Anliegen, die Hilfe und Unterstützung so zu gestalten, dass der Mensch mit Behinderung mit einer passgenauen Unterstützung in möglichst vielen Lebensbereichen selbstbestimmt, unabhängig und gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann.

• Der Verein "Jugend aktiv" ist seit 16 Jahren als anerkannter Träger der freien Jugendhilfe für die Jugendarbeit in den Samtgemeinden Jesteburg und Hanstedt verantwortlich. Der Verein bietet Kindern und Jugendlichen zahlreiche Möglichkeiten für eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Dazu gehören neben zwei Jugendtreffs auch umfangreiche Ferien- und Aktionsprogramme mit Ausflügen und Kursen innerhalb und außerhalb der Ferien sowie Video-, Theater-, Musical- und Inklusionsprojekte. Mit der Unterstützung der Spethmann Stiftung konnte 2015 das Kindermusical "Die Laternenkinder - von Kindern für Kinder" zur Aufführung gebracht werden und Anfang 2017 beginnen die wöchentlichen Proben für die Theaterproduktion "Krabat" mit Kindern und Jugendlichen ab elf Jahren. Das anspruchsvolle Stück von Otfried Preußler wird 2018 auf der Bühne der Oberschule Jesteburg zu sehen sein.
Darüber hinaus fördert die Spethmann Stiftung seit dem Projektstart 2015 das inklusive "Atelier Vielfalt", bei dem behinderte und nichtbehinderte Menschen von Jung bis Alt jeweils mittwochs von 16 bis 18 Uhr gemeinsam töpfern, basteln und kreativ gestalten.

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